Bayerns Markenimage als Großkotz

“Und, wie hat Bayern gespielt?” Man stelle sich vor, die Antwort lautete künftig regelmäßig: “Großartig.” Wäre das nicht der Horror?

Ein Zitat aus “Plötzlich ist das Projekt Bayern spannend“, einem lesenswerten Kommentar von Peter Unfried in Spiegel Online über die neuen Bayern, die sich nach dem Spiel in Hamburg doch als Sterbliche erwiesen haben. Unfried beschreibt unter anderem das Markenimage der Bayern und die vergeblichen Versuche anderer Vereine, sich ähnlich zu positionieren – und bezeichnet z.B. Borussia Dortmund liebevoll als “Kleinkotzer“.

Daneben wartet der Artikel mit der schönen Statistik auf, dass exakt 52,73 Prozent der deutschen Fußballinteressierten ihre Beschäftigung mit der Bundesliga vor allem über die herzliche Abneigung gegen den FC Bayern München definierten (nebenbei: wie kommt man nur an solche Zahlen? Zwei Stellen hinterm Komma??) – und wie sich Spannung in der Bundesliga bisher vor allem aus dem Duell Gut (alle anderen) gegen Böse (FC Bayern) ergeben hat. Wie sehr die Lieb-oder-Hass-Mich-Attitüde der Bayern gewollt ist, hat übrigens auch schon Roland Berger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung herausgearbeitet: “Arroganz gehört beim FC Bayern zur Strategie“.