Fernseh-Funde für den 12.1.2008 [Update]

Unterwegs nach Cold Mountain, Pro7 20:15 Uhr

Flucht ins 23. Jahrhundert, Tele5 20:15 Uhr

Zurück in die Zukunft II, MDR 20:15 Uhr

Band of Brothers, RTL2 22:05 Uhr. Die beste Mini-Serie, die ich kenne. Oder anders gesagt: mit das Beste, was ich je im Fernsehen gesehen habe.

Robby Kalle Paul, MDR 2:05 Uhr

11 Gedanken zu „Fernseh-Funde für den 12.1.2008 [Update]“

  1. Band of Brothers ist wahrscheinlich die beste amerikanische Miniserie, die je im Fernsehen lief. Wesentlich besser als ihr Kinoveverwandter Privat Ryan. Sehr gelungen finde ich die Einleitungen zu jeder Folge, die dem ganzen einen dokumentarischen Anstrich geben. Auf jeden Fall ein Must Have Seen, nicht nur in der Fernsehgeschichte. Selbst wenn man Kriegsfilme nicht mögen sollte, die Charaktere sind gut genug um die Serie zu tragen. Selbst der sonst so übliche Pathos gewinnt nicht die Überhand, wie es noch bei Privat Ryan der Fall war. Die einzige mir bekannte Miniserie, die hier von der Spannung, den Schauspielern, dem Thema und auch von der cineastischen Qualität konkurieren kann, ist Petersens “Das Boot” von 1981.

  2. Noch zu meinen obigen Kommentar. Einzige Einschränkung zu Band of Brothers. Leider wird auch hier nur das eigene Kriegsleid fokussiert. Der Feind bleibt anonym. Auch wenn dies dem Konzept der Serie gerecht wird, schließlich wird der Krieg ausschließlich aus Sicht der amerikanischen Kompanie geschildert. Dies ist eigentlich völlig in Ordnung. Nur kann ich mir nicht vorstellen, daß kein amerikanischer Soldat auf einen toten, verstümmelten oder schlimm verwundeten Feind gestoßen ist. Dafür sind mir die eigenen Todesopfer dann doch ein wenig zu grafisch dargestellt. Dieses Problem zieht sich jedoch wie ein roter Faden durch das Thema Kriegs bzw. Anti-Kriegserzählung. Leider.

  3. Da hast Du aber das Haar in der Suppe gesucht. “Band of Brothers” ragt mit so großem Abstand aus dem Meer der sonstigen TV-Programme heraus, dass ich Kritik daran als kleinlich empfinde. Was ist denn alles überzeugend geraten: das Ensemble, das bis in die kleinste Nebenrolle gut bis überragend besetzt ist (allen voran Damian Lewis, Punktabzüge würde ich nur für David Schwimmer vergeben), das Drehbuch, das den Spannungsbogen über die 13 Stunden trägt, die Ausstattung, die Special Effects uswusf. sowie nicht zuletzt die eindrucksvollen Blicke in menschliche Abgründe, die ein Kriegsfilm bieten kann und muss.

    Da will ich gar nicht kritisieren, zumal nicht mit einem Vorwurf, der (wie Du selbst schreibst), auf das Genre fast immer zutrifft. Hier vielleicht auch – aber trotzdem fällt mir kein Stück Fernsehen und kaum ein Film ein, den ich als gelungener empfunden habe.

  4. Ich selbst sitze ja wie auf glühenden Kohlen und warte darauf, dass die Produzenten von Band of Brothers endlich ihre Mini-Serie über den Pazifikkrieg abdrehen. Das sollte wieder ganz großes Kino im Fernsehen werden.

    Was mich an BoB gestört hat, nicht die Schuld der Sendung, dass sie tatsächlich für die DVD-Collection und das Fernsehen gekürzt wurde, weil sie sonst Jugendgefährdend wäre. Eine Kriegsserie, die den Krieg nun wirklich nicht glorifiziert – was war ich schockiert als Guarnere ohne Vorwarnung das Bein verlor – wird zusammengeschnitten, damit der Krieg nicht zu brutal wirkt. Passt.

    @verschwender:

    Zum Vorwurf der Anonymität des Feindes: In der letzten Folge hast du einen sympathischen Deutschen am Greznposten (“Russia? Not desirable.”), eine Szene die einen deutschen General und seine Truppen rühmt (die ich sehr schockierend fand, weil du sowas in einer deutschen Serie nicht machen könntest ohne einen Kleinkrieg in Feuilleton und Politik loszutreten) und da hast die Szene in der zweiten Folge, wenn Lt. Speirs die Kriegsgefangenen erschießt, weil sie den Weitermarsch behindern würden. Und dann Major Winters hält sich immer wieder vor, wie er einen Wehrmachtssoldaten in Flandern erschossen hat, der höchsten 18 oder 19 gewesen sein wird. Auch das wird beides nicht glorifiziert.

    Klar, der Feind bleibt weitgehend anonym, aber es ist nicht so, als würde das Thema komplett ausgeklammert.

  5. @probek
    Jetzt komm schon. Da lobpreise ich diese Serie und Du wirfst mir vor das Haar in der Suppe zu suchen. Nur weil ich anmerke, daß es sich letzten Endes doch lediglich nur um Mainstream handelt.Und das meine ich jetzt nicht abwertend.

    @björn
    Was ist daran schockierend den Feind und seine Truppen in einem militärischen Kontext zu rühmen? Das ist doch gute Tradition. Und wird Speirs in späteren Folgen nicht zum Helden, die Erschießung der Gefangenen als notwendiges Übel dargestellt und damit gleichzeitig relativiert? Mir ist völlig klar, daß Dreamworks den amerikanischen WW2 Veteranen ein Denkmal setzen wollte. Die Serie ist toll, da gibt es kein Wenn und Aber. Wie ich schon schrieb, ein Must Have Seen. Dennoch bleibt sie selbst in den schlimmsten Szenen an der Oberfläche. Die einzige Message, die sie transportiert wurde jedoch schon vor langer Zeit ebenso eindringlich auf die Leinwand gebracht.

    http://www.imdb.com/title/tt0020629/

  6. lediglich
    nur
    Mainstream
    ist abwertend, da nützt das “so nicht gemeint” dahinter auch nix mehr.

    Aber egal, ich kann Dir ja folgen – mir geht es eher darum, dass es nach Deinen Maßstäben sehr schwer wäre, ein Kunstwerk zu schaffen, das Dich völlig zufrieden stellt. “Band of Brothers” ist für mich in einer Kategorie, bei der ich – wie schon erwähnt – gar nicht rumkritteln will, weil die Serie der Perfektion so nahe kommt.

  7. Lediglich nur Mainstream bedeutet lediglich nur nichts Besonderes. Was sich nicht auf die Produktion bezieht, denn die ist besonders, sondern auf den Inhalt. Und zum Thema Filme oder Serien, die mich völlig zufrieden stellen fallen mir schon noch ein paar Vertreter ein. Nur sind die natürlich in der absoluten Unterzahl. Darunter sind sogar Filme von Spielberg;-)

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