FCB-Saisonzeugnisse 2007/2008, Teil III: Angriff

Fortsetzung der dreiteiligen Serie von Saisonzeugnissen des Bayern-Kaders 2007/2008. Heute: Teil III – Angriff.

ANGRIFF

Luca Toni (30), Vertrag bis 2011.
Il Bomber. Ein Phänomen. Der 1:0-Mann, der Mann für die wichtigen Tore, die Renaissance des großen Torjägers bei Bayern. Setzt seinen Körper sehr gut ein, wirkt ungelenkig, macht aber die Dinger trotzdem irgendwie rein, kann mit allen Körperteilen treffen. Absoluter Strafraumspieler, arge Schwächen außerhalb dessen und beim Kombinationsspiel, trainiert nicht gerne. Ist aber alles egal: wer so oft trifft, hat recht. Faszinierende Theatralik bei nicht gegebenen Fouls oder verschossenen Torchancen, bietet in jeder Beziehung großes Kino. Bester Einkauf der Bayern, noch vor Ribéry der wichtigste Spieler in dieser Saison (auf Platz drei: van Bommel), stellt alle anderen Stürmer klar in den Schatten. Toll.
Empfehlung: Stammplatz, ohne jeden Zweifel. Angeblich Europas bestbezahlter Fußballer, sein Geld aber mehr als wert.

Miroslav Klose (29), Vertrag bis 2011.
Auch ein Phänomen, leider nicht im Luca-Tonisschen Sinn. Kann sensationell spielen und kombinieren, kann sich im Spiel über Wochen aber auch sensationell unsichtbar machen. Hat offenbar in jeder Saison leider arge Leistungsschwankungen und Auszeiten. Dennoch die klare Nummer zwei hinter dem großen Toni, ist immer mindestens ein guter Vorbereiter. Spielt, wenn außer Form, deutlich zu selbstlos und oft alles andere als glücklich, aber ganz selten wirklich schlecht, wurde daher auch von keinem anderen Stürmer überholt. Hat einen Makel, den er in der nächsten Saison loswerden sollte: konnte in seiner gesamten Karriere gegen starke Gegner noch nicht wirklich überzeugen. Hat in der Champions League die Chance dazu.
Empfehlung: Stammplatz. An der Grenze zum Einwechselspieler, aber nicht bei der derzeitigen Konkurrenz.

Lukas Podolski (22), Vertrag bis 2010.
Der König aus der Provinz, nackt. Gruseligste Laufwege, fehlende Bindung zu den Arbeitskollegen, oft schlechtes Kombinationsspiel. Mangelnde Spielintelligenz und Technik, überhasteter Abschluss. Tritt auch gerne als Chancentod auf. Was soll man sagen: keine gute Saison. Überzeugt aber in der Nationalmannschaft – gegen drittklassige Gegner. Der Durchbruch bei den Bayern steht (immer) noch aus, es tröstet allein der Gedanke, dass er noch sehr jung ist.
Empfehlung: Einwechselspieler. Muss an sich arbeiten und den Durchbruch endlich schaffen, sonst verkaufen. Hat vielleicht einfach nicht die nötige Klasse.

Jan Schlaudraff (24), Vertrag bis 2010.
Verlässt den Verein zum Saisonende, bekam hier leider viel zu wenig Spielzeit. Konnte aber selbst in den Spielen, die ich mit ihm gesehen habe, keinen Eindruck hinterlassen, nicht mal bei den Amateuren.
Keine Empfehlung.

Teil III der Saisonzeugnisserie 07/08 (Schluss)
Gestern: Teil II – Mittelfeld
Vorgestern: Teil I – Torwart und Abwehr

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