Der dankbare Gegner

München, immer eine Reise wert.

29.10.1977 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 0:2 (0:1)
28.10.1978 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 1:1 (0:0)
15.9.1979 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 1:1 (0:0)
30.4.1983 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:0 (1:0)
25.5.1991 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 7:3 (3:1)
13.9.1997 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 3:0 (1:0)
9.5.1999 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 1:1 (1:0)
16.10.1999 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 3:1 (2:0)
12.8.2000 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:1 (1:0)
20.4.2002 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 3:0 (0:0)
30.11.2002 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 2:0 (1:0)
4.10.2003 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:1 (2:0)
14.8.2004 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 1:1 (0:1)
27.8.2005 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 3:0 (0:0)
14.10.2006 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:2 (2:0)
17.5.2008 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:1 (3:0)
31.8.2008 FC Bayern München – Hertha BSC Berlin 4:1 (1:0)

Fotos vom Spiel:

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Machbar

Die vier Mannschaften der Gruppe F
Screenshot: vier Lose

Olympique Lyon, FC Bayern München, Steaua Bukarest, AC Florenz.

Das ist die Champions League-Gruppe, aus der die Bayern mindestens Zweiter werden müssen, um ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Es hätte schwerer kommen können (Gruppe H), aber auch leichter (Gruppe B). Kein Verein aus England, kein Verein aus Spanien, den beiden z.Zt. stärksten Ligen Europas. Meine hypothetische Horrorgruppe (Motto: ‘Fun in der Vorrunde’) aus Chelsea, Bayern, Zenit St. Petersburg und Atletico Madrid ist es auch nicht geworden.

Da sage ich mal: machbar. Bei den Ansprüchen der Bayern muss ein Weiterkommen drin sein, damit setzt man auch Klinsmann nicht zu sehr unter Druck. Unterschätzen sollte man Lyon, Bukarest und vor allem Florenz dennoch nicht. Viel entscheidender wird aber sein, ob die Bayern rechtzeitig zur Gruppenphase ins Laufen kommen. Nach den bisherigen Eindrücken der Saison stapele ich bei meiner Prognose aber mal lieber tief.

AC Florenz – Luca Tonis Ex (#9)
Das Los musste nicht sein, die Fiorentina ist ein starker Gegner – und war neben Atlético Madrid die zweitstärkste Mannschaft aus dem vierten Lostopf. Der AC hat es letzte Saison bis ins Halbfinale des Uefa-Cups geschafft, ehe er unglücklich nach Elfmeterschießen gegen die (grausam spielenden) Mauerspezialisten aus Glasgow ausschied. Ein starker Auftritt, ebenso stark: der vierte Platz in der italienischen Liga in der vergangenen Saison. Und die Videos, die die auf ihrer Homepage einbauen, gefallen mir auch. Sonst noch was? Ach ja: der AC Florenz ist einer von den neun Exvereinen Luca Tonis – und ein Verein, der mal das Kunststück fertig brachte, mit Battistuta, Effenberg und Brian Laudrup im Kader abzusteigen.
Prognose: Gruppenerster.

Olympique Lyon – eine Rechnung offen
Da war doch mal was? Gegen den französischen Dauermeister hat Bayern in der Vergangenheit nicht immer souverän ausgesehen. Lyon hat die letzten Jahre in der Champions League oft beeindruckt und war nicht nur für mich ein gar nicht so geheimer Tipp auf den Gesamtsieg. Dennoch ist der Mannschaft der große europäische Durchbruch bzw. Titelgewinn nicht gelungen. Drei Jahre lang kam Lyon zumindest ins Viertelfinale, in der letzten Saison schieden die Franzosen aber schon nach dem Achtelfinale aus der Champions League aus. Zu ihrer Ehrenrettung: gegen den späteren Sieger und ziemlich knapp. Aber auch wenn Lyon diese Saison ein deutlich besserer Start als den Bayern gelang, glaube ich, dass die Mannschaft über den Zenit (no pun intended) ist und die Chance verpasst hat, die Champions League zu gewinnen. Karim Benzema ist allerdings ein Knaller, auf ihn freue ich mich. Auf Antonio Augusto Ribeiro Reis nicht so sehr, aber vielleicht schießt ein 33-Jähriger ja nicht mehr gar so dolle Freistöße.
Prognose: Gruppendritter.

Steaua Bukarest – die Unbekannte
23 nationale Meistertitel (zuletzt 2006), 20 Pokaltitel, 1986 Europapokalsieger der Landesmeister. Ein Verein mit glorreicher Vergangenheit, der sich zwar zum dritten Mal hintereinander für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren konnte (und Galatasarays Trainer Michael Skibbe zum ‘Dead Man Walking’ machte), in der letzten Saison aber nun wirklich nicht überzeugte (siegloser Gruppenletzter mit fünf Niederlagen und einem Unentschieden). Kann ich eigentlich nicht richtig einschätzen, bin aber ziemlich gelassen. Schönes Detail: der Transferwert Steauas beträgt etwa ein Zehntel dessen, was die anderen Mannschaften der Gruppe so im Kader haben (will sagen: für einen Ribéry könnte man theoretisch den kompletten Kader Steauas erwerben). In diesem Zusammenhang: Links zu den Transfermarktseiten von Lyon, Bayern, Florenz und Steaua.
Prognose: Gruppenletzter.

Wie die Uefa die Stärken der hier porträtierten Mannschaften in den letzten Jahren einschätzte (bzw. wie sich die Vereine im Europapokal geschlagen haben), lässt sich gut an den Team-Koeffizienten ablesen:

Team-Ranking 1999-2008. Grafik erstellt mit dem Uefa-Team-Ranking-Chart von Bert Kassies (kassiesa.com)

Grafik: Die vier Teams im Chartvergleich.
Erstellt mit Bert Kassies unverzichtbarem Uefa-Team-Ranking-Chart (die Lücke bei Florenz ergab sich durch deren Verwicklung in den italienischen Bestechungsskandal).

Die Uefa platzierte Lyon also in der (abgeschlossenen) europäischen Rangliste für 2008 auf Platz 8 (Platz 1: Chelsea), Bayern auf 11, Steaua auf 29 und Florenz nur auf 59 (zum aktuellen, nach jedem Spieltag veränderten Ranking).

Wäre Fußball ein Wunschkonzert, käme Bayern bei mir also als Gruppenzweiter ins Achtelfinale. Worst Case: Gruppendritter (mit Lyon statt Bayern im Achtelfinale). Aber noch ein Jahr im Uefa-Cup? Trotz des Wahnsinns in der letzten Saison: eine schreckliche Vorstellung. Dann lieber im Achtelfinale ausscheiden.

Sollte Bayern gar noch hinter Bukarest (oder wem auch immer) Gruppenletzter werden, wäre Klinsmanns Bayern-Projekt schon nach ein paar Monaten massiv gefährdet: weil es dann vermutlich ohne Klinsmann weiter ginge. Soweit die Kaffeesatzleserei, los geht’s am 17. September 2008.

PS: Trotz des leicht pessimistischen Grundtons: habe ich schon deutlich genug gemacht, dass ich mich tierisch auf die Champions League freue? Nein? Bitte sehr: ich freue mich tierisch auf die Champions League. Muss man auch mal (wieder) sagen, die Teilnahme ist ja nicht selbstverständlich.

Nachtrag, 12.9.2008
So sieht es ESPN.

Hohe Bäume fangen viel Wind

Für Mark van Bommel

Hohe Bäume fangen viel Wind.
Mark van Bommel am 23. August 2008

Ich muss jetzt aber mehr Vorbild sein und mich mehr im Griff haben.
Mark van Bommel am 8. August 2008

Lieber Mark, ich mag dich. Ich fand auch die Entscheidung richtig, dich zum Kapitän zu machen. Ich werde auch nicht vergessen, wie du in einer grottigen Saison fast der einzige warst, der auf höherem internationalem Niveau mithalten konntest und dem Druck gewachsen war.

Das Image des überharten, zuweilen unfairen Fußballers wirst du nicht mehr los, zumindest nicht mehr in der Bundesliga. Dieses Vorurteil aber auch noch weiter zu bedienen, ist alles andere als hilfreich. Du bist Kapitän des FC Bayern – und da nützt es uns nichts, wenn du andauernd auf der Tribüne sitzen musst. Das Amt ist eine Ehre, bitte erweise dich als würdig. Du sagst selbst, dass du dich mehr im Griff haben musst. Halte dich daran.

Auch wenn ich zweifle, dass man seine Spielweise nach 16 Jahren als Fußballprofi noch groß ändern kann: sprich mal mit Philipp, vielleicht kann er helfen. Denn eigentlich musst und sollst du auch gar nicht die Spielweise ändern, du musst nur lernen, den Dämon in dir zu zähmen. Und das schafft man vielleicht auch noch als 31-jähriger.

Niemand schlafe! Niemand schlafe!

Die Erkenntnisse des 15. August 2008
Trotz Dopings rührt mich ein Olmypiasieg einer deutschen Schwimmerin, dieser Schwimmerin, nach der Vorgeschichte der letzten Tage und ob der dann gezeigten Freude. Dafür liebe ich als Zuschauer Spitzensport, immer noch, trotz allem.

In einer Arena treten Opernsänger vor Opernpublikum auf. Passt doch. Soll sich aber dann später keiner über die Scheiß-Stimmung aufregen. Und irgendwie hätte der Mann mit den früher schiefen Zähnen die Textzeile “Nessun dorma!” doch auf Deutsch singen sollen. Oder portugiesisch, für Lucio. So versteht das doch nur Luca Toni – und der konnte leider nicht mitspielen.

In Deutschland singen im Fernsehen alle immer brav Playback, selbst Opernsänger. Eigentlich ein Sakrileg für die Branche. Schlimm. Dann kann auch ein DJ eine Platte auflegen.

Unoriginellste Erkenntnis des Tages:

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“Ein paar Eimer rote und weiße Farbe”

Seit frühmorgens regnet es in München (fast ((z.Zt. gibt es eine Regenpause, allerdings auch eine Wetterwarnung))) ununterbrochen, draußen sind es nur noch 13 Grad Celsius – ist aber alles egal, denn heute geht es endlich wieder los. Ich bin so heiß, da sind die Außentemperaturen auch wumpe. Und freue mich, wenn Paul Potts irgendwann verstummt und es auf dem Platz wieder wichtig wird.

Zur Feier des Tages empfehle ich ein Interview mit Gregor Weinreich, dem Vorsitzenden des Club Nr. 12. Ein Auszug:

Aber auch über kleinere rote Farbtupfer würden sich die Fans schon sehr freuen. […] Dazu müsste man auch gar nicht viel Geld in die Hand nehmen oder große Planungen machen: ein paar Eimer rote und weiße Farbe, und los geht’s! So was kann innerhalb von Stunden organisiert werden, und es gäbe viele freiwillige Helfer.

Was ein Schelm. Und weiter:

Auf der einen Seite würden Fans gerne eine kreative, eigenständig finanzierte Aktion durchführen. Das geht aber nicht, weil auf der anderen Seite die ARD auf Kosten des Gebührenzahlers für einen ordentlichen fünfstelligen Betrag einfallslose Fähnchen verteilt, damit der Fernsehzuschauer den Eindruck bekommt, es wäre eine bessere Stimmung im Stadion.

In diesem Sinne: schönen Gruß an Herrn Simon.

Stefan, hör’ die Signale

Die Es-gibt-noch-Hoffnung-auch-wenn-sie-aus-einem-anderen-Kulturkreis-kommt-Meldung des Tages stammt von Javier Cáceres und steht unter der Überschrift „Ausgebrüllt“ in der gedruckten „Süddeutschen Zeitung“ (leider nicht online): Real Madrid hat seinen Stadionsprecher nach einer Saison wieder rausgeschmissen. Der Widerstand gegen die „akustische Anmache“ (Cáceres) sei zu groß gewesen, Medien und Vereinsmitglieder fühlten sich durch die „permanente Anbrüllerei“ respektlos behandelt. Der Sprecher hatte, so Cáceres, den

ganzen Kirmes- und Eventquatsch ((für Nicht-Stadion-Gänger: gemeint ist u.a. die Musik, die schon Stunden vor- und nach dem Spiel ununterbrochen auf die Zuschauer einrieselt; die Werbung, die in den Musikpausen zu sehen und zu hören ist; die Jingles, die bei Toren der eigenen Mannschaft eingespielt werden uswusf.)) imitiert, der auch in Bundesligastadien und bei Spielen der Nationalelf üblich ist … All dieser ganze Humbug, den man früher nicht brauchte, als man in ein Fußballstadion ging, wenn’s hochkam die Vereinshymne hörte und ansonsten bloß Fußball schaute. Ohne Brimborium.