Ein Seminar für Uli Hoeneß

Du kannst ja alles behaupten, irgendwo – und musst nicht mal mehr deinen Namen drüberschreiben (…) eine Katastrophe!
Uli Hoeneß über “die Internet-Situation”

Uli Hoeneß spricht am 3. Mai 2009 im “Sonntags-Stammtisch” des BR über das Internet und Helmut Markwort aus der Seele. Ein Mitschnitt davon (ebenfalls zu hören: Markus Söder, bayerischer Gesundheitsminister) ((Lieber Bayerischer Rundfunk, liebe Anwälte des Bayerischen Rundfunk: Ich gebe zu, dass ich den 83 Sekunden langen Audio-Mitschnitt eures “Sonntags-Stammtisches” selbst angefertigt habe, auch wenn ihr die 59-minütige Stammtisch-Sendung online in ganzer Pracht als Video in der BR-Mediathek zur Verfügung stellt (das Zitat selbst kommt in der Sendung ab der 16. Minute, nach dem an Uli Hoeneß gerichteten “ihre Bratwürste sind ungefährlich”). Aber die Mediathek bietet leider keine Einbindungs- oder Verlinkungs-Möglichkeit, da habe ich das Zitat lieber selbst rausgesucht (und ich brauchte ja auch nur die paar Sekunden). Falls ihr dennoch ein Problem mit dem Audioclip habt, gebt bitte ohne Kostennote o.ä. Bescheid, ich schmeiß’ das dann hier wieder raus, auch wenn ich glaube, dass das hier mit dem Zitatrecht noch abgedeckt sein sollte)):

[audio:Das_Netz_ist_boese.mp3]

Da das so einfach nicht stimmt, schreibe ich jetzt auch gleich mal was ins Internet rein und meinen Namen mein Pseudonym ((meinen Namen kann man mit ein bisschen rumklicken ggf. auch rausfinden, ist aber gar nicht nötig, um mit mir Kontakt aufzunehmen)) darüber darunter:

Lieber Uli Hoeneß,

ich mag Sie ((An dieser Stelle: Dank an Herrn Hollmann fürs Korrekturlesen)), habe aber irgendwie das Gefühl, dass Sie auch 2009 noch “das Internet” trotz eines inzwischen einigermaßen bekannten eigenen Online-Auftritts der FC Bayern München AG fast ausschließlich negativ sehen. Das mit dem Negativ-Sehen möchte ich aber gerne ändern. Dazu biete ich exklusiv für Sie eine kostenlose kleine Seminarstunde an, Motto: “Internet kennen und schätzen lernen in 60 Minuten”. Gerne zeige ich Ihnen anhand konkreter Beispiele, welch ein wunderbares Werkzeug das Internet ist und – Neugier sowie ein wenig Engagement und Offenheit vorausgesetzt – auch für Sie werden kann.

Mein Vorschlag für den Seminarort wäre meine Wohnung, wahlweise komme ich aber auch an einen Ort ihrer Wahl in und um München und bringe das Internet dahin mit (Mobilfunk/UMTS-Empfang oder ein offenes WLAN ist dann allerdings Voraussetzung). Sie können übrigens auch gerne in Begleitung von Helmut Markwort kommen, der offenbar auch einen gewissen Nachholbedarf bei der Beurteilung von Medienqualität im Internet jenseits der Online-Auftritte von Großverlagshäusern hat.

Dieses Angebot halte ich bis zum ersten Spieltag der Bundesliga-Saison 2009/2010 aufrecht (d.h. bis zum 7. August 2009). Ich freue mich, von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

Probek (Kontakt)

PS: Hach, das Internet. Vergisst ja so schnell nix, hier z.B. sagt Uli Hoeneß selbst (ab Minute 8:45), dass er ganz scharf darauf ist, den Umgang mit Computern zu lernen – und darin eigentlich bis Ende 2008 fit sein wollte. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er das noch nicht geschafft hat, lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen.

15 Gedanken zu „Ein Seminar für Uli Hoeneß“

  1. Herrliches Fundstück! Deutschland, eine Internet-Provinz. Gottseidank gibts ja noch die gründlichen alten Medien, die ja gerade im Sport sehr sauber arbeiten. #Journalist im Aufsichtsrat

  2. Ach, der Uli hat doch noch nicht mal eine eigene E-Mail-Adresse. Zumindest keine, die er selbst abrufen würde. Ich meine, das irgendwo mal gelesen zu haben. Aber so ist das mit dem Internet. Man liest irgendwo irgendwas, vergisst, was, wo und wie man das gelesen hat und schreibt es an anderer Stelle dennoch auf. Ich kann mich also irren und dann handelt es sich um ein Versehen meinerseits, für das ich mich aber nicht entschuldige. Zumindest nicht vorab. Uli kann mir nach eurem Seminar ja gerne mal eine selbst verfasste E-Mail zukommen lassen…

  3. Jetzt hat also dieses Internet die Pflicht, sich zu rechtfertigen, weil der Uli Hoeneß solche Behauptungen ins Rundfunk-(bzw. via probek ins Inter-)Netz gestellt hat, ohne sie zu begründen. Während es Herrn Hoeneß schon nicht mehr interessiert.

    Ach ja: wird’s einen Livestream des Seminars geben?

  4. Komisch irgendwie – denn ausgerechnet Herr Hoeneß blickt ja so ungern zurück in die Vergangenheit – und hat den Blick immer nach vorn gerichtet (Stichwort: Bayern-Museum).
    In Sachen Internet ist er dann eben doch noch etwas altbacken. Hoffen wir, dass er sich die 60 Minuten Zeit nimmt.

  5. wird’s einen Livestream des Seminars geben?

    Falls das Seminar zustande kommt (das Angebot ist ja ein ernsthaftes) wird es sicherlich dokumentiert. Ob aber ein Livestream die richtige Form wäre, wage ich zu bezweifeln.

  6. Wer etwas ins Internet stellt (?) muss es nicht begründen?
    Diesen Sachverhalt als solches fasste man vor dem Internet unter den Lettern B, I, L und D zusammen. Da kommentiert der Kaiser, warum kommentiert er nicht “im Internet”? Und wo kann man das Internet eigentlich abonnieren?

    Probek, ich geb Dir Recht: Medienkompetenz tut in der Säbener dringend Not! Erstrecht, wenn der Hauptsponsor Internetzugänge verhökert… und im Gegensatz zu den Organen des Vereins das “Web zwopunktnull” versteht (ja, sogar den Dialog sucht, s. Hannover-Spiel)

  7. “Jeder Narr” kann natürlich auch in anderen Medien, wie Zeitungen und dem Fernsehen, einen Riesennonsens verbreiten – und das schon seit Jahrzehnten. Und so etwas ist meist weit unreflektierter als die Dinge, die man so im Internet findet.

  8. Ich bin begeistert, vor allem musste ich nach den ersten Zeilen oben sofort an die Sponsoren-Pressekonferenz denken, als der Uli versprochen hat, im Umgang mit der Technik ein Profi zu werden, und zwar bis zum Ende des Jahres…
    Und jetzt hat er immer noch Angst ;-)

  9. Auch ein schöner Moment: Franz Beckenbauer auf Premiere nach der Konferenz gestern:
    (sinngemäß aus dem Kopf zitiert)
    Delling: “Aber wenn man da mal sauber nachrecherchiert…”
    Beckenbauer: “Ach, wer macht das denn heutzutage noch?”
    Delling: “Wir!”

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