Gestern, im Stadion

Ein Tondokument. Vom zweiten Tor gibt es leider keinen Mitschnitt, ich war abgelenkt.

Noch was: mehr zum Spiel sagen ich (und André) in der von Max-Jacob Ost betreuten Blogschau von Spox.com. Die ist immer sehr lesenswert, heute aber besonders ((Wenn wohl auch nicht unbedingt für alle, die bei Spox die Blogschau kommentieren … dort wurde das Interview als “überflüssig”, “langweilig”, “kindisch” oder gar als Satire angesehen – und die Interviewten als “übermütige Erfolgsfans”. Nun ja. Ich fand und find es gut.)).

9 Gedanken zu „Gestern, im Stadion“

  1. Arrgh. Das hat mich gestern schon bei der Ãœbertragung im Fernsehen genervt, weil es so deutlich zu hören war. Wieso muss ein Stadionsprecher das offensichtliche so herumschreien (Toooooooooooooooooooooorr)? Warum wird in den Jubel gleich irgendeine Musik gespielt, so dass man von der Massenekstase gar nichts mitbekommt? Warum wird der Name des Torschützen mehrfach wiederholt? Und zu allerletzt: Ist sowohl dem Stadionsprecher als auch den Zuschauern gar nichts peinlich? Wieso wird dieses Kasperletheater von “Bitte!” und “Danke!” aufgeführt? Dein Empfinden und das der Dich umgebenden Zuschauer beim Tor von Ribéry wird leider nicht transportiert. Alles, was man hören kann, ist Stadionregie.

  2. Ob das ein großer Sieg war, wie von dir bei Spox gesagt, zeigt sich nächste Woche. Es war zumindest eine sehr, sehr ordentliche Leistung, die unserem Stern des Südens international mal wieder ein bisschen mehr Respekt entgegenkommen lässt.

  3. @Sebastian: Zuletzt mal Bundesliga im TV gesehen? So in den letzten Jahren? Nicht? Na dann hast Du die Eventisierung des Fußball wohl nicht mitbekommen.

    Und nicht nur beim FC Bayern will ich noch hinzufügen…

  4. @bunki:
    Ein großer Sieg war es in jedem Fall – egal, wie das Rückspiel ausgeht. Musst einfach nur auf das hören, was man in dem Moment des Olic-Tores empfinden konnte. Und groß war er auch deswegen, weil nur die wenigsten überhaupt mit einem Bayernsieg gerechnet haben. Auch die Buchmacher nicht.

    @Sebastian et al.:
    Zeichen der Zeit, Preis des Erfolgs, Eventkulturauswüchse etc. pp. Ich gehe trotzdem ins Stadion. Und kann es, so wie gestern, immer noch genießen. Für von der Stadionregie unverfälschte (oder besser: unbeeinflusste) Emotionen gehe ich ansonsten ins Grünwalder.

    Abgesehen davon – und was das Stadionerlebnis auch ausmacht (und meine Szene des Spiels ist, die so nie wieder zu sehen sein wird): die mehr als feuchten Augen meiner Stadionnachbarin nach dem 2:1.

  5. @all wäre ja noch schlimmer, wenn man sich deshalb von einem Stadionbesuch abhalten lassen würde. Mir tat es eigentlich für Probek leid, der mit seinem Mitschnitt zwar eigene Empfindungen vom Spiel aktivieren aber keine bei anderen zu wecken vermag.

    @breitnigge Bundesliga im TV? Nein, schaue ich mir tatsächlich eher selten an. Habe ein Herthaspiel gesehen, wo mich etwas Ähnliches genervt hat. Aber was den Eventcharakter betrifft, steht meine momentane Heimat, die zweite Liga, dem auch nicht nach.

    Es gibt zwei Dinge über die ich bei der Inszenierung (auch eine puristische Stadionregie ist Inszenierung) nachdenke: Wer hält eigentlich wen für dümmer? Wenn alles durchchoreographiert ist, bleiben die freien unkontrollierten Gefühle auf der Strecke. Wozu sollte man dann noch ins Stadion gehen?

  6. Wozu man ins Stadion gehen sollte? Darf ich das auf den Kern reduzieren? Auch wenn ich hier von mir reden muss: nur, um ein Fußballspiel zu sehen. Und zwar so, wie ich es am besten selbst beurteilen und genießen kann, wie es mir am meisten Spaß macht: unmittelbar, mit eigenen Augen, ohne durch TV-Regie oder TV-Kommentar geführt bzw. abgelenkt zu werden. Wenn dann zufällig noch meine Gefühle im Stadion von vielen anderen geteilt werden, ist das ein schönes Erlebnis. Aber für mich nicht der ausschlaggebende Grund, warum ich ins Stadion gehe.

    Das Drumherum, nein alles drumherum ist nur Nebensache für mich, nicht das Wichtigste. Und zum drumherum gehört nicht nur der Stadionsprecher oder die Musik. Sondern auch das, was gemeinhin unter Stimmung oder gar Stimmungsmache durch das Publikum läuft. Will sagen: ich hätte den Kick gestern auch genossen, wenn ich der einzige Zuschauer in einer ansonsten leeren Arena gewesen wäre.

    Nicht, dass ich das jetzt besser fände, allein in einem 66.000er-Stadion einem Spiel zuzusehen. Aber, um das Beispiel zu verdeutlichen: ich könnte auf den Rest des Publikums (und damit den weitaus größten Teil der Stimmung) zur Not verzichten. Auf das Spiel und den Stadionbesuch selbst nicht.

  7. @Sebastian: Iss scho recht. Ich dachte nur, Dir wäre das gestern beim FCB zum ersten Mal aufgefallen. ‘Wollte nur drauf hinweisen, dass das inzwischen flächendeckend geschieht – ob man das gut findet oder nicht…

    Persönlich nervt mich sowas genauso wie die Dauergesänge der Ultras, die so gar nichts mit dem Spiel und seinen Emotionen und Situationen zu tun haben. Von daher sind wir eigentlich beieinander…

  8. Nabend. Eine etwas unpassende Frage aber wie kann ich diesen Blog zu meinem Google Feedreader hinzufuegen? Finde keinen Link. Auf jedenfall ein toller Beitrag.

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