„Darüberhinaus haben wir leider keine weiteren Kapazitäten“

Von: Media FC Bayern München
Gesendet: Freitag, 26. November 2010 16:53
An: probek@gmail.com
Betreff: Akkreditierung JHV 2010

Sehr geehrter Herr L.,

vielen Dank für Ihre Anfrage und dem damit entgegen gebrachten Interesse 
über unsere Jahreshauptversammlung zu berichten. Leider muss ich Ihnen 
jedoch mitteilen, dass wir Ihnen keine Akkreditierung ausstellen können.
Die Presseplätze sind begrenzt und daher nur hauptberuflichen Journalisten 
vorbehalten.
Darüberhinaus haben wir leider keine weiteren Kapazitäten.

Ich bedauere es Ihnen diese Mitteilung machen zu müssen und hoffe ein wenig
auf Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen,
Holger Q.

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: probek [mailto:probek@gmail.com]
Gesendet: Donnerstag, 11. November 2010 16:12
An: Media FC Bayern München
Betreff: Akkreditierung JHV 2010

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Pressestelle des FC Bayern,

ich betreibe unter der URL

www.probek.net

einen Blog, in dem ich durchaus gelegentlich mal über meinen Verein (ich
bin Mitglied und Jahreskartenbesitzer des FCB) schreibe. Das habe ich zum
Beispiel auch bei der letzten Jahreshauptversammlung gemacht:

http://www.probek.net/2009/11/27/liveblog-fc-bayern-ev-jhv-2009/

und beabsichtige, es dieses Jahr wieder zu tun. Da es mir im letzten Jahr
nicht möglich war, mich zu akkreditieren, möchte ich das dieses Mal
rechtzeitig tun und bitte um eine Akkreditierung zur kommenden
Jahreshauptversammlung des Vereins. Unter anderem auch, weil ich Fragen zur
Netzanbindung vor Ort (WLAN oder UMTS? Steckdosen für den Laptop?) bzw.
dazu habe, ob man die an dem Tag verschickten Pressemitteilungen (mit den
Bilanzzahlen) vorab haben kann.

Freundliche Grüße

Kai L.* (alias "Probek" auf www.probek.net)

Adresse:
*

Telefon:
*

--
* in der Mail selbstverständlich ausgeschrieben bzw. genannt

Wird spannend, am Dienstag. Vielleicht werden die obigen Fragen wenigstens vor Ort beantwortet.

Update (29.11.2010)
Ich habe noch mal eine Mail an den FCB geschickt:

Von: probek [mailto:probek@gmail.com]
Gesendet: Sonntag, 28. November 2010 19:55
An: Media FC Bayern München
Betreff: Re: Akkreditierung JHV 2010 

Sehr geehrter Herr Q.,

vielen Dank für ihre Antwort, auch wenn sie nicht so positiv ausfällt. 
Schade. Mir geht's aber gar nicht so sehr darum, der Presse einen 
Sitzplatz in der Olympiahalle wegzunehmen, sondern vorab 
zu klären, wie ich berichten kann*.

Irgendeine Chance, auf ihrem (E-Mail-)Presseverteiler zu landen 
oder zumindest an die Pressemitteilung zu kommen, die wohl am 
Dienstag parallel (oder vorab?) zur Verkündung der Zahlen 
verschickt wird? Gibt's die vor Ort ausgedruckt? 
Mit oder ohne Sperrfrist?

Freundliche Grüße

Kai L.

*Siehe auch:

http://www.probek.net/?p=1006

Nachtrag (1.12.2010)

Begrenzte Kapazitäten

Foto der „begrenzten Kapazitäten“

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13 Reaktionen zu “„Darüberhinaus haben wir leider keine weiteren Kapazitäten“”

  1. Stefan

    Da könnt’ ja jeder kommen! Und was ist eigentlich dieses “Blog”?

  2. Tobias (Meine Saison)

    Dieses Internetz ist eben an allem Schuld, da braucht man sich das nicht auch noch in Form eines Bloggers ins Haus zu holen. Und für die schlechte Stimmung bist du auch verantwortlich!

    Finde ich trotzdem gut, dass du es versucht hast. Müsste man viel häufiger machen, bis vielleicht eines Tages bei einigen Vereinen die Vorurteile schwinden.

  3. Sebastian

    Ich kann die Argumentation des Vereins nachvollziehen. Aber das sollte Dich ja nicht daran hindern, trotzdem vor Ort zu arbeiten. Als Mitglied kommst Du ja trotzdem hinein.

    Kläre am besten vorher ab, was Du mitnehmen darfst (“Ich komme direkt von Arbeit und habe mein dienstliches Notebook dabei.”). Und vergiss nicht die Verteilersteckdose. Dann verabrede Dich mit einem Journalisten und stecke Dein Noteboook in eine Steckdose. Oder bei einem Lautsprecher oder einer Lampe (Deshalb Verteilersteckdose). Und gut ist. Auf Diskussionen, wer Journalist ist und wer nicht, würde ich mich nicht einlassen, da man diese mangels Kriterien nicht führen kann. Es geht deswegen immer um hauptberuflich oder nicht.

    Also kühlen Kopf bewahren, hauptebrufliche Journalisten als Verbündete suchen und gut ist es.

  4. PatschBella

    Den letzten Satz von Sebastian mal fett unterstreichen, gilt für alle Beteiligten. Verbündete werden, Ressourcen gemeinsam nutzen – darauf wird es hinaus laufen.

    Bis dato bleibt das Guerilla-bloggen (sorgt bestimmt für erhöhte digitale cred, oder wie die Kids das heute nennen)

    Der FC Bayern ist aus Kommunikationssicht ein extrem traditionelles Unternehmen und es wird noch ein bisschen Wasser die Isar runter laufen, bis man dort “social media” wirklich als Instrument und nutzbaren Kanal erkennt, aber ruhig weiter an die Holztore klopfen, anders lernen sie es nie.

  5. T0bstar

    Ich finde diese Distinktion “hauptberuflicher Journalist” sehr nett. In Deutschland ist auf Grund der Pressefreiheit die Berufsbezeichnung nicht geschützt, so dass sich theoretisch jeder von uns “Journalist” nennen kann. Ich könnte morgen Hartz IV anmelden und mir “freier Journalist” in den Pass schreiben und schon bin ich hauptberuflicher Journalist. Dann müsste man mir doch eigentlich eine Akkreditierung geben, oder?
    In Deutschland haben Blogger einen schweren Stand. Ich kenne außerhalb der Videospiel- und e-sport-szene keine positiven Beispiele, was Akkreditierung angeht. Ich frage mich, wie lange es noch dauert bis sich diese ideologische Blende endlich löst.

  6. Sebastian

    @t0bstar Muss Dir im Punkt der fehlenden positiven Beispiele widersprechen. Wir haben durchweg positive Erfahrung bei den Akkreditierungen erfahren. Klubs fast egal. Ligen: ab zweiter Liga abwärts und DFB-Pokal. Man muss es nur wollen und die Kapazitäten müssen vorhanden sein. Der entscheidende Punkt: Es ist enorm zeitaufwendig.

  7. T0bstar

    @Sebastian: Im Bereich 2. Liga und DFB Pokal kenne ich mich nicht so aus, tut mir Leid, wenn ich da Mist erzählt habe. Ich kenne aber genug Gegenbeispiele aus Verwaltung & Politik, wo man nicht weit kommt. Und auch im Fußball kann ich mir vorstellen, dass ab einer bestimmten Höhe einfach Schluss für Blogger ist, spätestens bei Bundesliga.

  8. zechbauer

    Ich verstehe diesen Post nicht. Und? Fühlst Du Dich als Blogger jetzt diskreditiert, statt akkreditiert?

  9. Probek

    @Zechbauer
    Was verstehst du denn nicht? Der ist doch auf Deutsch? Und er dokumentiert. Wie ich mich fühle? Leider nicht schlauer als zuvor.

  10. Probek

    Interessant, was das Offenlegen meines gescheiterten Akkreditierungs-Antrags so alles an Reaktionen hervorruft. Hat sich gelohnt, schon allein deshalb.

    Ich sage noch mal was dazu:

    Als FCB-Mitglied kann und werde ich an der Hauptversammlung des Vereins teilnehmen. Ich hätte nur gerne (und eher als letztesmal) gewusst, ob und wie ich von der Veranstaltung berichten kann.

    Die Akkreditierung sollte mir also die Arbeit (des Livebloggens von der Jahreshauptversammlung meines Vereins) erleichtern und klären, ob und wie ich arbeiten kann (bestreitet hier einer, dass das Arbeit ist? Wage ja gar nicht, das journalistische Arbeit zu nennen. Wo kämen wir denn da hin …). Bei der letzten Versammlung ist mir tatsächlich der Akku des Netbooks leer gelaufen und erst nach einer etwas chaotischen Steckdosen-Suche konnte ich weiter bloggen. Und dann hatte ich noch das Problem, die auf der Versammlung mündlich verkündeten Bilanzzahlen, die nur kurz auch auf einer weit entfernten Leinwand abgebildet wurden, korrekt wiederzugeben.

    Beide Probleme habe ich wohl dieses Mal auch (immer vorausgesetzt, es gibt in der Olympiahalle überhaupt ein Netz!) und ich wollte mir das einfach ersparen bzw. im Vorfeld klären, was geht. Daher die Akkreditierungsanfrage — und eine Mail, in der o.g. Fragen stehen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  11. Probek

    Eins noch:

    @Sebastian

    ”Ich komme direkt von Arbeit und habe mein dienstliches Notebook dabei.”

    Das werde ich sicher nicht sagen. Warum sollte ich lügen?

    Also kühlen Kopf bewahren, hauptberufliche Journalisten als Verbündete suchen und gut ist es.

    So sehr ich das schätze (und entsprechende Angebote auch gerne annehme!): darum geht es nicht. Mir geht es nicht darum, mir irgendwas zu erschleichen oder etwas machen zu können, weil mir ein Dritter wohlwollend ist oder Brosamen anbietet. Ich wollte und will etwas von dem Unternehmen bzw. von meinem Verein, nicht von den dort auch anwesenden Journalisten. Ich bin dort, ebenso wie die, als Berichterstatter und wollte mir die Berichterstattung erleichtern. Diese Arbeit kann dann das Berichtsobjekt (in diesem Fall der Veranstalter) erleichtern — oder eben nicht.

  12. Sebastian

    Mir ging es darum, dass Du das Problem gelöst bekommst. Wenn Du aber in der Sache etwas erreichen willst, also ernstgenommen werden möchtest. Und darum geht es ja, wenn Du zum Beispiel die korrekten Zahlen widergeben möchtest. Dann kann ich Dir nur empfehlen, Dich einmal persönlich bei Markus Hörwick vorzustellen. Denn ich glaube sehr ernsthaft, dass die Presseabteilung bei den Bayern bestimmt viele Anfragen bekommt. Dabei die richtigen ehrauszufiltern ist sicherlich nicht einfach. Da hilft der persönliche Kontakt sicher.

  13. Probek

    Ein pragmatischer Ansatz, sicher berechtigt, vielleicht sogar sinnvoll. Ich habe aber keine Ahnung (oder wenn, eine schlechte), ob ich zu den “richtigen” gehöre. Geht es nach o.g. Antwort (und der Meinung einiger hauptberuflicher Journalisten, aber auch von Bloggern bzw. Bloglesern), gehöre ich als “Fan mit Blog” eh nicht zum erlauchten Kreis der Akkreditierungswürdigen. Diese offenbar niedere Herkunft müsste ich beim persönlichen Kontakt auch zugeben, glaube also kaum, dass das was änderte.