Mein 11. September 2001

Das zweite Flugzeug habe ich live gesehen. Ich war zu Hause, hatte erfahren, dass ein Flugzeug ins World Trade Center eingeschlagen war, und den Fernseher angemacht. Dort war der eine Turm zu sehen, im Rauch, brennend.

Dann flog das zweite Flugzeug in den zweiten Turm. Der Terror landete endgültig in meinem Wohnzimmer; ein paar tausend Kilometer entfernt, aber näher konnte er kaum kommen. Die Welt war schlagartig eine andere und blieb es, bis heute.

Es gibt kein Ereignis, das ich als Zeitgenosse miterleben musste, was mich wütender macht. Keinen Terrorakt, der mich ohnmächtiger hinterließ. Und keinen, der mir näher geht.

Nicht, weil ich Freunde an der TU Hamburg Harburg hatte, die ich besuchte, Parties feierte, zu Zeiten, als auch Mohammed Atta dort studierte. Nicht, weil ich bei einem Besuch in New York auch oben im World Trade Center stand, ein paar Jahre nach dem ersten Anschlag, das Gebäude und die Aussicht genießend, beides gigantisch.

Es ging und geht mir nahe, weil ich mit dem Einschlag des zweiten Flugzeugs spürte: hier will jemand den westlichen Lebensstil angreifen. Meinen Lebensstil, meine Symbole, meine Freiheit. Menschenverachtend, so brutal, wie es nur geht.

Ich werde den 11. September 2001 nie vergessen können. Ich kann nur hoffen, ähnliches nie wieder erleben zu müssen.