Die Lösung der Stimmungs-Probleme
Guido Schröter hat die Lösung aller bayerischen Stimmungs-Probleme gefunden: Fanatisch problematisch. Und die 20 Millionen für die hier haben wir auch noch.
Guido Schröter hat die Lösung aller bayerischen Stimmungs-Probleme gefunden: Fanatisch problematisch. Und die 20 Millionen für die hier haben wir auch noch.
Zu einem aktuellen Thema gibt es jetzt noch einen Brief, und wieder ist es ein offener, diesmal vom Club Nr. 12: Offener Brief an Karl-Heinz Rummenigge. Lesenswert ist auch der Vorspann, da steht u.a.:
Jeder weitere Tag, an dem Fans und Vereinsführung über die Presse statt im direkten und konstruktiven Dialog kommunizieren, vergrößert den bereits erheblichen Imageschaden für Verein und Fans.
(…)
Wie im Vorstand des FC Bayern arbeiten auch im Club Nr.12 Menschen, die auch Fehler machen. Deshalb freuen wir uns über konstruktive Kritik, gerade durch die Vereinsführung, die naturgemäß zu vielen Angelegenheiten eine andere Perspektive hat. Konstruktive Kritik ermöglicht es, Fehler zu erkennen und abzustellen. Leider warten wir heute - drei Tage nach der Jahreshauptversammlung - immer noch auf diese konstruktive Kritik.
Zum Auftritt der AG-Vorstände bei der Vereinssitzung des FC Bayern München schreibt Michael Neudecker in der Frankfurter Rundschau:
“So tickt der FCB nun mal: Niemand steht über dem Verein, und der Verein sind Rummenigge und Hoeneß.”
[Herv. von mir]
Neudecker gibt damit einen Eindruck wieder, der sich mir in den letzten Jahren so auch vermittelt hat. Aber Rummenigge und Hoeneß irren.
Auch wenn der Verein seine Erfolge in den letzten Jahrzehnten zu einem guten Teil Hoeneß zu verdanken hat: niemand, auch nicht die beiden genannten, sind größer als der Verein, selbst wenn die Vorstände sich manchmal so aufführen. Alle Personen sind letztlich austauschbar, nicht nur die Fußballer und Fans, auch die Funktionäre. Hoeneß hat das übrigens selbst gesagt (”dann müsst Ihr Euch einen anderen Vorstand suchen”). Ja, und der Verein würde trotzdem weiter bestehen.
Nach den Vorfällen am Montag hat der Vorstand der AG in seinem offenen Brief geschrieben:
Wir wollen eine Gemeinschaft, eine Familie, die „Bayern-Familie“, die respektvoll miteinander umgeht.
Respekt im Umgang miteinander. Eine schöne Forderung, um so schöner, wenn auch der Vorstand sie erfüllen würde. Denn an Ihrem Respekt mangelt es, Herr Hoeneß und Herr Rummenigge, so läppisch manche Vorwürfe aus den Reihen der Mitglieder sein mögen. Und ohne Respekt zwischen Gesprächspartnern fällt es schwer, den anderen zu verstehen, was dann wiederum leicht zu Missverständnissen führt.
Wie schreiben Sie so schön: Wir sind Bayern. Ja, wir, nicht nur Ihr. Wäre schön, wenn Ihr Euch das manchmal auch bewusst macht.
[Angeregt durch André Zechbauer]
Disclaimer: Ich bin Vereinsmitglied, Jahreskartenbesitzer und Hauptversammlungs-Gänger des FC Bayern München, jeweils seit mehreren Jahren. Ein Fan bin ich schon seit ein paar Jahrzehnten. Und wem das hier noch nicht reicht, kann gerne auch beim Verschwender und bei Breitnigge nachschauen, da gibt’s noch mehr Meinung von mir.
Der stellvertretende Vorsitzende der FC Bayern München AG offenbart auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München e.V. – neben anderen Feindseligkeiten – auch eine gewisse Technikfeindlichkeit und will auf Ebay und Google verzichten.
Foto: Ecke Bolton
“Die Zuschauer haben das Recht auf die beste Mannschaft. Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann” (…) “Ich bin stocksauer. Es wäre ganz einfach gewesen, zu gewinnen und weiterzukommen.” [Quelle]
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, unmittelbar nach dem gestrigen 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Recht hat er, das war nach den unverständlichen Auswechslungen Hitzfelds ein verschenkter Sieg gegen biedere Engländer, die dann auch brav das Unentschieden in München als “eines der größten Resultate ihrer Geschichte” (sic!) feiern.
Schon die Aufstellung mit den bisherigen Bankdrückern van Buyten, Ottl und Podolski hatte darauf hingedeutet, dass der Trainer das Spiel dazu nutzen wollte, der zweiten Reihe der Bayern-Spieler ein Chance zu geben. Das ging trotz wackeliger Abwehr bis zur 60. Minute noch einigermaßen gut, weil Wirbelwind Ribéry und ein endlich treffender Podolski nach dem 0:1-Rückstand ein 2:1 rausgeschossen hatten. Warum Hitzfeld dann aber bei einer nur sehr knappen Führung ausgerechnet die bis dahin wichtigsten Bayern-Spieler auswechselte, bleibt auch am Tag danach selbst nach den Erklärungsversuchen des Trainers (s.u.) unverständlich.
Foto: Der einsame Olli II
Oliver Kahn, wieder genesen aber nicht Kapitän der Bayern, kam im Spiel gegen Eintracht Frankfurt angeblich auf neun Ballkontakte. Nicht einer davon war kritisch, es gab quasi keinen nennenswerten Angriff der Hessen. So wie die Eintracht kann man natürlich auch einen Punkt bei den Bayern holen, für die Frankfurter bleibt dennoch zu hoffen, dass sie nicht jedes Spiel mit der Taktik vom Samstag gestalten, mir persönlich wäre das ein wenig zu passiv. Und grausam mitanzuschauen.
Das Spiel wies etliche Parallelen zum Auftritt von Hannover 96 in der Arena auf, allein der Ausgang war ein anderer. Für weitere Informationen verweise ich auf die Zusammenfassung des Spiels aus Sicht eines Bayern-Fans und aus Frankfurter Sicht. Ich zitiere aus dem Bericht der Frankfurter:
Es folgten für den neutralen Zuschauer die wahrscheinlich grausamsten 90 Minuten dieser Sportart seit der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 eine Woche zuvor. Als Eintracht-Anhänger war es nicht weniger schlimm. Nicht, weil man etwas anderes erwartet hätte, sondern weil einem wieder einmal bewusst wurde, wie langsam so eine Spieluhr heruntertickt.
Ein bisschen hatte ich ihn in den letzten Spielen vermisst, den Franck Ribéry vom Anfang der Saison, der die Bayern-Fans ein ums andere Mal zum Verzücken brachte. Ich war schon drauf und dran, hinter den zuletzt nicht so berauschenden Vorstellungen des kleinen Franzosen einen Ess- und Trinkverzicht zu vermuten – da hat Ribéry am Sonntag im Spiel gegen Nürnberg eine Galavorstellung gezeigt, wie ich sie in dieser Form noch nicht erlebt habe. Ich habe sie in dieser Form vor allem noch deswegen nicht erlebt, weil ich mich nicht daran erinnern kann, dass das Publikum eines Bayern-Spiels einen eigenen Spieler nach seinen Aktionen auf dem Spielfeld mehrmals und während des Spiels mit stehenden Ovationen huldigt. Die Dynamik, die Wucht, die Chuzpe, mit der der Franzose in Zweikämpfe und Sprintduelle gehen kann, ist einfach phänomenal. Meine Lieblingsszene vom vergangenen Spieltag, nach der das Publikum in der Arena eine solche Ovation entgegengebracht hat, ist auch auf Video dokumentiert (s.u.). Auch wenn diese Aktion nicht von einem Tor gekrönt war, so war sie doch beispielhaft für das bärenstarke Spiel des Franzosen. Chapeau, Franck.
Bilanz der Bundesliga nach den ersten beiden Spieltagen in der Champions League: Sechs Spiele, fünf (!) Niederlagen (je zwei für Bremen und Stuttgart, eine für Schalke), nur ein Sieg (Schalke in Trondheim). Kai Pahl aka Dogfood schreibt in seinem Blog, dass Marcel Reif offenbar “die Stuttgarter im europäischen Schwanzlängenvergleich für ganz kleine Piepmänner” hält. Das ist mir fast noch zu schmeichelhaft – bisher haben in dieser Champions-League-Saison alle drei deutschen Vereine kleine Piepmänner, auch wenn Schalke immerhin in Norwegen gewinnen konnte. Hoffentlich machen es die Bayern im UEFA-Cup morgen besser, sonst sehe ich schwarz für die Fünf-Jahres-Wertung (Zwischenmeldung nach den heutigen Spielen: Deutschland immer noch Sechster, einen Platz hinter Rumänien).