Archiv für Fußball

Was erlaube Simon?

Unglaublich, welche Aussagen sich der Redaktionsleiter der ARD-Sportschau Sportchef des Westdeutschen Rundfunks (s.u.) über die Fanszene des FC Bayern erlaubt. Wäre ich bei der Aufzeichnung des Videos dabei gewesen, hätte man mich gehört – und Steffen Simons Aussagen wären nicht unwidersprochen geblieben. Abgesehen von den schwer erträglichen ersten zwei Minuten ist das folgende Video aber sehenswert, weil es das sehr interessante Urteil Mehmet Scholls über die Qualitäten von Toni Kroos enthält.

Video: Wir Elf - Talkrunde (Folge 14, 10:30 min) [via Ball-Blog.de]

Rekordverbesserungen, die keiner braucht

Fußballexperte des Tages: Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär

Die SPD ist heute von der Mitte so weit weg wie England von der Fußball-Weltmeisterschaft.

Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär, in einer Rede auf dem 21. Parteitag der CDU in Hannover. Lustigerweise ist im Manuskript der Rede von der EM die Rede, vorgetragen hat Herr Pofalla aber einen WM-Vergleich.

[via Kuchenblog]

“Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt”

Ich erzähle Ihnen jetzt etwas, was mir schwerfällt und ich vielleicht bereuen werde. Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an Fakten hält, wird es schwierig.

Andreas Frege, bekannter als “Campino” von der Schlagerpunkgruppe “Tote Hosen”, im Sportgespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Interessant auch die Meinung Campinos zu Hoeneß’ Wutausbruch.

Offene Briefwochen: Schickeria und Club Nr. 12 legen nach

Jetzt hat auch die Schickeria einen offenen Brief geschrieben (Adressat: Uli Hoeneß). Damit sind in zwei Wochen in Sachen FC Bayern, die Stimmung im Stadion, seine Fans und die Gewaltbereitschaft von Club Nr. 12 und Schickeria jetzt mindestens drei offene Briefe geschrieben worden, bei lockerer Zählung kommen sogar noch ein paar mehr zusammen. Zum Thema hat auch der Club Nr. 12 heute noch eine sehr lesenwerte Erklärung nachgelegt, Zitat:

Im Interesse unseres FC Bayern München appellieren wir hiermit an alle Bayernfans, egal welche Meinung sie sich zu den Geschehnissen der letzen zwei Wochen gebildet haben, zur Besonnenheit beim morgigen Heimspiel (…)

Wir haben in den vergangenen zwei Wochen versucht, uns so weit wie möglich aus der öffentlichen Diskussion herauszuhalten. Wir vertreten die Auffassung, dass es für das Ansehen des FC Bayern München nicht förderlich ist, Meinungsverschiedenheiten über die Medien auszutragen, insbesondere dann, wenn bereits Termine für klärende Gespräche vereinbart sind. Leider blieben dadurch viele der haltlosen Vorwürfe aus dem Blickwinkel der breiten Öffentlichkeit im Raum stehen, und der Ruf des Club Nr. 12 wurde nachhaltig beschädigt. Wir werden versuchen dies in den nächsten Wochen zurecht zu rücken, sind uns aber bewusst, dass unabhängig davon immer etwas “hängen bleiben” wird.

Hoffentlich hilft die Erklärung des Club Nr. 12, die vergiftete Stimmung zu entspannen. Auch der Vereinsvorstand rudert ja inzwischen endlich ein wenig zurück, auch wenn auf der Website des FC Bayern, z.B. unter dem aktuellen Interview mit Karl-Heinz Rummenigge, die Grundvorwürfe von Hoeneß an die Fangruppierungen (”Diese Gruppen wollen mehr Macht und Einfluss haben, die gesamte Kontrolle über die Südkurve“) immer noch verlinkt – und damit offensichtlich aufrecht erhalten werden.

Offener Brief an Karl-Heinz Rummenigge

Zu einem aktuellen Thema gibt es jetzt noch einen Brief, und wieder ist es ein offener, diesmal vom Club Nr. 12: Offener Brief an Karl-Heinz Rummenigge. Lesenswert ist auch der Vorspann, da steht u.a.:

Jeder weitere Tag, an dem Fans und Vereinsführung über die Presse statt im direkten und konstruktiven Dialog kommunizieren, vergrößert den bereits erheblichen Imageschaden für Verein und Fans.
(…)
Wie im Vorstand des FC Bayern arbeiten auch im Club Nr.12 Menschen, die auch Fehler machen. Deshalb freuen wir uns über konstruktive Kritik, gerade durch die Vereinsführung, die naturgemäß zu vielen Angelegenheiten eine andere Perspektive hat. Konstruktive Kritik ermöglicht es, Fehler zu erkennen und abzustellen. Leider warten wir heute - drei Tage nach der Jahreshauptversammlung - immer noch auf diese konstruktive Kritik.

Wir sind Bayern - Ein Kommentar

Zum Auftritt der AG-Vorstände bei der Vereinssitzung des FC Bayern München schreibt Michael Neudecker in der Frankfurter Rundschau:

“So tickt der FCB nun mal: Niemand steht über dem Verein, und der Verein sind Rummenigge und Hoeneß.
[Herv. von mir]

Neudecker gibt damit einen Eindruck wieder, der sich mir in den letzten Jahren so auch vermittelt hat. Aber Rummenigge und Hoeneß irren.

Auch wenn der Verein seine Erfolge in den letzten Jahrzehnten zu einem guten Teil Hoeneß zu verdanken hat: niemand, auch nicht die beiden genannten, sind größer als der Verein, selbst wenn die Vorstände sich manchmal so aufführen. Alle Personen sind letztlich austauschbar, nicht nur die Fußballer und Fans, auch die Funktionäre. Hoeneß hat das übrigens selbst gesagt (”dann müsst Ihr Euch einen anderen Vorstand suchen”). Ja, und der Verein würde trotzdem weiter bestehen.

Nach den Vorfällen am Montag hat der Vorstand der AG in seinem offenen Brief geschrieben:

Wir wollen eine Gemeinschaft, eine Familie, die „Bayern-Familie“, die respektvoll miteinander umgeht.

Respekt im Umgang miteinander. Eine schöne Forderung, um so schöner, wenn auch der Vorstand sie erfüllen würde. Denn an Ihrem Respekt mangelt es, Herr Hoeneß und Herr Rummenigge, so läppisch manche Vorwürfe aus den Reihen der Mitglieder sein mögen. Und ohne Respekt zwischen Gesprächspartnern fällt es schwer, den anderen zu verstehen, was dann wiederum leicht zu Missverständnissen führt.

Wie schreiben Sie so schön: Wir sind Bayern. Ja, wir, nicht nur Ihr. Wäre schön, wenn Ihr Euch das manchmal auch bewusst macht.

[Angeregt durch André Zechbauer]

Disclaimer: Ich bin Vereinsmitglied, Jahreskartenbesitzer und Hauptversammlungs-Gänger des FC Bayern München, jeweils seit mehreren Jahren. Ein Fan bin ich schon seit ein paar Jahrzehnten. Und wem das hier noch nicht reicht, kann gerne auch beim Verschwender und bei Breitnigge nachschauen, da gibt’s noch mehr Meinung von mir.

Nieder mit Ebay und Google! [Update 6 - Presseschau ergänzt]

Der stellvertretende Vorsitzende der FC Bayern München AG offenbart auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München e.V. – neben anderen Feindseligkeiten – auch eine gewisse Technikfeindlichkeit und will auf Ebay und Google verzichten.


Video: FC Bayern München Ausraster Hoeneß

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Wechselfehler

Ecke Bolton

Foto: Ecke Bolton

“Die Zuschauer haben das Recht auf die beste Mannschaft. Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann” (…) “Ich bin stocksauer. Es wäre ganz einfach gewesen, zu gewinnen und weiterzukommen.” [Quelle]

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, unmittelbar nach dem gestrigen 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Recht hat er, das war nach den unverständlichen Auswechslungen Hitzfelds ein verschenkter Sieg gegen biedere Engländer, die dann auch brav das Unentschieden in München als “eines der größten Resultate ihrer Geschichte” (sic!) feiern.

Schon die Aufstellung mit den bisherigen Bankdrückern van Buyten, Ottl und Podolski hatte darauf hingedeutet, dass der Trainer das Spiel dazu nutzen wollte, der zweiten Reihe der Bayern-Spieler ein Chance zu geben. Das ging trotz wackeliger Abwehr bis zur 60. Minute noch einigermaßen gut, weil Wirbelwind Ribéry und ein endlich treffender Podolski nach dem 0:1-Rückstand ein 2:1 rausgeschossen hatten. Warum Hitzfeld dann aber bei einer nur sehr knappen Führung ausgerechnet die bis dahin wichtigsten Bayern-Spieler auswechselte, bleibt auch am Tag danach selbst nach den Erklärungsversuchen des Trainers (s.u.) unverständlich.

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Die Einsamkeit des Torhüters in der Arena

Der einsame Olli II

Foto: Der einsame Olli II

Oliver Kahn, wieder genesen aber nicht Kapitän der Bayern, kam im Spiel gegen Eintracht Frankfurt angeblich auf neun Ballkontakte. Nicht einer davon war kritisch, es gab quasi keinen nennenswerten Angriff der Hessen. So wie die Eintracht kann man natürlich auch einen Punkt bei den Bayern holen, für die Frankfurter bleibt dennoch zu hoffen, dass sie nicht jedes Spiel mit der Taktik vom Samstag gestalten, mir persönlich wäre das ein wenig zu passiv. Und grausam mitanzuschauen.

Das Spiel wies etliche Parallelen zum Auftritt von Hannover 96 in der Arena auf, allein der Ausgang war ein anderer. Für weitere Informationen verweise ich auf die Zusammenfassung des Spiels aus Sicht eines Bayern-Fans und aus Frankfurter Sicht. Ich zitiere aus dem Bericht der Frankfurter:

Es folgten für den neutralen Zuschauer die wahrscheinlich grausamsten 90 Minuten dieser Sportart seit der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 eine Woche zuvor. Als Eintracht-Anhänger war es nicht weniger schlimm. Nicht, weil man etwas anderes erwartet hätte, sondern weil einem wieder einmal bewusst wurde, wie langsam so eine Spieluhr heruntertickt.

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