“Das deutsche Fernsehen steckt momentan in seiner größten Krise”

Ich liebe das Fernsehen, aber ich schalte es nicht mehr freiwillig ein.
(…)
Und da kommen wir zum zweiten großen Grundsatzproblem [des deutschen Fersehens], neben der Quotenhuldigung, und das ist, ich glaube vielleicht sogar noch wichtiger: Der Spaß am eigenen Medium. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich in der letzten Jahren einmal einen Redakteur traf, der auch nur ansatzweise Anzeichen dafür zeigte, dass ihm seine Arbeit wirklich selber Freude macht. Der darauf aus war, etwas zu verwirklichen, was er selber mögen würde.

Oliver Kalkofe in einer Brandrede (PDF) zum Zustand des deutschen Fernsehens, gehalten auf den Münchner Medientagen 2007.

Gefunden über DWDL.de, die eigentümlicherweise behaupten*, sie hätten die Brandrede** Kalkofes exklusiv***. Eigentümlich, denn über die Website der Medientage lässt sich ein qualitativ deutlich besserer (und deutlich längerer) Mitschnitt der Diskussionsrunde auch abrufen. Und hoffentlich auch noch nach Dienstag Abend.

*Hat sich inzwischen erledigt, vgl. den Kommentar von Thomas Lückerath.

**Die natürlich nicht Brandrede, sondern “Keynote” heißt, wir sind ja auf einem Kongress.

***Exklusiv wohl in dem Sinn, dass da jemand von DWDL ein Aufnahmegerät auf dem Tisch liegen hatte und genau diesen Mitschnitt inklusive Atmo dann exklusiv auf DWDL.de veröffentlicht hat (mit dem Zusatz, dass der “exklusive” Mitschnitt dann auch nur bis Dienstag Abend online abrufbar ist).

Wechselfehler

Ecke Bolton

Foto: Ecke Bolton

“Die Zuschauer haben das Recht auf die beste Mannschaft. Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann” (…) “Ich bin stocksauer. Es wäre ganz einfach gewesen, zu gewinnen und weiterzukommen.” [Quelle]

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, unmittelbar nach dem gestrigen 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Recht hat er, das war nach den unverständlichen Auswechslungen Hitzfelds ein verschenkter Sieg gegen biedere Engländer, die dann auch brav das Unentschieden in München als “eines der größten Resultate ihrer Geschichte” (sic!) feiern.

Schon die Aufstellung mit den bisherigen Bankdrückern van Buyten, Ottl und Podolski hatte darauf hingedeutet, dass der Trainer das Spiel dazu nutzen wollte, der zweiten Reihe der Bayern-Spieler ein Chance zu geben. Das ging trotz wackeliger Abwehr bis zur 60. Minute noch einigermaßen gut, weil Wirbelwind Ribéry und ein endlich treffender Podolski nach dem 0:1-Rückstand ein 2:1 rausgeschossen hatten. Warum Hitzfeld dann aber bei einer nur sehr knappen Führung ausgerechnet die bis dahin wichtigsten Bayern-Spieler auswechselte, bleibt auch am Tag danach selbst nach den Erklärungsversuchen des Trainers (s.u.) unverständlich.

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350 Millionen Euro Beraterhonorar

Dass Siemens eine richtig dicke Schmiergeld-Kasse hatte – nach Meldungen vom Donnerstag sind im Konzern inzwischen 1,3 Milliarden Euro an “zweifelhaften Zahlungen” entdeckt worden – kann ich mir ja noch einigermaßen vorstellen. Aber dass der Münchner Industriegigant allein im Jahr 2007 zur Aufdeckung des Skandals für externe Berater, Untersuchungen und Anti-Korruptionsmaßnahmen auch mal eben 347 Millionen Euro ausgegeben hat, übersteigt dann doch mein Vorstellungsvermögen.

NETZEITUNG: Siemens-Skandal erreicht Milliarden-Dimension

Die Einsamkeit des Torhüters in der Arena

Der einsame Olli II

Foto: Der einsame Olli II

Oliver Kahn, wieder genesen aber nicht Kapitän der Bayern, kam im Spiel gegen Eintracht Frankfurt angeblich auf neun Ballkontakte. Nicht einer davon war kritisch, es gab quasi keinen nennenswerten Angriff der Hessen. So wie die Eintracht kann man natürlich auch einen Punkt bei den Bayern holen, für die Frankfurter bleibt dennoch zu hoffen, dass sie nicht jedes Spiel mit der Taktik vom Samstag gestalten, mir persönlich wäre das ein wenig zu passiv. Und grausam mitanzuschauen.

Das Spiel wies etliche Parallelen zum Auftritt von Hannover 96 in der Arena auf, allein der Ausgang war ein anderer. Für weitere Informationen verweise ich auf die Zusammenfassung des Spiels aus Sicht eines Bayern-Fans und aus Frankfurter Sicht. Ich zitiere aus dem Bericht der Frankfurter:

Es folgten für den neutralen Zuschauer die wahrscheinlich grausamsten 90 Minuten dieser Sportart seit der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 eine Woche zuvor. Als Eintracht-Anhänger war es nicht weniger schlimm. Nicht, weil man etwas anderes erwartet hätte, sondern weil einem wieder einmal bewusst wurde, wie langsam so eine Spieluhr heruntertickt.

Statt eines Kommentars beim Kleriker

Liebe Leser,

nicht wundern, der folgende Text sollte eigentlich auf einer anderen Website als weiterer Kommentar in einer laufenden Diskussion zum Thema “Kinokultur” erscheinen. Da sich diese Website aber weigert, meine Kommentare so zu veröffentlichen, wie ich sie ins Kommentarfeld eingegeben habe (und ich das mehrmals erfolglos probiert habe), erscheint er jetzt hier. Es geht bei folgendem Kommentar um den Film “Ich spuck auf dein Grab” und die Motivation, sich solch einen Film anzusehen.

Wer also die Vorgeschiche der Diskussion verfolgen möchte, müsste zuerst diesen Blogeintrag lesen.

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Was zum Teufel ist “Jesussaft”?

Vorschlag von Filmstarts.de
Ausriss: Filmstarts.de

Meintest du vielleicht Jesussaft?

Vorschlag von Filmstarts.de, wenn man auf der Suche nach Informationen über den Film “Jesus Camp” ist. Den selbst vorschlagenen “Jesussaft” kennt Filmstarts.de übrigens auch nicht. Und warum dürfen die mich duzen? Kennen die mich?

Perlentaucher.de schreibt über “Jesus Camp”:

Der Film selbst ist ein Dokumentar-Wischi-Waschi mit suggestivem Soundtrack und halbsubtiler Pseudo-Neutralität. Daran, dass die Einblicke, die einem “Jesus Camp” gewährt, interessant sind, ändert das nichts. Was man zu sehen bekommt, ist astreine Indoktrination, bedingungsloses Einschwören der Kinder auf die Wahrheit, die die Erwachsenen mit Löffeln gefressen haben.

Fazit des Rezensenten:

Es ist eine Welt, in der die leiseste Spur kritischen Denkens methodisch ausgelöscht wird. Und zwar, da von Kindesbeinen an, an der Wurzel. Mithin: ein Horrorfilm, eine Körperfresser-Variation.

Wer sich jetzt als Münchner für den Film bzw. das Filmfestival interessiert, in dessen Rahmen der Film läuft, braucht allerdings ein wenig Geduld, denn erst im März 2008 macht das Festival “Über morgen” Halt in der bayerischen Landeshauptstadt. Für die, die nicht so lange warten mögen: es gibt noch ein paar andere Städte, in denen der Film vorher zu sehen ist.

Filmrätselstöckchen 581

Web 2.0 erklärt

Dietmar Wischmeyer, eine Humorikone meiner Heimat und meiner Jugend (ich habe meine Eltern immer gezwungen, zum gemeinsamen Sonntagsfrühstück das Frühstyxradio zu hören), erklärt das Web Zwei Punkt Null in 30 Sekunden.

[via Allesaussersport.de, leider zu spät für den Mitschnitt entdeckt. Und mit Dank an Blogdesk, das für diesen Eintrag benutzt wurde]

Ganz kleine Piepmänner III

Der FC Bayern hatte im Uefa Cup deutlich höhere Zuschauerzahlen als Sat.1 mit der Übertragung der Champions League-Spiele von Bremen, Schalke und Stuttgart (DWDL).

Piepmänner I und II

Filmrätselstöckchen 566

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