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Trainer Baade im Clinch mit Jako

Freitag, den 4. September 2009

Eine kleine, leider alltägliche Geschichte: Ein Blogger schreibt etwas ins Internet, eine Firma regt sich darüber auf und beauftragt, anstatt die Sache mit dem Blogger zu klären, eine Anwaltskanzlei, dagegen vorzugehen. Die Anwälte mahnen den Blogger kostenpflichtig ab, die unerwünschte Äußerung zu entfernen, und der nimmt den Text aus dem Blog und zahlt zähneknirschend den geforderten Betrag, sagen wir mal 1.000 Euro, um ein Gerichtsverfahren zu vermeiden. So weit, so schlecht, so alltäglich.

So hätte es auch im Fall des Fußballbloggers „Trainer Baade“ und des Trikotherstellers Jako laufen können, als Baade einige deftige Worte über das neue Logo von Jako verlor. Ist es aber nicht. Denn Jako regt sich über seine Anwälte weiter darüber auf, dass irgendwo im Internet noch Bruchstücke von dem Text zu finden sind, den Baade längst gelöscht hat. Und fordert jetzt, inklusive einiger Anwaltshonorare, rund 7.000 Euro vom Blogger. Das wird dem zuviel und was nun folgt, ist ein Lehrstück dafür, wie man mit Kritik im Internet nicht umgehen sollte.

Denn jetzt bekommen andere Blogger mit, wie Jako mit dem Blogger verfährt – und laufen Sturm. Nach zwei Tagen finden sich im Netz hunderte kritische Artikel zu Jako, täglich werden es mehr – und vieles, was zu lesen ist, ist weit schlimmer als das, was Baade ursprünglich schrieb. Ein Schaden, der sich mit einem simplen Telefonanruf hätte vermeiden lassen.

Erst Donnerstagabend, nach drei Tagen Netzaufruhr, regt sich Jako ein bisschen und verspricht Entgegenkommen. Warum es so weit kommen musste? Man weiß es nicht. Gewinner gibt es keine mehr. ((der letzte Absatz wurde noch gestern Abend geändert, nachdem Jako mit einer Pressemitteilung rauskam))

(Dieser Artikel bzw. Kommentar zur Jako-Geschichte erschien ursprünglich auf Abendzeitung.de ((mit Foto des Autoren!)) und in der gedruckten „Abendzeitung“ vom 4. September 2009; heute schriebe ich ihn etwas anders, aber nun gut ((ist ja auch Print, da geht editieren einen Tick schwieriger)))

Nachtrag

(mehr …)

Klinsmanns neue Kleider*

Sonntag, den 5. Oktober 2008

Elf Spiele gab es bisher für den FC Bayern in dieser Saison. Zu wenige, um die Arbeit des neuen Trainers detailliert zu beurteilen. Hundert Tage Schonfrist sind für neue Amtsinhaber üblich, danach sollte man ein fundierteres Urteil abgeben können. Die 100 Tage Klinsmanns sind am 18. November 2008 vorbei, wie ich kürzlich schrieb.

Oder man rechnet anders. Ab Amtsantritt, zum Beispiel. Dann wären die hundert Tage am 9. Oktober 2008 vorbei. Da bis Donnerstag kein weiteres Bayernspiel anliegt, kann ich also genauso gut jetzt schon mal räsonieren.

Klinsmann hat im Verein eine Aufbruchstimmung erzeugt, er hat fast alles neu machen wollen – und auch neu gemacht (Trainingsteam, Trainingsmethoden und -umgebung, Taktik, Mannschaftsaufstellung, Rotation usw.). Was hat er bis jetzt mit einem (im Vergleich zur Vorsaison) praktisch identischen Kader erreicht?

Zwei überzeugende Spiele in der Bundesliga (gegen Berlin und Köln), zwei mittelprächtige (gegen Hamburg und Dortmund) und drei katastrophale Spiele (gegen Bremen, Hannover und Bochum). Ergibt für den FC Bayern in der Bundesliga den schlechtesten Saisonstart seit Menschengedenken und elf Gegentore in vier Heimspielen. Das nenne ich blamabel.

Im DFB-Pokal gab es einen glücklichen Sieg gegen einen Drittligisten und einen glanzloser Sieg gegen einen Zweitligisten. In der Champions League gab es zum Auftakt einen glücklichen Auswärtssieg und ein gerechtes Unentschieden im ersten Heimspiel. Das nenne ich durchwachsen.

Soweit die sportliche Bilanz der ersten hundert Tage von Jürgen Klinsmann. Die nenne ich beschissen.

Außerdem gibt es alles andere als eine eingespielte Mannschaft, merkwürdige Aufstellungen und Auswechslungen, die (unverständliche und sportlich fatale) Demontage des Mannschaftskapitäns, einen Auszubildenden im Tor, einen Auszubildenden auf der Trainerbank, eine katastrophale Abwehr, fehlende Kreativität im Mittelfeld, Stürmer, die nicht treffen und ein skeptisches, zum Teil offen negatives Umfeld.

Vielleicht sollte ich mit der ersten Bilanz doch bis zum 18. November warten.

*Nachträge — eine Blogschau
Was schreiben die anderen? Zechbauer bewahrt die Ruhe, Yalcin bekommt vor Ärger nicht mehr als vier Sätze zusammen, Paule bittet um Geduld und sieht eine Kampagne am Werk, Elmarinho findet alles nicht so schlimm, Surfguard ist schlecht, aus einem Entwicklungsland meldet sich Philipp und prophezeit ein Scheitern Klinsmanns — und der Bayerntrainer selbst hofft, dass “so etwas nicht mehr vorkommt“. Meine Lieblingserklärung des Schlamassels kommt aber von jackylourdes.

Logisch, oder?

Donnerstag, den 2. Oktober 2008

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass bei ausnahmslos jeder Niederlage des FC Bayern in den den letzten fünf, ach was, fünfzehn Jahren, die Russenmafia ihre Hand im Spiel hatte. Wie sonst ließen sich Spiele wie gegen Hannover, Bremen, Zenit, Milan und Vestenbergsgreuth erklären? Das ging doch niemals mit rechten Dingen zu!!!

Den Crash vermieden

Mittwoch, den 1. Oktober 2008

Gedanken zum FC Bayern nach dem Spiel gegen Lyon

Nach zwei Niederlagen in den letzten drei Spielen ist ein Unentschieden immerhin ein leichter Aufwärtstrend; Befreiungsschläge sehen aber anders aus. Chancen für ein 2:1 hat es zwar gegeben, das 1:1 ist dennoch leistungsgerecht.

Das Unentschieden gegen Olympique Lyon spiegelt somit ganz gut den derzeitigen Zustand der Mannschaft wieder: man weiß nicht so genau, wo man steht, alles ist im Umbruch, zum Teil unnötigerweise – und man schlägt sich im Zweifel selbst.

Dass die personifizierte Torungefahr das Tor zum Ausgleich macht, ist aber eine schöne Pointe. Allerdings: wenn Zé Roberto in seiner Karriere auch noch Tore am Fließband geschossen hätte, spielte er längst nicht mehr für den FC Bayern und wäre einer der besten Spieler der Welt.

So kann man einen Kapitän auch demontieren: indem man ihn einfach nicht spielen lässt. Unnötigerweise, schlechter als Demichelis hätte Mark van Bommel kaum spielen können.

Überhaupt: selten habe ich jemand so um eine Auswechslung betteln sehen wie Demichelis – ohne dass er erhört wurde. Dafür hätte beinahe Lucio Gelb für eine Attacke auf den eigenen Mann gesehen, als er den Argentinier energisch darauf hinwies, doch etwas weniger lethargisch aufzutreten ((ich sehe gerade, dass die beiden das vor einem Jahr schon mal praktiziert haben)).

Auch deswegen ist es mir ein Rätsel, warum Klinsmann nicht zur Pause oder spätestens ab der 60. Minute van Bommel für Demichelis brachte. Demichelis hatte unter Hitzfeld schon einmal abseits des Platzes Arbeitsverweigerung betrieben, als er im Mittelfeld statt in der Innenverteidigung spielen sollte. Diesmal hat er auf dem Platz die Arbeit verweigert. Und das alles, obwohl mit van Bommel ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler auf der Bank saß.

Wieviele Freistöße und Ecken darf Bastian Schweinsteiger noch schießen, bevor es jemand macht, der das kann? Ich kann es nicht mehr ansehen, es ist einfach grausam. Dabei ist mit Massimo Oddo doch jemand im Kader, der dieses Handwerk beherrscht. Jeden Spieler jeden Tag besser machen – das Klinsmannsche Credo gilt offenbar nicht für Bastian Schweinsteiger. Und bis jetzt – leider – auch für keinen anderen Spieler.

Luca Toni könnte mal wieder ein Tor machen. Die Dinger, die er zur Zeit versiebt, hat er letzte Saison alle gemacht. Aber immer wieder eindrucksvoll, wie er Freistöße rausholt. So schön lässt sich kein anderer Spieler foulen.

So, das soll für heute reichen. Der angekündigte Blogbeitrag über Klinsmann …

… folgt spätestens am 18. November 2008. Dann sind 100 Tage seit dem ersten Pflichtspiel Klinsmanns vergangen, die Schonfrist gönne ich mir und ihm. Immer vorausgesetzt, er ist dann noch im Amt.

Nachtrag
Ein Foto vom Spiel ((eigentlich sind’s 22, die alle mit Autostitch zu einem einzigen Foto zusammengekleistert wurden)) — klicken macht’s übrigens groß.

FCB vs. Olympique Lyon, panorama shot (with a little help from autostitch.net)

Weitere Fotos vom Spiel, wie üblich, auf Flickr.

Nachtrag II
Sehr lesenswert: surfguard über die Idee, Demichelis statt van Bommel im Mittelfeld spielen zu lassen.

Man of the Match

Freitag, den 20. Juni 2008

Bastian
Foto: Bastian

Danke, Bastian. Das hatte ich nicht erwartet.

Vorher:

Bastian Schweinsteiger wird – als Mensch, als Fußballer nicht immer – von allen gemocht. Das ist in München beim FC Bayern so und bei der Nationalmannschaft ebenfalls. ((Dem Urteil über den Fußballer Schweinsteiger musste ich mich leider anschließen. Noch ein Zitat aus o.g. Artikel:

Auch aus Gründen der Fürsorge stellt der Verein trotz unbefriedigender Leistungsbilanz die Zusammenarbeit mit dem empfindsamen, irrlichternden Spieler nicht in Frage.

Aus rein sportlicher Sicht bedenklich – menschlich finde ich das aber sehr, sehr honorig. Und typisch für den FC Bayern. Vielleicht schafft es Bastian auch im Verein wieder, in die Spur zu kommen. Ich gönne es ihm. Dann rufe ich bald auch im Stadion bei Nennung seines Namens wieder “Fußballgott” und erinnere mich mit Freude an das erste Spiel, das ich von ihm live gesehen habe.))
Quelle

Nachher:

Selten ließ sich der Stimmungsumschwung so sehr an einem Spieler festmachen wie dieses Mal an – hier schnell ein gemeinsames “oléolé Superschweini” – Bastian Schweinsteiger.
Quelle

Bayernfans – eine Zitatesammlung

Sonntag, den 25. Mai 2008

Von den Anhängern des FC Bayern beispielsweise hat man noch nie gehört, dass es ihnen wichtig wäre, wo ihre Lieblinge spielen. Hauptsache sie gewinnen, und wenn die Arena auf einem Ödland bei Chemnitz stünde. Wer zum FC Bayern geht, möchte sich in der Regel einem Unternehmen mit Erfolgsgarantie zugehörig fühlen.
Wolfgang Görl (SZ, 23.5.2008)

Man kann Bayern-Anhänger sein, -Bewunderer, -Verehrer, -Unterstützer… – aber du kannst nicht Bayern-Fan sein, weil du die Gefühlswelt eines Fußballfans nie kennenlernen wirst.
Steffen Simon (Wir Elf, 29.11.2007)

Den Lieblingsverein Bayern sucht man sich hingegen aus wie aus einem Versandhauskatalog, weil er fürs investierte Geld die meisten Siege zu versprechen scheint. Bayernfans sind dazu verdonnert, niemals Leidensfähigkeit gelernt zu haben und dadurch mit einer „Leidenschaft Light“ ihrem Fansein nachzugehen, weil ihr Lieblingsverein ja bereits in einer handfesten Krise steckt, wenn er Dritter ist.
Arnd Zeigler (11 Freunde, 9.2.2008)

Der natürliche Grundzustand des Bayern-Anhängers ist also nicht Verzweiflung, das Gefühl der Ausweglosigkeit und Schwäche, sondern Bayern-Anhänger leben in einem Ausgangszustand der Arroganz und Überlegenheit. Verzweiflung wegen und durch ihren Fußballclub ist diesen Menschen vollkommen fremd. Bayern-Anhänger sind keine Fußballfans, sondern Feiglinge, unfähig zu wahrer Hingabe, die das Risiko einschließt, tief enttäuscht zu werden.
Johannes Keller (taz, 28.9.1998)

Wenn ihr gefragt werdet, warum ihr nun Fan von Werder Bremen, Darmstadt 98 oder des VfL Bochum seid, dann braucht es keine Erklärung. Es ist nun mal so. Bumm. Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Wer seine Leidenschaft erklären kann, entwertet und verrät sie.
Arnd Zeigler (11 Freunde, 21.3.2007)

Ich weiß, dass ich Fan des meistgehassten Klubs Deutschlands bin. Aber hey, viel Feind, viel Ehr! Es prallt an mir ab, dieses Gelaber über die reichen Schnösel-Bayern, die den anderen die besten Spieler wegkaufen. Oder die Behauptung, dass Bayern-Fans nicht leidensfähig sind, weil sie nie einen Abstieg ihrer Mannschaft erleben mussten, denn wer so etwas sagt, wird nie die Dimension des 26. Mai 1999 begreifen.
Markus Kavka (ZUENDER, 2008)

Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an Fakten hält, wird es schwierig.
Campino (SZ, 1.12.2007)

FCB-Saisonzeugnisse 2007/2008, Teil III: Angriff

Montag, den 19. Mai 2008

Fortsetzung der dreiteiligen Serie von Saisonzeugnissen des Bayern-Kaders 2007/2008. Heute: Teil III – Angriff.

ANGRIFF

Luca Toni (30), Vertrag bis 2011.
Il Bomber. Ein Phänomen. Der 1:0-Mann, der Mann für die wichtigen Tore, die Renaissance des großen Torjägers bei Bayern. Setzt seinen Körper sehr gut ein, wirkt ungelenkig, macht aber die Dinger trotzdem irgendwie rein, kann mit allen Körperteilen treffen. Absoluter Strafraumspieler, arge Schwächen außerhalb dessen und beim Kombinationsspiel, trainiert nicht gerne. Ist aber alles egal: wer so oft trifft, hat recht. Faszinierende Theatralik bei nicht gegebenen Fouls oder verschossenen Torchancen, bietet in jeder Beziehung großes Kino. Bester Einkauf der Bayern, noch vor Ribéry der wichtigste Spieler in dieser Saison (auf Platz drei: van Bommel), stellt alle anderen Stürmer klar in den Schatten. Toll.
Empfehlung: Stammplatz, ohne jeden Zweifel. Angeblich Europas bestbezahlter Fußballer, sein Geld aber mehr als wert.

Miroslav Klose (29), Vertrag bis 2011.
Auch ein Phänomen, leider nicht im Luca-Tonisschen Sinn. Kann sensationell spielen und kombinieren, kann sich im Spiel über Wochen aber auch sensationell unsichtbar machen. Hat offenbar in jeder Saison leider arge Leistungsschwankungen und Auszeiten. Dennoch die klare Nummer zwei hinter dem großen Toni, ist immer mindestens ein guter Vorbereiter. Spielt, wenn außer Form, deutlich zu selbstlos und oft alles andere als glücklich, aber ganz selten wirklich schlecht, wurde daher auch von keinem anderen Stürmer überholt. Hat einen Makel, den er in der nächsten Saison loswerden sollte: konnte in seiner gesamten Karriere gegen starke Gegner noch nicht wirklich überzeugen. Hat in der Champions League die Chance dazu.
Empfehlung: Stammplatz. An der Grenze zum Einwechselspieler, aber nicht bei der derzeitigen Konkurrenz.

Lukas Podolski (22), Vertrag bis 2010.
Der König aus der Provinz, nackt. Gruseligste Laufwege, fehlende Bindung zu den Arbeitskollegen, oft schlechtes Kombinationsspiel. Mangelnde Spielintelligenz und Technik, überhasteter Abschluss. Tritt auch gerne als Chancentod auf. Was soll man sagen: keine gute Saison. Überzeugt aber in der Nationalmannschaft – gegen drittklassige Gegner. Der Durchbruch bei den Bayern steht (immer) noch aus, es tröstet allein der Gedanke, dass er noch sehr jung ist.
Empfehlung: Einwechselspieler. Muss an sich arbeiten und den Durchbruch endlich schaffen, sonst verkaufen. Hat vielleicht einfach nicht die nötige Klasse.

Jan Schlaudraff (24), Vertrag bis 2010.
Verlässt den Verein zum Saisonende, bekam hier leider viel zu wenig Spielzeit. Konnte aber selbst in den Spielen, die ich mit ihm gesehen habe, keinen Eindruck hinterlassen, nicht mal bei den Amateuren.
Keine Empfehlung.

Teil III der Saisonzeugnisserie 07/08 (Schluss)
Gestern: Teil II – Mittelfeld
Vorgestern: Teil I – Torwart und Abwehr

FCB-Saisonzeugnisse 2007/2008, Teil II: Mittelfeld

Sonntag, den 18. Mai 2008

Fortsetzung der dreiteiligen Serie von Saisonzeugnissen des Bayern-Kaders 2007/2008. Heute: Teil II – Mittelfeld.

MITTELFELD

Mark van Bommel (31 Jahre), Vertrag bis 2009.
Erneut eine starke Saison des Holländers, der letzte Saison fast der einzige Spieler war, der Champions-League-Qualität erreichte. Wichtig für die Bayern, steht für die “Uns kann keiner/Mir san mir”-Mentalität, die die Bayern früher auch gegen spielstärkere Gegner auszeichnete (wie erwähnt) und die zum Gewinnen großer Finals unerlässlich ist. Ist nach Kahn zum Leader-Typ im Bayernkader geworden, zeigt oft eine Präsenz, Dynamik und Wucht, die Mitspieler und Gegner beeindruckt und die im Bayernkader leider zu selten ist. Ein Stinker, arbeitet auch gerne mit Mitteln, die am Rande der Legalität liegen. Blieb diese Saison aber deutlich häufiger auf der legalen Seite, gut so. Ergänzt sich gut mit Kreativspielern: er bräuchte neben Ribéry noch einen weiteren Kreativspieler im Mittelfeld als Partner, da er die Rolle des Spielmachers nicht ausfüllen kann (Kroos? Kroos!). Und die Bayern brauchen außerdem einen weiteren Stinker, um international was zu reißen. Ein Führungsspieler, ohne Neuzugänge aber der einzige im Bayernkader, was bedenklich wäre.
Empfehlung : Sicherer Stammplatz.

Bastian Schweinsteiger (23), Vertrag bis 2009.
Schwieriger Fall. Spielt seit der Weltmeisterschaft auf konstant schlechtem Niveau, zeigt keine Entwicklung, ist oft ein Bremser im Aufbauspiel der Bayern (typische Schweinsteiger-Szene: Anspiel auf ihn, Tritt auf den Ball, Kringel ohne Raumgewinn, Querpass oder schlechte Flanke). Bringt mich damit im Stadion oft zur Verzweiflung. Muss an sich arbeiten, tut das vielleicht nicht intensiv genug (oder gar nicht), könnte zum Opfer seines frühen Ruhms werden. Über die Gründe für seine Leistungsschwäche kann man nur Vermutungen anstellen, er ist hoffentlich nicht mehr durch eine mögliche Borreliose-Infektion behindert. Würde ihm ggf. zu einem Vereinswechsel raten, falls er die Kurve nicht mehr bekommt, blüht vielleicht woanders wieder auf. Hat derzeit eigentlich keinen Anspruch auf einen Stammplatz, darf aber im kreativ schwach besetzen Bayernmittelfeld oft trotzdem spielen. Ein Fall für Klinsmann.
Empfehlung: Einwechselspieler. Vertragsverlängerung steht an, kann meinetwegen, solange nicht eine deutliche Formsteigerung feststellbar ist, gerne den Verein verlassen.

Hamit Altintop (25), Vertrag bis 2010.
Spielte eine starke Saison, die Entdeckung im Bayernkader. Hat sich gut eingeführt, ist derzeit leider verletzt und wurde im letzten Drittel der Saison auf der rechten Außenposition auch vermisst. Torgefährlich, gute Schusstechnik, kreativ. Könnte, wenn er das Niveau hält oder sich noch verbessert, weiter für positive Überraschungen sorgen. Hat aber auch in Schalke stark angefangen und um so stärker nachgelassen, hoffe, dass ihm in München nicht das selbe Schicksal droht.
Empfehlung: Stammplatz.

Franck Ribéry (25), Vertrag bis 2011.
Der kleine Franzose ist eine Sensation. Der Zirkus Sarrasani zu Gast im Stadion, ein Alleinunterhalter allererster Güte. Ein Flash-Spieler, der außergewöhnliches kann. Und der einzige Spieler der letzten Jahre, der vom Bayern-Publikum mit Szenenapplaus und stehenden Ovationen während des Spiels bedacht wurde. Franck wird von seinen Mitspielern alleine gelassen (mach was, Franck, wir schauen dann mal zu) und konnte trotzdem oft noch was reißen. Ich kenne weltweit keinen vergleichbaren Spieler, der – wie er – so in ein direktes Dribbling durch und gegen ein, zwei Gegenspieler gehen kann (nach dem Motto: das geht ja jetzt eigentlich gar nicht, aber lasst mich das unmögliche mal versuchen) und dann dieses Dribbling auch noch gewinnt. Phänomenal. Dennoch kann es das nicht sein: die Rolle des Alleinunterhalters überfordert auf Dauer selbst einen Ribéry, zumal gegen bessere Gegner. Das müsste man seinen Mitspielern auch mal sagen (Schweinsteiger, hörst Du mich?), wenn Hitzfeld das schon nicht macht. So ist es eher bedenklich, wie abhängig das Kreativspiel der Bayern von ihm ist. Denn selbst ein Ausnahmekönner wie er macht Kunstpausen (bzw. schlechte Spiele). Wirkte gegen gute Gegner – schlag nach beim Zenit-Spiel – auch ungeduldig bzw. sogar frustriert: ein schlechtes Zeichen für die Champions League, in der er noch nie gespielt hat. Dort kommt auch der wirkliche Test für ihn: wie gut sieht er gegen Gegner auf diesem Niveau aus? Mit Alleinunterhaltern allein lässt sich auch kein Europopokal gewinnen, ein überzeugendes Spielsystem und eine eingespielte Mannschaft gehören auch dazu. Ihr Job, Klinsmann.
Empfehlung: Also bitte. Stammplatz, was sonst?

Zé Roberto (33), Vertrag bis 2009.
Tolle Saison, sensationell begonnen, später nachgelassen, aber immer noch sehr solide. Ist auf der für ihn bei Bayern neuen Position des Sechsers vor der Abwehr – als “Staubsauger” bei der Balleroberung – ein echter Gewinn. Tolle Technik und Spielübersicht, sehr routiniert, machte seine Sache meist überzeugend und gut. Größte Schwäche: die absolute Torungefährlichkeit. Und er wird nicht jünger (*klonk*).
Empfehlung: Stammplatz. Bitte an adäquaten Ersatz denken, Klinsmann, Uli und Kalle.

Toni Kroos (18), Vertrag bis 2012.
Scholl meint: “Immer spielen lassen“. Schließe mich dem uneingeschränkt an. Riesentalent, spielt viel zu selten. Keine Ahnung, warum Schweinsteiger andauernd spielen darf – und er nicht. Und jetzt kommt mir bitte niemand mit “der soll auf dem Teppich bleiben” oder ähnlichem Quark. Mit ihm sitzt der beste Freistoßschütze und Flankengeber der Bayern auf der Bank oder war oft nicht mal nominiert. Ein Skandal. Klinsmann, mach Du es besser.
Empfehlung: Stammplatz. Stammplatz!

Andreas Ottl (23), Vertrag bis 2011.
Mittelmaß im Mittelfeld. Muss sich steigern, um bei Bayern in einem Mittelfeld mit Ribéry, van Bommel und Zé Roberto mithalten zu können. Hatte dazu aber zuletzt kaum die Chance, weil er nur noch selten spielt. Einer der größten Verlierer unter Hitzfeld, war unter Magath noch Stammspieler. Hat aber Potenzial nach oben, spielt zur Zeit nicht seinen besten Fußball, wirkt ängstlich, kann mehr.
Empfehlung: Einwechselspieler, aber bitte häufiger. Oder verkaufen.

José Ernesto Sosa (22), Vertrag bis 2011.
Überfordert. Hat noch nicht ein überzeugendes Spiel abgeliefert, hatte in der gesamten Saison vielleicht ein, zwei gute Szenen (und etwa 50 schlechte), eine katastrophale Bilanz. Zweikampfschwach, lethargisch und langsam, (auch gedanklich). Bis jetzt ein absoluter Fehleinkauf. Einer seiner größten Fürsprecher ist angeblich Paul Breitner, was Zweifel an dessen Fußballkompetenz aufkommen lässt. Muss sich schleunigst an den europäischen Fußball gewöhnen und sich radikal steigern, sonst wird das nichts mehr.
Empfehlung: Einwechselspieler, wenn überhaupt. Eher verkaufen. (Dos Santos, anyone?)

Stephan Fürstner (20), Vertrag bis 2010.
Kann ich (immer noch) nicht beurteilen, hat in dieser Saison (erneut) nicht bei den Profis mitgespielt.
Empfehlung: Keine Ahnung. Vereinswechsel?

Teil II der Saisonzeugnisserie 07/08
Gestern: Teil I – Abwehr
Morgen: Teil III – Angriff

FCB-Saisonzeugnisse 2007/2008, Teil I: Abwehr

Samstag, den 17. Mai 2008

Meister, Pokalsieger, Ligapokalsieger, Uefa-Cup-Halbfinalist. Vom ersten bis zum letzten Spieltag Tabellenführer. Der unterhaltsamste Spieler der Liga, der beste Knipser der Liga, die beste Abwehr, der streitlustigste Manager.

Ergibt für den FC Bayern München insgesamt eine sehr gute, national sogar makellose Saisonbilanz. Nur die letzten Auftritte im Europapokal trüben ein wenig das Bild, international lief es nicht so gut. Im Uefa-Cup haben es die Bayern durch die schlechte Leistung im Rückspiel gegen Zenit leider verpasst, nach sieben Jahren mal wieder in ein Europapokalfinale einzuziehen – und sich im Namen des Fußballs für die grausame Spielweise der Rangers zu rächen (das hat Zenit nachgeholt, Dank dafür).

Ich bin – trotz des verlorenen Halbfinals – aber sehr zufrieden und freue mich auf die neue Saison, vor allem auf die Champions League. Wie vor einem Jahr und anläßlich des Saisonfinales am Samstag gibt es an dieser Stelle eine Einzelkritik der Spieler ((Beim Zechbauer und bei der SZ gibt’s übrigens auch Einzelkritiken, auf dem z.Zt. pausierenden Blog von Björn habe ich bis jetzt nur noch das Hinrunden-Fazit gefunden.)) des aktuellen Kaders (ohne Ausleihen), ob der Länge in drei Teilen und an drei aufeinander folgenden Tagen.

Heute (Samstag, 17. Mai 2008), Teil I: Torwart und Abwehr.
Morgen (Sonntag, 18. Mai 2008), Teil II: Mittelfeld.
Übermorgen (Montag, 19. Mai 2008), Teil III: Angriff.

TORWART

Oliver Kahn (38 Jahre), Karriereende.
Nachdem ich ihn bei der letzten Zeugnisvergabe schon zum zweiten Mann hinter Rensing machen wollte, hat Kahn diese Saison noch mal gezeigt, warum er zu Recht die Nummer Eins im Bayern-Tor ist. Schon immer vorbildlich in seiner Einstellung spielte er eine sehr gute Saison und tat alles, um deutlich zu machen, welche Lücke er hinterlassen wird. Eine Ausnahmeerscheinung im deutschen Fußball, jahrelang konstant auf höchstem Niveau, immer ein starker Rückhalt der Mannschaft. Ein starker Abgang.
Keine Empfehlung. Statt dessen viel, viel Respekt und Dank. Chapeau, Oliver, ich ziehe meinen Hut und werde dich vermissen.

Michael Rensing (24), Vertrag bis 2010.
Nach Aussage aller Verantwortlichen die neue Nummer Eins im Tor der Bayern. Ich bin gespannt und nicht sicher, ob er’s packt. Die Schuhe von Oliver Kahn sind doch sehr groß, die Aufgaben in einer Champions-League-Saison schwieriger als zuletzt und die Spiele, die Rensing im Tor stehen durfte, haben nicht nur positive Eindrücke hinterlassen. Gute Reflexe, guter Fußballer, Schwächen bei der Strafraumbeherrschung und Präsenz. Sah zudem einige Male unglücklich aus und steht im direkten Vergleich mit den Altersgenossen Neuer und vor allem Adler (noch) hinter den beiden. Zuletzt erschien es mir auch eher so, als dass er ob der Schwere seiner zukünftigen Aufgabe doch ein wenig beeindruckt und eingeschüchtert war.
Empfehlung: Stammplatz, mit Einschränkungen. Abwarten. Soll die neue Nummer Eins im Tor werden, darf das auch, bin dann aber gespannt, ob er das Vertrauen rechtfertigt. Die Bayern-Verantwortlichen täten gut daran, eine brauchbare Nummer Zwei zu verpflichten, vielleicht wird Rensing aber auch durch den dann fälligen Konkurrenzkampf wieder stärker. Hat aber ohne Zweifel seine Chance verdient.

Bernd Dreher (41), Karriereende.
Hat in den vergangenen drei Jahren ingesamt zwei Spiele gemacht, 2007/2008 gar keins mehr. Fiel zuletzt noch dadurch auf, dass er Ansprüche auf den Platz des Torwarttrainers unter Klinsmann erhob, ohne eine vernünftige Begründung dafür liefern zu können.
Empfehlung: Lass gut sein, Bernd. Hast doch eine wunderbare Karriere gemacht – wer holt mit so wenigen Spielen so viele Titel – und sollte, wenn er schon nicht bei den Bayern unterkommt, trotzdem nicht unzufrieden sein. Hat vermutlich auch seine Schäfchen im Trockenen, wie man so sagt (*klonk* macht’s im Phrasenschwein).

ABWEHR

Martin Demichelis (27), Vertrag bis 2010.
Sehr, sehr starke Saison, der Rückhalt vor Olli Kahn, hat bei Bayern als Innenverteidiger endgültig den Durchbruch geschafft. Erstaunlich zuverlässig und souverän, nach durchaus durchwachsener Vorgeschichte. Kam aus dem defensiven Mittelfeld und konnte dort nicht immer überzeugen, durfte diese Saison aber endlich mal durchgehend in der Innenverteidigung spielen. Machte das dann sehr gut. So gut, dass er dann auch nicht mehr woanders spielen wollte und Probleme hatte, sich mit dem Schicksal eines Angestelltendaseins zu arrangieren, aufmuckte und prompt suspendiert wurde. Gab deshalb eine kuriose Pressekonferenz. Aber gut, die Wogen haben sich beruhigt. Diese Saison bester Mann der Viererkette (dass ich das noch mal schreiben darf, hätte ich selbst nicht unbedingt gedacht).
Empfehlung: Stammplatz. Zuverlässig, dynamisch, konstant auf hohem Niveau, kaum Aussetzer (Gruß an Lucio), einer der besten Verteidiger der Bundesliga. Wird aber spannend, ob er auch bei Spielen auf deutlich höherem Niveau (Champions League) und gegen bessere Gegenspieler so gut aussieht.

Lúcio (30), Vertrag bis 2010.
Der Kopf-durch-die-Wand-Mann. Ähnlich motiviert wie Kahn, leider nicht ähnlich fehlerlos. In dieser Saison gab’s auch wieder Aussetzer, die prompt mit Gegentoren bestraft wurden. Auch gut: das wunderschöne Eigentor gegen Zenit. Will dann immer alles selbst wieder gut machen, darf aber nicht mehr über die Mittellinie – was dann oft zu kuriosen, abrupt beendeten Sprints Richtung des gegnerischen Tores führt. Lustig anzuschauen, aber zwecklos. Dokumentiert nur die bisweilen nicht vorhandene Bindung ins Spiel, die bei Lucio tradiotionell dazu führt, dass der sog. “letzte Pass” nicht mehr beim Mitspieler landet bzw. er das Abspielen vergisst. Aber nicht falsch verstehen: man leidet bei ihm auf hohem Niveau.
Empfehlung: Stammplatz. Hat seit Jahren Champions League-Niveau, war wahrscheinlich dieses Jahr nur unterfordert. Ist mit Demichelis zurecht in der Innenverteidigung gesetzt.

Daniel van Buyten (30), Vertrag bis 2010.
Da bin ich mal garstig: Gut genug für die Bundesliga, vielleicht auch noch für den Uefa-Cup, aber vermutlich nicht für die Champions League. Spielte diese Saison – wenn er spielen durfte – zuverlässig, aber nicht besonders beeindruckend. Fehlt ein Tick Dynamik im Vergleich zur vereinsinternen Konkurrenz, ist vielleicht zu brav. Wenn Klinsmann wirklich jeden Spieler verbessern will: hier wäre ein Kandidat, der Lucio Konkurrenz machen soll, der aber technisch und taktisch noch Defizite hat.
Empfehlung : Einwechselspieler. Typischer Spieler der sog. 1b-Mannschaft. Besetzt diese Rolle aber gut, muckt nicht auf, hält Ribéry bei Laune.

Willy Sagnol (31), Vertrag bis 2010.
Uärks. Ach, Willy. Ist einer der ganz wenigen Bayernspieler, die in den letzten Jahren vom eigenen Publikum ausgepfiffen wurden (noch in der Hall-of-Shame: Santa Cruz, Ballack). Wurde von allen genannten übrigens am lautesten ausgepfiffen, leider zurecht. Ruht sich auf nicht mehr vorhandenen Lorbeeren aus (letztes gute Spiel liegt mindestens zwei Jahre zurück) und verbindet dabei Anspruchsdenken (Kapitänsamt), lustloses Spiel sowie Unverschämtheiten (“ich will nicht im Mittelfeld spielen”) aufs ungünstigste. Hat sich in den letzten Jahren nicht weiterentwickelt, eher verschlechtert. Markenzeichen: die unpräzise Halbfeldflanke. Würde, wenn er geht, ordentlich Geld sparen: wurde bei der letzten Vertragsverlängerung – angeblich – durch ein üppigst aufgebessertes Gehalt daran gehindert, die Bayern zu verlassen.
Empfehlung : Derzeit nicht mal Einwechselspieler. Verkaufen.

Philipp Lahm (24), Vertrag bis 2009 2012.
Immer noch einer der (spiel)intelligentesten Spieler der Liga, konnte das diese Saison aber nur selten zeigen. Einige Aussetzer, sogar Totalausfälle, ungewohnt. Kann mehr, sollte mehr abliefern, wird das aber – so wurde bis gestern vermutet – vielleicht im Bayerndress gar nicht mehr können und wollen. Ist universell einsetzbar, was sich für ihn leider zum Fluch auswirkte: durfte kaum auf seiner Wunschposition (rechter Außenverteidiger) spielen. Trotz allem der derzeit der beste Außenverteidiger der Bayern, was leider auch viel über die Konkurrenz sagt. Hätte ein klassisches Beispiel für die These liefern können, dass man, um sich richtig zu verbessern bzw. anerkannt zu werden, offenbar den eigenen Betrieb verlassen muss. Sagt auch, dass er den Bayern den Sieg in der Champions League nicht zutraut. Das darf bei den Bayern vielleicht noch denken, aber in der Regel nicht (öffentlich) sagen, bereitete so eigentlich auch seinen Abschied vor. Hat aber am Freitag vormittag den Vertrag mit den Bayern verlängert und im Interview mit der SZ seine Kritik am derzeitigen Spielsystem noch mal konkretisiert (“das sieht der Vorstand genauso, dass wir uns taktisch noch verbessern können und müssen und da einfach noch deutlich zurückhinken im Vergleich zu anderen Mannschaften”) ((dogfood liest mit Erstaunen diese Passagen und sieht das Interview als Ohrfeige für Hitzfeld. Soweit würde ich nicht gehen – allein die Bilanz dieses Jahres (s.o) spricht schon für Hitzfeld. Und dass Klinsmann kommt (und Reformbedarf bestand) war auch schon vorm Lahm-Interview klar, um so schöner, wenn diese Erkenntnis auch einen Spieler erreicht.)). Bleibt zu hoffen, dass er auf seiner Lieblingsposition die alte Sicherheit wieder erreicht.
Empfehlung: Stammplatz. Aber ob er eine Zukunft bei Bayern hat? Schwierig. Wenn er weiter so spielt wie diese Saison: verkaufen. Wenn er so spielt wie unter Klinsmann in der Nationalmannschaft: halten. Wenn er solche Interviews gibt: halten. Wenn er solche Interviews gibt, aber weiter so spielt wie diese Saison: verkaufen. Ich persönlich glaub(t)e ja eher, dass er geht. Was auch ok gewesen wäre, er ist und bleibt ein Guter, hätte ihn ggf. auch im Ausland gerne gesehen und kaum Zweifel daran gehabt, dass er sich dort durchsetzt. Aber wenn er jetzt bleibt, ist auch das gut so.

Christian Lell (23), Vertrag bis 2011.
Erstaunlicherweise unter Hitzfeld Stammspieler. Stammspieler! Willy, das sollte dir zu denken geben. Spielt aber defensiv recht solide und offensiv zumindest passabel – und hat damit gegenüber der Konkurrenz schon die Nase vorn, was leider mehr über den Kader der Bayern verrät, als mir lieb ist. Hat technische Schwächen, ist eigentlich (noch) nicht gut genug für die Champions League, ist aber noch jung und (hoffentlich) lernfähig. Und Klinsmann will ja alle Spieler verbessern, er wäre definitiv auch ein Kandidat. Fabrizierte übrigens sehr unschöne Nebengeräusche abseits des Fußballplatzes.
Empfehlung: Einwechselspieler. Braucht Konkurrenz.

Marcell Jansen (22), Vertrag bis 2011.
Offensiv manchmal hui, defensiv viel zu oft pfui. Steht gerne mal drei Meter vom Gegenspieler und lässt sich dann sagenhaft einfach über- und ausspielen, grausam anzuschauen. War lange verletzt, zeigte davor gute Ansätze, kann hoffentlich dort wieder anknüpfen, muss sich aber deutlich verbessern, ist bei Bayern noch nicht angekommen. Er ist aber noch jung, bin da also guter Hoffnung. Sollte wirklich an sich arbeiten, kann ein Großer werden, besitzt zumindest das Talent dafür.
Empfehlung: Einwechselspieler. Deutliches Potenzial nach oben, ein Fall für Klinsmann.

Breno (18), Vertrag bis 2012.
Hat (immer noch) kaum gespielt (ein Spiel in der Bundesliga, ein Spiel im Uefa-Cup). Machte aber bei den wenigen Szenen einen okayen Eindruck, technisch recht stark, aber noch unglückliches, verbesserungswürdiges Stellungsspiel, soweit man das beurteilen konnte. Sollte mehr Spielzeit bekommen, ist für einen nicht mal Bankspieler auch eindeutig zu teuer. Wäre was für Hermann Gerlands Truppe, sonst verschenkt. Aber Hitzfeld hat’s eh nicht so mit den ganz jungen (vgl. Kroos). Könnte vielleicht bald Druck auf Lucio und Co. machen.
Empfehlung: Einwechselspieler? Schwer einzuschätzen. Bitte häufiger einsetzen, zur Not auch bei der zweiten Mannschaft.

Teil I der Saisonzeugnisserie 07/08
Morgen: Teil II – Mittelfeld
Übermorgen: Teil III – Angriff

“Da muss ich schon an einen wie Allofs denken”

Samstag, den 15. Dezember 2007

Zitat des Tages:

2009 will Hoeneß ja eigentlich aufhören und in den Aufsichtsrat wechseln. Jemand von außen soll dann kommen, “aber ich kann hier keinen 30-Jährigen hinsetzen wie den Heldt”, sagt er, “da muss ich schon an einen wie Allofs denken”.

Und noch ein Name taucht in dem Artikel von Andreas Burkert auf, der über den FC Bayern heute auf Seite Drei in der “Süddeutschen Zeitung” erschienen ist:

Sie werden wohl einen neuen Trainer holen, einen Modernisierer aus dem Ausland bestenfalls; oder ein spannendes Experiment wagen, etwa mit dem Mainzer Zweitliga-Coach Jürgen Klopp.

Fundstelle: Die Hundert-Millionen-Euro-Frage