Schweinsteiger-Sichtung

Noch was zum gestrigen Bayern-Spiel gegen Bielefeld: Fast wäre mir ein Scoop gelungen – sehe ich doch tatsächlich etwa eine halbe Stunde vor Spielbeginn (!) einen Bayern-Spieler im Auto die Münchner Leopold-Straße kreuzen, gerade, als ich mit dem Fahrrad vorbeifahre. Der Typ sieht doch aus wie Schweinsteiger, denke ich, Auto passt auch (dunkler Audi S6 mit Kennzeichen M-DM-XXXX). Kann aber nicht sein, denke ich weiter, der ist doch jetzt im Stadion – oder Hitzfeld hat ihn suspendiert und statt sich auf die Tribüne zu setzen, kurvt er jetzt hier rum. Als ich dann ins Stadion komme gibt’s keinen Schweinsteiger in der Startformation – und auch nicht auf der Auswechselbank! Hammer, da hat der Hitzfeld dem formschwachen Schweinsteiger offenbar eine Denkpause verordnet und der geht dann gleich stiften, statt den Kollegen bei der Arbeit zuzusehen. Was ich zumindest merkwürdig fände – und ein weiteres Indiz für mangelnden Zusammenhalt in der Truppe wäre.

Schöne Geschichte, nur… wieder zuhause muss ich dann erfahren, dass es leider einen kleinen Schönheitsfehler gibt: Schweinsteiger hätte eh nicht auflaufen können – er war für das Spiel gegen Bielefeld Gelb-gesperrt. Aber dass er sich das Spiel nicht mal im Stadion ansieht…

1:0, immerhin

Uff, geschafft. Ein Sieg, immerhin – die Bayern konnten im ersten Heimspiel unter dem neuen/alten Trainer Hitzfeld drei Punkte verbuchen, ohne spielerisch zu überzeugen. Auf der Haben-Seite: die zuletzt oft arg wackelige Defensive sah ganz gut aus. Und ein Muss-Gewonnen-Werden-Spiel wurde gewonnen. Auf der Haben-Wollen-Seite: spielerische Qualität, schnelles Kombinationsspiel nach vorne.

Wäre aber auch zuviel verlangt, das jetzt innerhalb von einer Woche zu verlangen. Schnelles Kombinationsspiel gab es auch unter Magath (und seinem Vorgänger!) eigentlich nie, die Bayern spielen seit langem eher gemächlich nach vorne. Wer ein spielerisch überzeugendes Mittelfeld sucht, darf nicht beim FC Bayern suchen. Noch nicht.

Aber mit ein paar Siegen – gerne auch Arbeitssiegen – sollte das angeknackste Selbstbewusstsein der Bayern wieder steigen. Dann wird auch wieder souveräner aufgetreten und bei einem Heimspiel gegen furchtbar harmlose Bielefelder (der gefühlte Ballbesitz der Bielefelder in der ersten Halbzeit lag bei unter zehn Prozent) springt mehr als ein mageres 1:0 heraus. Mit dem ersehnten schnellen Kombinationsspiel soll es dann ein neuer Trainer versuchen – mir ist jetzt eine die “Die-Null-muss-stehen”-Mentalität im Zweifel wichtiger.

The Ring
Auch neu: Spieler-Kreis vor Anpfiff. Wenn’s hilft…