Bayernfans - eine Zitatesammlung

Von den Anhängern des FC Bayern beispielsweise hat man noch nie gehört, dass es ihnen wichtig wäre, wo ihre Lieblinge spielen. Hauptsache sie gewinnen, und wenn die Arena auf einem Ödland bei Chemnitz stünde. Wer zum FC Bayern geht, möchte sich in der Regel einem Unternehmen mit Erfolgsgarantie zugehörig fühlen.
Wolfgang Görl (SZ, 23.5.2008)

Man kann Bayern-Anhänger sein, -Bewunderer, -Verehrer, -Unterstützer… – aber du kannst nicht Bayern-Fan sein, weil du die Gefühlswelt eines Fußballfans nie kennenlernen wirst.
Steffen Simon (Wir Elf, 29.11.2007)

Den Lieblingsverein Bayern sucht man sich hingegen aus wie aus einem Versandhauskatalog, weil er fürs investierte Geld die meisten Siege zu versprechen scheint. Bayernfans sind dazu verdonnert, niemals Leidensfähigkeit gelernt zu haben und dadurch mit einer „Leidenschaft Light“ ihrem Fansein nachzugehen, weil ihr Lieblingsverein ja bereits in einer handfesten Krise steckt, wenn er Dritter ist.
Arnd Zeigler (11 Freunde, 9.2.2008)

Der natürliche Grundzustand des Bayern-Anhängers ist also nicht Verzweiflung, das Gefühl der Ausweglosigkeit und Schwäche, sondern Bayern-Anhänger leben in einem Ausgangszustand der Arroganz und Überlegenheit. Verzweiflung wegen und durch ihren Fußballclub ist diesen Menschen vollkommen fremd. Bayern-Anhänger sind keine Fußballfans, sondern Feiglinge, unfähig zu wahrer Hingabe, die das Risiko einschließt, tief enttäuscht zu werden.
Johannes Keller (taz, 28.9.1998)

Wenn ihr gefragt werdet, warum ihr nun Fan von Werder Bremen, Darmstadt 98 oder des VfL Bochum seid, dann braucht es keine Erklärung. Es ist nun mal so. Bumm. Niemand muss sich dafür rechtfertigen. Wer seine Leidenschaft erklären kann, entwertet und verrät sie.
Arnd Zeigler (11 Freunde, 21.3.2007)

Ich weiß, dass ich Fan des meistgehassten Klubs Deutschlands bin. Aber hey, viel Feind, viel Ehr! Es prallt an mir ab, dieses Gelaber über die reichen Schnösel-Bayern, die den anderen die besten Spieler wegkaufen. Oder die Behauptung, dass Bayern-Fans nicht leidensfähig sind, weil sie nie einen Abstieg ihrer Mannschaft erleben mussten, denn wer so etwas sagt, wird nie die Dimension des 26. Mai 1999 begreifen.
Markus Kavka (ZUENDER, 2008)

Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an Fakten hält, wird es schwierig.
Campino (SZ, 1.12.2007)

Ein Widerspruch in sich [Update]

Heute Abend, 20:15 Uhr auf Prosieben: “Die 100 nervigsten Deutschen“, moderiert von Elton, Ingo Appelt und Oliver Petzokat. Nach meiner Rechnung kann die Sendung dann aber eigentlich nur “Die 97 nervigsten Deutschen” heißen.

[Nachtrag: Na also, der Titel hätte nur leicht geändert werden müssen ("Die 99 nervigsten Deutschen – moderiert von Platz 33, 43 und einem, der es nicht mal auf diese Liste geschafft hat"), denn Elton und Oli P. kamen dann doch selbst auf die Liste. Nur Appelt ist offenbar wirklich zu unwichtig.]

“Da muss ich schon an einen wie Allofs denken”

Zitat des Tages:

2009 will Hoeneß ja eigentlich aufhören und in den Aufsichtsrat wechseln. Jemand von außen soll dann kommen, “aber ich kann hier keinen 30-Jährigen hinsetzen wie den Heldt”, sagt er, “da muss ich schon an einen wie Allofs denken”.

Und noch ein Name taucht in dem Artikel von Andreas Burkert auf, der über den FC Bayern heute auf Seite Drei in der “Süddeutschen Zeitung” erschienen ist:

Sie werden wohl einen neuen Trainer holen, einen Modernisierer aus dem Ausland bestenfalls; oder ein spannendes Experiment wagen, etwa mit dem Mainzer Zweitliga-Coach Jürgen Klopp.

Fundstelle: Die Hundert-Millionen-Euro-Frage

Was erlaube Simon?

Unglaublich, welche Aussagen sich der Redaktionsleiter der ARD-Sportschau über die Fanszene des FC Bayern erlaubt. Wäre ich bei der Aufzeichnung des Videos dabei gewesen, hätte man mich gehört – und Steffen Simons Aussagen wären nicht unwidersprochen geblieben. Abgesehen von den schwer erträglichen ersten zwei Minuten ist das folgende Video aber sehenswert, weil es das sehr interessante Urteil Mehmet Scholls über die Qualitäten von Toni Kroos enthält.

Video: Wir Elf - Talkrunde (Folge 14, 10:30 min) [via Ball-Blog.de]

Fußballexperte des Tages: Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär

Die SPD ist heute von der Mitte so weit weg wie England von der Fußball-Weltmeisterschaft.

Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär, in einer Rede auf dem 21. Parteitag der CDU in Hannover. Lustigerweise ist im Manuskript der Rede von der EM die Rede, vorgetragen hat Herr Pofalla aber einen WM-Vergleich.

[via Kuchenblog]

Offene Briefwochen: Schickeria und Club Nr. 12 legen nach

Jetzt hat auch die Schickeria einen offenen Brief geschrieben (Adressat: Uli Hoeneß). Damit sind in zwei Wochen in Sachen FC Bayern, die Stimmung im Stadion, seine Fans und die Gewaltbereitschaft von Club Nr. 12 und Schickeria jetzt mindestens drei offene Briefe geschrieben worden, bei lockerer Zählung kommen sogar noch ein paar mehr zusammen. Zum Thema hat auch der Club Nr. 12 heute noch eine sehr lesenwerte Erklärung nachgelegt, Zitat:

Im Interesse unseres FC Bayern München appellieren wir hiermit an alle Bayernfans, egal welche Meinung sie sich zu den Geschehnissen der letzen zwei Wochen gebildet haben, zur Besonnenheit beim morgigen Heimspiel (…)

Wir haben in den vergangenen zwei Wochen versucht, uns so weit wie möglich aus der öffentlichen Diskussion herauszuhalten. Wir vertreten die Auffassung, dass es für das Ansehen des FC Bayern München nicht förderlich ist, Meinungsverschiedenheiten über die Medien auszutragen, insbesondere dann, wenn bereits Termine für klärende Gespräche vereinbart sind. Leider blieben dadurch viele der haltlosen Vorwürfe aus dem Blickwinkel der breiten Öffentlichkeit im Raum stehen, und der Ruf des Club Nr. 12 wurde nachhaltig beschädigt. Wir werden versuchen dies in den nächsten Wochen zurecht zu rücken, sind uns aber bewusst, dass unabhängig davon immer etwas “hängen bleiben” wird.

Hoffentlich hilft die Erklärung des Club Nr. 12, die vergiftete Stimmung zu entspannen. Auch der Vereinsvorstand rudert ja inzwischen endlich ein wenig zurück, auch wenn auf der Website des FC Bayern, z.B. unter dem aktuellen Interview mit Karl-Heinz Rummenigge, die Grundvorwürfe von Hoeneß an die Fangruppierungen (”Diese Gruppen wollen mehr Macht und Einfluss haben, die gesamte Kontrolle über die Südkurve“) immer noch verlinkt – und damit offensichtlich aufrecht erhalten werden.

SportBild: “Hoeneß fürchtet um sein Leben”

'Hoeneß fürchtet um sein Leben' (Ausriss: SportBild Online vom 21.11.)
Ausriss: SportBild online vom 21.11.2007

Die oben abgebildetete Überschrift führt bei “SportBild online” zu einem Artikel-Teaser (”Den ganzen Report lesen Sie in der aktuellen Ausgabe”) mit der Überschrift “Hoeneß droht mit Rücktritt“. Gut, wenn wenigstens einer gelassen bleibt. Gibt es eigentlich schon Sportbildblog.de? Hat hier vielleicht jemand einfach ein “swerk” vergessen? Zumindest das fände ich noch leidlich plausibel, sonst komme ich aus dem Kopfschütteln wirklich nicht mehr raus.

Fußballfans sind Verbrecher [Update: mit Video]

Wer das Interview von Bayern-Manager Uli Hoeneß in der “Blickpunkt Sport”-Sendung des BR von Montag Abend verpasst hat, kann das auf BR-Online.de per MP3-Podcast nachholen bzw. nachhören. Ich habe gestern schon unter ständigem Kopfgeschüttel zusehen müssen.

Leider hat der Bayerische Rundfunk die nicht ganz uninteressanten Einspieler von Bayernfans und Turnvereins-Funktionären aus dem Podcast rausgeschnitten – warum auch immer. Für ein vollständiges Bild der Sendung empfehle ich daher eine Videobörse ihrer Wahl (Link aktualisiert).

Die Aussagen von Hoeneß haben natürlich für Aufruhr im Online-Gästebuch des Club Nr. 12 gesorgt. Ich zitiere mal nur ein Statement:

Der ständige Vergleich mit den italienischen Verhältnissen ist einfach nur lächerlich, taugt aber offensichtlich, um Zuschauern, die sich nicht so mit der Materie beschäftigen, Angst zu machen, und entsprechende Stimmung gegen den C12 zu schüren. Ich weiß nicht, ob Uli H. das selber alles glaubt, was er da gestern so zum Besten gegeben hat. Wenn’s so wäre, sollte er sich einfach besser informieren. Aber ich befürchte leider, dass es einfach so ist, dass kritische Bayernfans ruhig gestellt werden sollen, damit noch mehr Kunden in die Arena kommen.

Du hast keine Freunde.

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