Einer geht noch, einer geht noch rein!
Foto: Man of the Match
Wer es im Fernsehen verpasst hat (und dazu gehöre ich auch):
Video: Pocher zeigt, wie’s geht (ab 1:30)
Die SPD ist heute von der Mitte so weit weg wie England von der Fußball-Weltmeisterschaft.
Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär, in einer Rede auf dem 21. Parteitag der CDU in Hannover. Lustigerweise ist im Manuskript der Rede von der EM die Rede, vorgetragen hat Herr Pofalla aber einen WM-Vergleich.
[via Kuchenblog]
Foto: Ecke Bolton
“Die Zuschauer haben das Recht auf die beste Mannschaft. Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann” (…) “Ich bin stocksauer. Es wäre ganz einfach gewesen, zu gewinnen und weiterzukommen.” [Quelle]
Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, unmittelbar nach dem gestrigen 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Recht hat er, das war nach den unverständlichen Auswechslungen Hitzfelds ein verschenkter Sieg gegen biedere Engländer, die dann auch brav das Unentschieden in München als “eines der größten Resultate ihrer Geschichte” (sic!) feiern.
Schon die Aufstellung mit den bisherigen Bankdrückern van Buyten, Ottl und Podolski hatte darauf hingedeutet, dass der Trainer das Spiel dazu nutzen wollte, der zweiten Reihe der Bayern-Spieler ein Chance zu geben. Das ging trotz wackeliger Abwehr bis zur 60. Minute noch einigermaßen gut, weil Wirbelwind Ribéry und ein endlich treffender Podolski nach dem 0:1-Rückstand ein 2:1 rausgeschossen hatten. Warum Hitzfeld dann aber bei einer nur sehr knappen Führung ausgerechnet die bis dahin wichtigsten Bayern-Spieler auswechselte, bleibt auch am Tag danach selbst nach den Erklärungsversuchen des Trainers (s.u.) unverständlich.
Foto: Der einsame Olli II
Oliver Kahn, wieder genesen aber nicht Kapitän der Bayern, kam im Spiel gegen Eintracht Frankfurt angeblich auf neun Ballkontakte. Nicht einer davon war kritisch, es gab quasi keinen nennenswerten Angriff der Hessen. So wie die Eintracht kann man natürlich auch einen Punkt bei den Bayern holen, für die Frankfurter bleibt dennoch zu hoffen, dass sie nicht jedes Spiel mit der Taktik vom Samstag gestalten, mir persönlich wäre das ein wenig zu passiv. Und grausam mitanzuschauen.
Das Spiel wies etliche Parallelen zum Auftritt von Hannover 96 in der Arena auf, allein der Ausgang war ein anderer. Für weitere Informationen verweise ich auf die Zusammenfassung des Spiels aus Sicht eines Bayern-Fans und aus Frankfurter Sicht. Ich zitiere aus dem Bericht der Frankfurter:
Es folgten für den neutralen Zuschauer die wahrscheinlich grausamsten 90 Minuten dieser Sportart seit der Begegnung Eintracht Frankfurt gegen Hannover 96 eine Woche zuvor. Als Eintracht-Anhänger war es nicht weniger schlimm. Nicht, weil man etwas anderes erwartet hätte, sondern weil einem wieder einmal bewusst wurde, wie langsam so eine Spieluhr heruntertickt.
Bei den Rangers muss man nicht erwarten, zu gewinnen.
Ein Heimspiel gegen Barcelona kann man natürlich verlieren.
Lyon soll eine Klassemannschaft sein, da ist es zuhause schwer, zu punkten.
Die spanischen Mannschaften sind ja auch auswärts ganz stark.
Ein Sieg in Norwegen, immerhin.
Nix zu holen an der Stamford Bridge, war klar.
Real Madrid ist halt Real Madrid.
Und die Griechen sind Europameister.
Ein Sieg gegen Lazio, immerhin.
Die Bilanz der deutschen Mannschaften nach dem 3. Spieltag der Champions League: neun Spiele, sieben Niederlagen, zwei Siege. International ganz kleine Piepmänner, wie gesagt.
Bilanz der Bundesliga nach den ersten beiden Spieltagen in der Champions League: Sechs Spiele, fünf (!) Niederlagen (je zwei für Bremen und Stuttgart, eine für Schalke), nur ein Sieg (Schalke in Trondheim). Kai Pahl aka Dogfood schreibt in seinem Blog, dass Marcel Reif offenbar “die Stuttgarter im europäischen Schwanzlängenvergleich für ganz kleine Piepmänner” hält. Das ist mir fast noch zu schmeichelhaft – bisher haben in dieser Champions-League-Saison alle drei deutschen Vereine kleine Piepmänner, auch wenn Schalke immerhin in Norwegen gewinnen konnte. Hoffentlich machen es die Bayern im UEFA-Cup morgen besser, sonst sehe ich schwarz für die Fünf-Jahres-Wertung (Zwischenmeldung nach den heutigen Spielen: Deutschland immer noch Sechster, einen Platz hinter Rumänien).