Ciao, Milan!

Trophäen des AC Milan

Foto: AC Milano trophies

Täusche ich mich, oder ist nach dem gestrigen Ausscheiden des AC Mailand aus der Champions League eine gewisse Schadenfreude zu verzeichnen? Auch wenn die Mannschaft um Seedorf und Co. offenbar ihren Zenit überschritten hat – mir ringt die brutale Effizienz, die das Mailänder Ensemble in den letzten Jahren in der Champions League zeigte, ungleich mehr Respekt ab als die Schönspielerei von Arsenal London. Und weitaus erfolgreicher war der AC sowieso ((

So haben sich Milan und Arsenal seit 2000 in der Champions League geschlagen:

Milan
2006/07: Champions League – Sieger
2005/06: Champions League – Halbfinale
2004/05: Champions League – Zweiter
2003/04: Champions League – Viertelfinale
2002/03: Champions League – Sieger
2001/02: UEFA-Cup – Halbfinale
2000/01: Champions League – Zweite Gruppenphase

Arsenal
2006/07: Champions League – Achtelfinale
2005/06: Champions League – Zweiter
2004/05: Champions League – Achtelfinale
2003/04: Champions League – Viertelfinale
2002/03: Champions League – Zweite Gruppenphase
2001/02: Champions League – Zweite Gruppenphase
2000/01: Champions League – Viertelfinale

(Quellen: 1, 2)

)). Ciao, Milan!

Bayerns Markenimage als Großkotz

“Und, wie hat Bayern gespielt?” Man stelle sich vor, die Antwort lautete künftig regelmäßig: “Großartig.” Wäre das nicht der Horror?

Ein Zitat aus “Plötzlich ist das Projekt Bayern spannend“, einem lesenswerten Kommentar von Peter Unfried in Spiegel Online über die neuen Bayern, die sich nach dem Spiel in Hamburg doch als Sterbliche erwiesen haben. Unfried beschreibt unter anderem das Markenimage der Bayern und die vergeblichen Versuche anderer Vereine, sich ähnlich zu positionieren – und bezeichnet z.B. Borussia Dortmund liebevoll als “Kleinkotzer“.

Daneben wartet der Artikel mit der schönen Statistik auf, dass exakt 52,73 Prozent der deutschen Fußballinteressierten ihre Beschäftigung mit der Bundesliga vor allem über die herzliche Abneigung gegen den FC Bayern München definierten (nebenbei: wie kommt man nur an solche Zahlen? Zwei Stellen hinterm Komma??) – und wie sich Spannung in der Bundesliga bisher vor allem aus dem Duell Gut (alle anderen) gegen Böse (FC Bayern) ergeben hat. Wie sehr die Lieb-oder-Hass-Mich-Attitüde der Bayern gewollt ist, hat übrigens auch schon Roland Berger in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung herausgearbeitet: “Arroganz gehört beim FC Bayern zur Strategie“.