SportBild: “Hoeneß fürchtet um sein Leben”

'Hoeneß fürchtet um sein Leben' (Ausriss: SportBild Online vom 21.11.)
Ausriss: SportBild online vom 21.11.2007

Die oben abgebildetete Überschrift führt bei “SportBild online” zu einem Artikel-Teaser (”Den ganzen Report lesen Sie in der aktuellen Ausgabe”) mit der Überschrift “Hoeneß droht mit Rücktritt“. Gut, wenn wenigstens einer gelassen bleibt. Gibt es eigentlich schon Sportbildblog.de? Hat hier vielleicht jemand einfach ein “swerk” vergessen? Zumindest das fände ich noch leidlich plausibel, sonst komme ich aus dem Kopfschütteln wirklich nicht mehr raus.

Fußballfans sind Verbrecher [Update: mit Video]

Wer das Interview von Bayern-Manager Uli Hoeneß in der “Blickpunkt Sport”-Sendung des BR von Montag Abend verpasst hat, kann das auf BR-Online.de per MP3-Podcast nachholen bzw. nachhören. Ich habe gestern schon unter ständigem Kopfgeschüttel zusehen müssen.

Leider hat der Bayerische Rundfunk die nicht ganz uninteressanten Einspieler von Bayernfans und Turnvereins-Funktionären aus dem Podcast rausgeschnitten – warum auch immer. Für ein vollständiges Bild der Sendung empfehle ich daher eine Videobörse ihrer Wahl (Link aktualisiert).

Die Aussagen von Hoeneß haben natürlich für Aufruhr im Online-Gästebuch des Club Nr. 12 gesorgt. Ich zitiere mal nur ein Statement:

Der ständige Vergleich mit den italienischen Verhältnissen ist einfach nur lächerlich, taugt aber offensichtlich, um Zuschauern, die sich nicht so mit der Materie beschäftigen, Angst zu machen, und entsprechende Stimmung gegen den C12 zu schüren. Ich weiß nicht, ob Uli H. das selber alles glaubt, was er da gestern so zum Besten gegeben hat. Wenn’s so wäre, sollte er sich einfach besser informieren. Aber ich befürchte leider, dass es einfach so ist, dass kritische Bayernfans ruhig gestellt werden sollen, damit noch mehr Kunden in die Arena kommen.

Die Lösung der Stimmungs-Probleme

Guido Schröter hat die Lösung aller bayerischen Stimmungs-Probleme gefunden: Fanatisch problematisch. Und die 20 Millionen für die hier haben wir auch noch.

Offener Brief an Karl-Heinz Rummenigge

Zu einem aktuellen Thema gibt es jetzt noch einen Brief, und wieder ist es ein offener, diesmal vom Club Nr. 12: Offener Brief an Karl-Heinz Rummenigge. Lesenswert ist auch der Vorspann, da steht u.a.:

Jeder weitere Tag, an dem Fans und Vereinsführung über die Presse statt im direkten und konstruktiven Dialog kommunizieren, vergrößert den bereits erheblichen Imageschaden für Verein und Fans.
(…)
Wie im Vorstand des FC Bayern arbeiten auch im Club Nr.12 Menschen, die auch Fehler machen. Deshalb freuen wir uns über konstruktive Kritik, gerade durch die Vereinsführung, die naturgemäß zu vielen Angelegenheiten eine andere Perspektive hat. Konstruktive Kritik ermöglicht es, Fehler zu erkennen und abzustellen. Leider warten wir heute - drei Tage nach der Jahreshauptversammlung - immer noch auf diese konstruktive Kritik.

Wir sind Bayern - Ein Kommentar

Zum Auftritt der AG-Vorstände bei der Vereinssitzung des FC Bayern München schreibt Michael Neudecker in der Frankfurter Rundschau:

“So tickt der FCB nun mal: Niemand steht über dem Verein, und der Verein sind Rummenigge und Hoeneß.
[Herv. von mir]

Neudecker gibt damit einen Eindruck wieder, der sich mir in den letzten Jahren so auch vermittelt hat. Aber Rummenigge und Hoeneß irren.

Auch wenn der Verein seine Erfolge in den letzten Jahrzehnten zu einem guten Teil Hoeneß zu verdanken hat: niemand, auch nicht die beiden genannten, sind größer als der Verein, selbst wenn die Vorstände sich manchmal so aufführen. Alle Personen sind letztlich austauschbar, nicht nur die Fußballer und Fans, auch die Funktionäre. Hoeneß hat das übrigens selbst gesagt (”dann müsst Ihr Euch einen anderen Vorstand suchen”). Ja, und der Verein würde trotzdem weiter bestehen.

Nach den Vorfällen am Montag hat der Vorstand der AG in seinem offenen Brief geschrieben:

Wir wollen eine Gemeinschaft, eine Familie, die „Bayern-Familie“, die respektvoll miteinander umgeht.

Respekt im Umgang miteinander. Eine schöne Forderung, um so schöner, wenn auch der Vorstand sie erfüllen würde. Denn an Ihrem Respekt mangelt es, Herr Hoeneß und Herr Rummenigge, so läppisch manche Vorwürfe aus den Reihen der Mitglieder sein mögen. Und ohne Respekt zwischen Gesprächspartnern fällt es schwer, den anderen zu verstehen, was dann wiederum leicht zu Missverständnissen führt.

Wie schreiben Sie so schön: Wir sind Bayern. Ja, wir, nicht nur Ihr. Wäre schön, wenn Ihr Euch das manchmal auch bewusst macht.

[Angeregt durch André Zechbauer]

Disclaimer: Ich bin Vereinsmitglied, Jahreskartenbesitzer und Hauptversammlungs-Gänger des FC Bayern München, jeweils seit mehreren Jahren. Ein Fan bin ich schon seit ein paar Jahrzehnten. Und wem das hier noch nicht reicht, kann gerne auch beim Verschwender und bei Breitnigge nachschauen, da gibt’s noch mehr Meinung von mir.

Nieder mit Ebay und Google! [Update 6 - Presseschau ergänzt]

Der stellvertretende Vorsitzende der FC Bayern München AG offenbart auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München e.V. – neben anderen Feindseligkeiten – auch eine gewisse Technikfeindlichkeit und will auf Ebay und Google verzichten.


Video: FC Bayern München Ausraster Hoeneß

Weiterlesen »

«12