Aktion Libero — ein Anfang

Am 23. September 2011 war ein Fußballspieler zu Gast in einer TV-Sendung, um ein Bekenntnis abzulegen: er sei nicht schwul. Ein Bekenntnis, das er für nötig hielt — und zu dem auf Lizas Welt die passenden Worte stehen.

Dass aber ein deutscher Fußballnationalspieler meint, sich von einer sexuellen Ausrichtung distanzieren zu müssen, halte ich für ein Zeichen der Zeit. Für ein schlechtes. Zeit für die Aktion Libero.

aktion libero motiv foto500px

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist; Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

aktion libero logo

Heute im Sonderangebot: Beleidigung von Homosexuellen

Unglaublich. Der Dortmunder Torhüter Roman Weidenfeller gibt angeblich zu, den Schalker Gerald Asamoah am letzten Spieltag mit den Worten “schwules Schwein” beleidigt zu haben – und wird dafür geringer bestraft, als wenn er “schwarzes Schwein” gesagt hätte. Hätte Weidenfeller sich statt für eine sexistische also für eine rassistische Beleidigung entschieden, wären er und auch der Verein nach Meldung der “Süddeutschen Zeitung” (SZ) härter bestraft worden. Homophobie ist in der Bundesliga damit billiger zu haben als Rassismus. Kann ich nicht nachvollziehen, ich finde beides gleich beschissen.

[Update 25.8.]
Während in der SZ zu lesen ist, dass Weidenfeller auf Nachfrage vor dem Sportgericht zugegeben habe, “schwules Schwein” gesagt zu haben und in der Formulierung einen strafmindernden Zusammenhang sieht, liest sich das beim Berliner Tagesspiegel anders. Laut Tagesspiegel habe vor allem die Tatsache, dass Weidenfeller sich noch auf dem Spielfeld entschuldigte und ein mögliches Foul von Asamoah dem Vorgang voraus ging, die Strafe verringert. Den genauen Wortlaut will der Vorsitzende des Sportgerichts nicht verraten: “aus datenschutzrechtlichen Gründen” und weil eine “Diskussion vermieden werden soll, ob eine Form der Herabwürdigung (…) weniger schlimm ist als die andere”.

(via Allesaussersport.de)