„Ich hätte Luca Toni gerne behalten“

Ein Linktipp in eigener Sache: gses hat mich im Rahmen seiner Bloggerblick-Umfrage noch einmal zum FC Bayern interviewt: „Ich hätte Luca Toni gerne behalten“.

Konjunktivitis

Ich hätte die Mannschaft zur Meisterschaft führen können.
Jürgen Klinsmann (Quelle)

Bundesliga-Spiele mit Klinsmann als Trainer: 29
Dabei geholte Punkte: 54
Punkte/Spiel: 1,86

Bundesliga-Spiele mit Heynckes als Trainer: 5
Dabei geholte Punkte: 13
Punkte/Spiel: 2,6

Hätte Klinsmann seinen Punkteschnitt gehalten, wären die Bayern am Ende der Saison auf 63 Punkte gekommen – und punktgleich mit der Hertha Vierter geworden. Hätte Heynckes die ganze Saison bestritten (und dabei den gleichen Punkteschnitt wie bei den letzten fünf Spielen gehabt), hätten die Bayern 88 Punkte erreicht, 19 Punkte mehr, als Wolfsburg jetzt zur Meisterschaft reichen.

(Angeregt von Breitnigge.de und der Südtribüne)

Mehr wissen und schweigen

Er weiß viel mehr als er sagt.
Günther Jauch über Jürgen Klinsmann, den Barack Obama (Jauch) des deutschen Fußballs

Klinsmann weiß also angeblich viel mehr als er sagt. Nur gilt das, so meine bescheidene Einschätzung, wohl nicht für seinen ehemaligen Job. ((In diesem Zusammenhang steht aktuell auch was im Kicker))

Unvermeidlich – Ein Kommentar zur Entlassung Jürgen Klinsmanns

Die Idee, dass der FC Bayern reformbedürftig ist, damit er wieder zu einem europäischen Spitzenclub wird, ist nicht von der Hand zu weisen. Ob allerdings Klinsmann, sein Trainerstab und seine Methoden die dazu geeigneten Mittel zum Zweck waren, kann jetzt nicht mehr geklärt werden. Ich konnte jedenfalls in den 300 Tagen, in denen Jürgen Klinsmann den FC Bayern als Trainer offiziell anführte, nicht erkennen, dass er zu Recht mit dieser Aufgabe betreut wurde.

Ein Trainer, sein Trainerstab und sein wie auch immer geartetes Konzept sind gescheitert. Der FC Bayern wird aber sicherlich weiter bestehen, auch als Spitzenclub der Bundesliga. Bei dem Potenzial, dass der Verein nicht zuletzt auch wegen seiner immer noch herausragenden finanziellen Stellung hat, ist mir nicht bange, dass er irgendwann auch wieder zur europäischen Spitze gehören wird. Die Monate unter Klinsmann haben den FC Bayern vielleicht nicht näher an dieses Ziel gebracht, sollte aber mit Heynckes und Gerland noch die direkte Qualifikation zur Champions League erreicht werden, käme zumindest der Verein einigermaßen unbeschadet aus dieser Saison.

Was man aus der Zeit mit Klinsmann lernen konnte, ist aber, dass zu einer Reform auch der Wille gehört, diese mit dazu geeigneten Mitteln anzugehen. Mit dem derzeitigen Kader kann man sicherlich an der Spitze der Bundesliga mitmischen, um zur europäischen Spitze zu gehören, reicht es nicht. Diesen Vorwurf kann man nicht nur Klinsmann, sondern auch dem Vorstand und dem Manager machen. Dennoch gehört es auch zu den Aufgaben eines Trainers, einen Kader zusammen zu stellen oder zumindest zu fordern, der den vom Verein formulierten Ansprüchen auch im Europapokal gerecht wird. Da zuletzt aber nicht einmal die Leistungen in der Bundesliga stimmten, war eine Entlassung Klinsmanns nur die logische Konsequenz.

An einem Tag, an dem das offenbar unvermeindliche passiert ist, möchte ich aber auch festhalten, dass ich mir sicher bin, dass dieser Verein allen Gerüchten zum Trotz reformfähig ist. Allein die Verpflichtung Klinsmanns und der Mut der Vereinsführung, ihn mit dieser Aufgabe zu betreuen, zeigt das, so eindrucksvoll Klinsmann jetzt gescheitert ist. Gescheitert ist er aber nicht am Reformunwillen von Vereinsverantwortlichen und Bayernfans, sondern an den selbst gestellten Ansprüchen und der Tatsache, dass die Leistungen der Mannschaft unter seiner Regie auch zum Ende der Saison nicht einmal im Ansatz erkennbar besser wurden.

Sammer statt Klinsmann? (Nachtrag: oder nicht?)

Spätestens in sechs Wochen, so steht zu vermuten, werden die Bayern und Klinsmann getrennte Wege gehen. Selbst nach einer Meisterfeier auf dem Marienplatz. Seit zwei, drei Wochen sei das fix beschlossen, versichern diverse Quellen, in der Politik würde man sie “gut unterrichtete Kreise” nennen; der Name von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer fällt dort in der Nachfolgedebatte auffallend häufig.
Andreas Burkert in der SZ vom 16. April

Nachtrag, 18.4.2009

der vielfach genannte Kandidat Matthias Sammer wird offenbar DFB-Sportchef bleiben
Andreas Burkert in der SZ vom 18. April

Der Tag danach oder: Mein Leisten (Blogschauer)

Ein Verein, der sich in Reichweite der europäischen Top-Klubs sehen will, kann sich Spieler wie Christian Lell oder die Mailänder Leihgabe Massimo Oddo nicht leisten.
André Zechbauer

Mit diesen Aussagen (man muss was tun um zu gewinnen) hat Klinsmann der Mannschaft das sogenannte „Bayern-Gen“ rausoperiert.
Alex

Warum selbst arbeiten, wenn andere das doch schon getan haben? Kann dem, was Alex zum Trainer und André zusätzlich zu Mannschaft, Vereinsführung und den Fans des FC Bayern gesagt haben, derzeit eh kaum etwas sinnvolles hinzufügen ((Tweet-Übersicht)). ((höchstens dies, damit den zweiten Teil der Überschrift nicht nur Insider verstehen)) ((und ja, es gibt auch andere, nicht ganz so gefasste Stimmen))

Nachträge

Klinsmann ist an der aktuellen Lage sicher nicht alleine Schuld. Er ist aber auch nicht völlig unschuldig, denn er macht schlicht und ergreifend zu viele Fehler sowohl personeller als auch taktischer Natur.
Elmarinho

Von den Verantwortlichen des FC Bayern weiß niemand, wie man so etwas macht: einem Starensemble eine Fußballphilosophie einimpfen, geschweige denn einen Verein so zu führen, dass er eine Vorstellung vom Fußball lebt, die auch jenseits des Erfolges Freude bereitet.
Weltsicht Südtribüne (Selbstzitat)

Der grundlegende Schwachsinn war jedoch von Beginn an, laut Klinsmann einen “Fußball wie Liverpool und ManU” zu spielen. Schnelles diagonales Spiel, neumodisch als “One-Toch” bezeichnet. Nur, wenn man dafür keine Spieler hat bzw. holt, geht das einfach nicht. (…) Man muss aus den vorhandenen Spielern das Beste machen und nicht seine taktische Vision einer Truppe aufzwingen, die das gar nicht umsetzen kann.
gses (bei Breitnigge)

„Offenbarung” nennen es die einen, „Waterloo” die anderen. Doch gegen das, was sich gestern vor allem vor der Pause abspielte, kann Napoleons epische Niederlage in Belgien noch als Achtungserfolg bezeichnet werden.
Jannik

So fucking what? Wo ist der Skandal?
Spielbeobachter

Frustfaul

Mein aktuelles Frustrationsniveau anläßlich des letzten Bundesliga-Spiels des FC Bayern München passt nicht mehr in 140 Zeichen, daher lade ich meine Gedanken zur Bremer Nullnummer mal hier ab. Auch wenn es – vor allem in der ersten Halbzeit – ein sehr unterhaltsames Spiel war, so frustrierend war wieder einmal der Spielverlauf. Déjà vu: in der Rückrunde bekommen die Bayern ob der ebenfalls schwächelnden Konkurrenz wieder und wieder die Chance, an die Bundesliga-Spitze aufzuschließen, versemmeln aber Spieltag um Spieltag die Matchbälle. Und nicht immer sind nur die Schiedsrichter Schuld.

Denn den Bayern fehlte heute mal wieder so einiges, um als Sieger vom Platz zu gehen: Glück (erste Halbzeit), gute Torchancen (zweite Halbzeit), taktische Raffinesse, Schnelligkeit (auch im Denken), Alternativen auf der Auswechselbank, Leidenschaft. Und hätte Pizarro seine hundertprozentige Torchance in der 72. Minute auch noch reingemacht, hätten die Bayern sich selbst über eine Niederlage nicht beschweren dürfen. So bleibt nur die Erkenntnis, dass der FC Bayern jetzt hinter Wolfsburg auf Platz Fünf (!) der Tabelle zurückgefallen ist und allmählich anfangen muss, den Worten (“wir werden eh Meister”) mal Taten folgen zu lassen.

An die Meisterschaft glaube ich nach den Auftritten der Bayern in der Rückrunde eigentlich nicht mehr, auch wenn es weiter nur vier Punkte sind, die die Bayern hinter der Tabellenspitze liegen. Aber mit so wenig Leidenschaft wird’s nichts aus der Tabellenführung, geschweige denn aus dem 22. Meistertitel.

Wobei ich dazu sagen muss, dass mir eine weitere Meisterschaft der Bayern auch nicht so wichtig ist. Wichtiger ist mir am Ende der Bundesliga-Saison eine Platzierung, die die Teilnahme an der Champions League erlaubt und der Aufbau einer Mannschaft, die dort auch konstant was reißen kann. Ich sehe es mal positiv: für ersteres habe ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben und letzteres ist selbst in dieser Saison immer noch möglich. Auch wenn man für beide Ziele zur Zeit eher ein ziemlicher Optimist sein muss.

Grausam

Vorhin, im Radio (( Lieber Bayerischer Rundfunk: ich hoffe, ihr habt nichts dagegen, dass ich euch in dieser Form zitiere, Werbung mache und verlinke. Bitte schickt mir nicht gleich Anwälte an den Hals, falls ihr ein Problem mit diesem Mitschnitt eines Trailers von euch haben solltet, sagt einfach Bescheid, ich werde ihn bei Missfallen selbstverständlich wieder entfernen. Danke.)):

[audio:B5_FCBayern_2009.mp3]

Grausam. Ein Wort reicht, um die letzten Auftritte des FC Bayern zusammen zu fassen. Tiefpunkt war das Heimspiel gegen Köln vom vergangenen Wochenende, jetzt wird es in den nächsten Tagen leider aufregender, als es sein müsste. Bis zum 10. März stehen Spiele gegen Sporting Lissabon, Bremen, Leverkusen, Hannover und nicht zuletzt das Achtelfinal-Rückspiel gegen Lissabon in der Champions League an. Bin gespannt, wohin die Reise geht. Ganz unpathetisch: Tage der Wahrheit.

Zitategold des Tages

Da müssen wir uns taktisch verbessern, sonst sind wir ganz schnell wieder draußen. Das habe ich dem Trainer so auch gesagt.

Philipp Lahm belehrt Jürgen Klinsmann.

Dann müssen entweder unsere Stürmer aushelfen oder die Mittelfeldspieler auf den Außenpositionen.

Mark van Bommels Lösungsvorschlag zum Thema.

So kannst du im Jugendbereich trainieren, aber ein Bundesliga-Profi braucht stärkere Beanspruchung, eine größere Dynamik.

Sepp Maier über das Torwart-Training unter Walter Junghans.

Pures Zitategold, gesammelt von Thomas Gaber.