Ein historischer Tag. Nicht für mich, sondern für den FC Bayern. Jürgen Klinsmann ist heute als neuer Trainer des FC Bayern vorgestellt worden – und selbst die Kanzlerin freut sich. Die Verpflichtung von Klinsmann steht - ähnlich wie schon die Einkaufstour im Sommer - nicht nur für eine neue Denkweise bei der Zusammensetzung des Spielerkaders des FC Bayern, sondern auch für neue Ideen auf der Trainerbank. Klinsmann ist für den FC Bayern wirklich “eine Palastrevolution von innen” - wie ein Kommentator auf AAS schreibt. Für die “Zeit” läutet der Coup von Hoeneß, Rummenigge und Co. gar das “Ende der Ära Beckenbauer” ein. Na ja, abwarten. Ein spannendes Experiment ist es aber auf jeden Fall – und eine mutige und richtige Entscheidung, wie ich finde.
Wer übrigens die Pressekonferenz zur Vorstellung von Klinsmann verpasst hat, kann ein erstes Statement von Jürgen Klinsmann oder auch die komplette Pressekonferenz[Update] online ansehen. Auf der selben Website ist auch das Video der lange vorher geplanten Pressekonferenz von Oliver Kahn zu finden, bei dem er gleich mit seiner ersten Antwort auf eine Reporterfrage staubtrocken klar macht, dass er zum Thema “Klinsmann als neuer Bayern-Trainer” nichts sagen möchte – und damit angesichts der Nachrichtenlage die Journalisten für zehn Sekunden zum Schweigen bringt. Anschließend sagt er natürlich trotzdem noch einiges zum Thema, das meiste aber zwischen den Zeilen. Köstlich.
2009 will Hoeneß ja eigentlich aufhören und in den Aufsichtsrat wechseln. Jemand von außen soll dann kommen, “aber ich kann hier keinen 30-Jährigen hinsetzen wie den Heldt”, sagt er, “da muss ich schon an einen wie Allofs denken”.
Und noch ein Name taucht in dem Artikel von Andreas Burkert auf, der über den FC Bayern heute auf Seite Drei in der “Süddeutschen Zeitung” erschienen ist:
Sie werden wohl einen neuen Trainer holen, einen Modernisierer aus dem Ausland bestenfalls; oder ein spannendes Experiment wagen, etwa mit dem Mainzer Zweitliga-Coach Jürgen Klopp.
Unglaublich, welche Aussagen sich der Redaktionsleiter der ARD-Sportschau über die Fanszene des FC Bayern erlaubt. Wäre ich bei der Aufzeichnung des Videos dabei gewesen, hätte man mich gehört – und Steffen Simons Aussagen wären nicht unwidersprochen geblieben. Abgesehen von den schwer erträglichen ersten zwei Minuten ist das folgende Video aber sehenswert, weil es das sehr interessante Urteil Mehmet Scholls über die Qualitäten von Toni Kroos enthält.
Die SPD ist heute von der Mitte so weit weg wie England von der Fußball-Weltmeisterschaft.
Ronald Pofalla, CDU-Generalsekretär, in einer Rede auf dem 21. Parteitag der CDU in Hannover. Lustigerweise ist im Manuskript der Rede von der EM die Rede, vorgetragen hat Herr Pofalla aber einen WM-Vergleich.
Ich erzähle Ihnen jetzt etwas, was mir schwerfällt und ich vielleicht bereuen werde. Man kann mit Bayern München nur ordentlich als Feind umgehen, wenn man unsachlich bleibt. Sobald man sich an Fakten hält, wird es schwierig.
Andreas Frege, bekannter als “Campino” von der Schlagerpunkgruppe “Tote Hosen”, im Sportgespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Interessant auch die Meinung Campinos zu Hoeneß’ Wutausbruch.
Leider hat der Bayerische Rundfunk die nicht ganz uninteressanten Einspieler von Bayernfans und Turnvereins-Funktionären aus dem Podcast rausgeschnitten – warum auch immer. Für ein vollständiges Bild der Sendung empfehle ich daher eine Videobörse ihrer Wahl(Link aktualisiert).
Die Aussagen von Hoeneß haben natürlich für Aufruhr im Online-Gästebuch des Club Nr. 12 gesorgt. Ich zitiere mal nur ein Statement:
Der ständige Vergleich mit den italienischen Verhältnissen ist einfach nur lächerlich, taugt aber offensichtlich, um Zuschauern, die sich nicht so mit der Materie beschäftigen, Angst zu machen, und entsprechende Stimmung gegen den C12 zu schüren. Ich weiß nicht, ob Uli H. das selber alles glaubt, was er da gestern so zum Besten gegeben hat. Wenn’s so wäre, sollte er sich einfach besser informieren. Aber ich befürchte leider, dass es einfach so ist, dass kritische Bayernfans ruhig gestellt werden sollen, damit noch mehr Kunden in die Arena kommen.