Die Erkenntnisse des 15. August 2008
Trotz Dopings rührt mich ein Olmypiasieg einer deutschen Schwimmerin, dieser Schwimmerin, nach der Vorgeschichte der letzten Tage und ob der dann gezeigten Freude. Dafür liebe ich als Zuschauer Spitzensport, immer noch, trotz allem.
In einer Arena treten Opernsänger vor Opernpublikum auf. Passt doch. Soll sich aber dann später keiner über die Scheiß-Stimmung aufregen. Und irgendwie hätte der Mann mit den früher schiefen Zähnen die Textzeile “Nessun dorma!” doch auf Deutsch singen sollen. Oder portugiesisch, für Lucio. So versteht das doch nur Luca Toni – und der konnte leider nicht mitspielen.
In Deutschland singen im Fernsehen alle immer brav Playback, selbst Opernsänger. Eigentlich ein Sakrileg für die Branche. Schlimm. Dann kann auch ein DJ eine Platte auflegen.
Die Europameisterschaft
Ein tolles Turnier, mit einem sensationell hohen Anteil an unterhaltsamen, spannenden und überraschenden Spielen, kurz: das beste Turnier, das ich als Erwachsener erlebt habe.
Deutschland
Zweiter. Hätte ich vorher nicht gedacht.
Spanien
Erster. Hätte ich vorher auch nicht gedacht.
Die Mannschaft, die über das Turnier den besten Fußball gespielt hat, gewinnt auch das Endspiel
(fast) ausnahmslos alle deutschen Kommentatoren, Moderatoren, Moderationen und Beiträge, die im Fernsehen zu sehen und leider meist auch zu hören waren
Seebühnen
die generelle Qualität der Fußball-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
“Waldis EM-Club”
“Nachgetreten”
Fandarsteller, zu denen nach den Spielen geschaltet wird
Fandarsteller in den Stadien, die das Trikot einer Mannschaft tragen, ohne deren Fan zu sein
Inszenierungen einer Fußballsendung als “Fußballporno” (SZ)
kein Zweikanalton bei den Übertragungen (Kanal 1: mit Kommentar, Kanal 2: ohne)
Es lief hier neulich schon über Del.icio.us durch, aber zur Feier des Tages und weil es so grandios ist (wie gestern auch die Sportschau feststellte) gibt’s hier eine Wiedergeburt des Links zur Gegenüberstellung des SZ-Magazins von Luca-Toni-Posen mit Bildern aus der Renaissance (Autor: Marc Baumann).
El fútbol es tan bonito. Es injusto, pero así es el fútbol y por eso es tan bonito. Fußball ist so schön. Es ist ungerecht, aber das ist Fußball und weil es so ist, ist es so schön. Cosmin Contra (via)
Warum lieben wir Fußball? Weil so ein Spiel langweiliger sein kann als ein Werbespot für Coca Cola Light Green Tea und in der letzten Minute plötzlich eine Heldensage entwirft von einem Torwart, der allein mit seiner Wut für das Weiterkommen sorgt. Malte Welding
*und hören (Update, s.u.)
Wahnsinn (reloaded). Noch mehr Videos vom Wahnsinn:
[Nachtrag, März 2008: Das hier ursprünglich eingebettete Video mit der Pressekonferenz in voller Länge wurde auf Sevenload inzwischen gelöscht. Die Pressekonferenz ist leider selbst bei Eyep.tv nicht mehr abrufbar, vielleicht eine Folge des Rechtsstreits gegen den FC Bayern München.]