“Das deutsche Fernsehen steckt momentan in seiner größten Krise”

Ich liebe das Fernsehen, aber ich schalte es nicht mehr freiwillig ein.
(…)
Und da kommen wir zum zweiten großen Grundsatzproblem [des deutschen Fersehens], neben der Quotenhuldigung, und das ist, ich glaube vielleicht sogar noch wichtiger: Der Spaß am eigenen Medium. Ich kann mich kaum erinnern, wann ich in der letzten Jahren einmal einen Redakteur traf, der auch nur ansatzweise Anzeichen dafür zeigte, dass ihm seine Arbeit wirklich selber Freude macht. Der darauf aus war, etwas zu verwirklichen, was er selber mögen würde.

Oliver Kalkofe in einer Brandrede (PDF) zum Zustand des deutschen Fernsehens, gehalten auf den Münchner Medientagen 2007.

Gefunden über DWDL.de, die eigentümlicherweise behaupten*, sie hätten die Brandrede** Kalkofes exklusiv***. Eigentümlich, denn über die Website der Medientage lässt sich ein qualitativ deutlich besserer (und deutlich längerer) Mitschnitt der Diskussionsrunde auch abrufen. Und hoffentlich auch noch nach Dienstag Abend.

*Hat sich inzwischen erledigt, vgl. den Kommentar von Thomas Lückerath.

**Die natürlich nicht Brandrede, sondern “Keynote” heißt, wir sind ja auf einem Kongress.

***Exklusiv wohl in dem Sinn, dass da jemand von DWDL ein Aufnahmegerät auf dem Tisch liegen hatte und genau diesen Mitschnitt inklusive Atmo dann exklusiv auf DWDL.de veröffentlicht hat (mit dem Zusatz, dass der “exklusive” Mitschnitt dann auch nur bis Dienstag Abend online abrufbar ist).

350 Millionen Euro Beraterhonorar

Dass Siemens eine richtig dicke Schmiergeld-Kasse hatte – nach Meldungen vom Donnerstag sind im Konzern inzwischen 1,3 Milliarden Euro an “zweifelhaften Zahlungen” entdeckt worden – kann ich mir ja noch einigermaßen vorstellen. Aber dass der Münchner Industriegigant allein im Jahr 2007 zur Aufdeckung des Skandals für externe Berater, Untersuchungen und Anti-Korruptionsmaßnahmen auch mal eben 347 Millionen Euro ausgegeben hat, übersteigt dann doch mein Vorstellungsvermögen.

NETZEITUNG: Siemens-Skandal erreicht Milliarden-Dimension

Ganz kleine Piepmänner III

Der FC Bayern hatte im Uefa Cup deutlich höhere Zuschauerzahlen als Sat.1 mit der Übertragung der Champions League-Spiele von Bremen, Schalke und Stuttgart (DWDL).

Piepmänner I und II