Ranglisten rocken, auch in der Sommerpause. Angeregt durch American Arena (der diese Rangliste nicht mag, sie aber ausgiebig würdigt), habe ich mal eine Liste der von mir am meisten bewunderten Sportler rausgekramt. Gelistet werden ausschließlich Athleten, die ich selbst live sehen durfte.
Basketball
Michael Jordan*
Fußball
Diego Maradona
Zinédine Zidane
Paul Breitner
Leichtathletik
Carl Lewis
Edwin Moses
Boxen
Muhammad Ali
Handball
Erhard Wunderlich
Schwimmen
Michael Groß
Radsport
Greg LeMond
Tennis
Björn Borg
Jimmy Connors
*wenn ich nur einen Sportler nennen dürfte, den ich am meisten bewundere, wäre er es
Nachdem die Versorgungslage am Münchner Videothekenmarkt immerschlechter wird (und meine Automatenvideothek um die Ecke auch kein Sortimentsriese ist), suche ich jetzt bei einer Online-Videothek mein Cineasten-Glück. Da lässt sich schon einiges finden:
Screenshot: Meine allererste Wunschliste. Man sieht, dass die FSK-18-Freischaltung erst später kam.
Wenn alles klappt, kommen morgen die ersten DVDs an. Und dann kann ich auch die Rubrik ‘Filme‘ weiter füllen, die hier still und heimlich eingezogen ist.
*Update
- Kommentarfunktion für ‘Filme‘ nachgerüstet
Der mit dem Leonopteryx tanzt. Unglaublich kitschig, strotzt vor New-Age-Gesülze, aber ein visuelles Feuerwerk allererster Güte. Herausragend. Cinema München, OF 3D
Ein Film über die Drogen- und Doping-Kultur in den USA, ausgelöst durch den Steorid-Konsum der Brüder des Filmemachers und die Frage, warum er – im Gegensatz zu ihnen – nie Steoride nehmen wollte. Sehr sehenswert. Maxx 2, Filmfest München, OF
THE GOOD, THE BAD AND THE UGLY bzw. ZWEI GLORREICHE HALUNKEN. Ein absoluter Klassiker. Großes Kino, auf einer exzellenten DVD angemessen groß aufbereitet. DVD
HABEN SIE DAS VON DEN MORGANS GEHÖRT? Einfachst gestricktes Comedy-Vehikel, das hemmungslos Klischees über landuntaugliche Städter, stadtverachtende Ländler und die typischen Filmrollen der beiden Hauptdarsteller zu simplen, fast immer vorhersehbaren Gags nutzt. Man könnte sich noch darüber mokieren, dass Hugh Grant dazu verdammt ist, immer und ewig den gleichen Typ in den immergleichen romantischen Komödien zu spielen, es steht aber zu befürchten, dass er für andere Rollen schauspielerisch zu wenig drauf hat. Und das will man vielleicht auch nicht sehen, dann amüsiert man sich doch lieber über die Knallcharge und den Hungerhaken im Kampf mit der Natur und dem Profi-Killer. Hat angeblich 58 Millionen US-Dollar in der Produktion gekostet, die müssen vollständig für die Gagen von Sarah Jessica Parker und Hugh Grant draufgegangen sein, auf der Leinwand sieht man davon jedenfalls nichts. Auch wenn er für ein paar Lacher gut ist: den Film muss man nicht sehen, vor allem nicht im Kino. Vielleicht mal, wenn nichts anderes im Fernsehen läuft. Mathäser, Kino 6 (829 Plätze, fast ausverkauft), dF
Sehenswerter, fieser kleiner Science-Fiction-Film über Rassentrennung und Apartheid. Mit Anklängen an DIE FLIEGE und einer großartigen Einstiegsfrage: warum ist das Raumschiff nicht, wie sonst immer, über New York, London oder Paris gelandet, sondern über Johannesburg?
VoD, dF
Sehenswerte Doku über einen der größten Wirtschaftsbetrugsskandale in den USA. Ein Energie-Konzern, der vor der Pleite 22.000 Mitarbeiter beschäftigte und Umsätze von 100 Milliarden US-Dollar meldete, fälschte jahrelang und mit großer Kreativiät seine Bilanzen. Wie das gemacht wurde und wer dafür verantwortlich war, zeigt der Film.
DVD
WIE DAS LEBEN SO SPIELT
Film von Judd Apataw, der hier offenbar Directors-Cut-Rechte bekommen hat und mit seiner Leinwand-Clique machen darf, was er will. Das bekommt dem zu langen Film nicht gut, viel autobiographisches wird viel zu ausführlich erzählt. Sehenswert als Blick hinter die Kulissen der Standup-Szene, für Fans von Adam Sandler und wegen manch gelungener Dialog-Perle, z.B. einem köstlichen Gastauftritt von Eminem als Eminem.
DVD
Knorriges Alterswerk von Clint Eastwood. Ein würdiger Film um (sollte die Prophezeiung des Kinokartenverkäufers eintreffen) nie wieder vor der Kamera erscheinen zu müssen. Eine vermeindlich simple Geschichte um Schuld, Sühne und Vorurteile, zuweilen arg klischeehaft (wenn es um die Familie des Alten und dessen Gesichtsausdrücke bei Familientreffen geht), die aber dennoch genug Tiefe besitzt, um nachdenklich zu stimmen und im Gedächtnis zu bleiben.
Neues Rottmann, dF
Poppy, du bist einfach umwerfend. Dank dir ist ‘Happy-Go-Lucky’ einer der herzerfrischendsten Filme, den ich in den letzten Jahren gesehen habe. Gefällt sicherlich nicht jedem, ich fand's toll. Enraha! City 1, München, dF
Der Niedergang einer Musikkneipe im tiefsten Süden der USA wird durch einen jungen Blues-Musiker abgewendet. Langweilig und voller Klischees. Nicht sehenswert. Maxx 2, Filmfest München, OF
JUST ANOTHER LOVE STORY (Promotitel). Neues von Ole Bornedal! Ein sehenswerter, fieser kleiner Film. Rio I, Filmfest München, lief im dänischen Original mit englischen Untertiteln.
Doku über das Leben von Klaus Barbie, den "Schlächter von Lyon". Der Film über den nach mehr als vierzig Jahren in einem Aufsehen erregenden Prozess verurteilten Kriegsverbrecher entwertet sich leider selbst ein wenig durch Verschwörungstheorien, die Barbie in fast alle terroristischen Aktivitäten seit 1945 verwickelt sehen. Zwiespältig, aber trotz des bisweilen übertrieben raunenden Kommentars sehenswert. Rio I, Filmfest München, fOmeU
DAS VERMÄCHTNIS DES GEHEIMEN BUCHES. Das Sequel zu ‘Das Vermächtnis der Tempelritter’. Big-Budget-Popcorn-Kino, weitgehend überraschungs- und tiefgangsbefreit. Unterhaltsame Kommentarspur auf der DVD, auf der eigentlichen Filmspur aber höchstens noch leidlich amüsant. DVD
Staubtrockene Killergeschichte der Coen-Brüder. Aus einem exzellentem Ensemble (Josh Brolin, Tommy Lee Jones, Kelly Macdonald) ragt Javier Bardem heraus, der einen beängstigend irren Killer spielt.
DVD
Wer weiß mit 20, ob er die Frau fürs Leben gefunden hat? Ein naiver junger Deutscher verliebt sich in eine nicht ganz so naive, an AIDS erkrankte junge Kambodschanerin. Er ist sich unschlüssig darüber, wie er mit ihr umgehen soll. Ähnlich wie der Protagonist laviert auch noch der Film zwischen Komödie und Drama hin und her und kratzt dabei nur an der Oberfläche der Konflikte. Jetzt laviere ich auch mal und gebe zu, dass ich mir unschlüssig bin, wie ich den Film finde. Geht so, sage ich mal.
City Kino
SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE. Sehr gelungene, vor allem visuell herausragende Verfilmung des ebenfalls sehr lesenwerten Buches von Jean-Dominique Bauby über sein Schicksal als Locked-in-Syndrom-Patient.
DVD
1 MORD FÜR 2. Ein verfilmtes Theaterstück. Zwei Schauspieler ergötzen sich an ihrer Kunst und der Regisseur vergisst, dass es für einen gelungenen Spielfilm manchmal doch ein wenig mehr braucht. Als Fernsehspiel gerade noch akzeptabel, als Film enttäuschend und nichts für die große Leinwand. DVD
State of Play - Stand der Dinge Die Unbestechlichen für Arme. Überraschungsarmes, blutleeres und schwer klischeebeladenes Verschwörungsfilmchen, das nicht wirklich mitreißen konnte.
DVD
Tesis – Der Snuff-Film. Debutfilm des damals 23-jährigen Alejandro Amenábar (Abre los ojos, The Others, Mar adentro) über eine sehr verhängnisvolle Zuneigung zu Gewaltdarstellungen. Sehenswert, auch wenn ich der weiblichen Protagonistin die ganze Zeit "GEH ENDLICH ZUR POLIZEI!" zurufen musste (was ihr viel Kummer und mindestens einen Mordversuch erspart hätte, aber schlecht fürs Drehbuch gewesen wäre).
DVD, dF
Believe the hype. Big-Budget-Popcornkino mit Tiefgang. Abgründe tun sich auf, der Terror ist stärker als das Verbrechen, Siege über das Böse sind Pyrrhus-Siege. Und Heath Ledger ist sehr überzeugend sehr böse. Selbst Hans Zimmer trifft die richtigen Töne. Großes Kino.
Cinema München, OF
Enttäuschend. Soll ein Meisterwerk sein, ist es ganz sicher nicht. Verschenkt als simpler Monster-Horrorfilm das Potential, das der Drehort bietet. DVD
Der ehemalige US-Verteidigungsminister Robert McNamara hat Geschichte geschrieben - und Meister-Dokumentarfilmer Errol Morris macht aus der Lebensgeschichte McNamaras einen sehr, sehr sehenswerten Dokumentarfilm über einen alten, kalten Krieger und die Lektionen, die er gelernt hat. Herausragend. Weitere Info: Offiziell, Interview mit dem Filmemacher, selbergucken. DVD
TÖDLICHES KOMMANDO
Bombenentschärfen ist ein Scheißjob, aber irgendeiner muss es machen. Und manche werden, Adrenalin sei Dank, sogar süchtig danach. Sehr gut gespieltes und fast dokumentarisch in Szene gesetztes, mitleidloses Drama über den Alltag einer US-amerikanischen Spezialtruppe im Irak.
DVD
Schöner, im besten Sinne altmodischer Film mit einer wunderbaren Auflösung. Punktabzug für die Verwendung von Zeitlupen und eines sehr eindimensional bösen Charakters, in Fachkreisen als Gladiator- bzw. Commodus-Problematik bekannt.
DVD
DER VORLESER.
*Spoiler folgen* : : : : : : : : : : : : : : :
Eine KZ-Aufseherin kann Sex mit einem Heranwachsenden haben und sexy sein, aber nicht lesen. Der Heranwachsende mag Sex und Vorlesen, schweigt aber später, als es wirklich um was geht. Die Schande des Analphabetismus ist größer als die Verantwortung für ein paar Morde an Juden. Wer das glaubt, kann diesem Film etwas abgewinnen. Neben dem unzweifelhaft guten Schauspiel von David Kross und Kate Winslet.
DVD
Mickey Rourke brilliert in dem bittersüßen Film von Darren Aronofsky als abgewrackter Wrestler, der die besten Zeiten hinter sich hat. Als Vater ein Versager, versucht er zumindest als Wrestler Anerkennung zu bekommen und Selbstachtung zu behalten. Auch wenn es das letzte sein sollte, was er tut. Hier mischen sich echtes und gespieltes Leben: Rourke hat in den letzten Jahren viel dafür getan, eine solche Rolle überzeugend spielen zu können. Und das tut er dann auch: herausragend. THE WRESTLER ist ein kleiner, sentimentaler Film, gedreht mit wackeliger Handkamera auf grobem Filmmaterial, immer passend zur Story. Selbst der Soundtrack lädt zu Sentimentalitäten ein und gräbt die Hardrocker der 80er-Jahre wieder aus: Accept, Scorpions, Quiet Riot, Cinderella … Zitat: „In den 80er haben sie noch richtige Musik gespielt. Dann kam dieser Cobain und hat alles kaputt gemacht“. Sehenswert, aber kein Meisterwerk wie Requiem for a Dream vom selben Regisseur.
Kinos Münchner Freiheit, dF
Eine als Animationsfilm gedrehte Dokumentation über die Suche eines Mannes nach seiner bisher verdrängten Erinnerung an ein Massaker, an dem er beteiligt war. Sehr sehenswert und beeindruckend. Forum 1, Filmfest München, hebräisches Original mit deutschen Untertiteln.
Knallt ganz gut. Will sagen: unterhaltsamer Actioner mit durchaus beachtlichen Schau-Qualitäten; wirkt um so besser, je weniger man über den Film nachdenkt. Randbemerkung: Thomas Kretschmann, derzeit unser Mann in Hollywood, hätte ich ein wenig mehr Text für seine Sprechrolle gewünscht (so kommt er eher wie ein T-1000 rüber).
DVD
Sehr gelungene Verfilmung des besten Comicbuchs dieses Planeten. Der Film wird der Vorlage weitgehend gerecht, kann aber dem Original nahezu zwangsläufig nicht das Wasser reichen. Die Graphic Novel von Moore und Gibbons ist eines der besten Stücke Literatur, das ich jemals lesen durfte, WATCHMEN sicher ein herausragender Film, aber keine Offenbarung. Cinema München, OF
Musik- und Dokumentarfilm über Leben und Werk von Stefan Weber, dem Kopf der österreichischen Anarchopunk-Hardrockcombo “Drahwidaberl”. War übrigens noch nicht in der IMDb verzeichnet, wurde von mir nachgeholt, mal sehen, was passiert, ist jetzt drin. Sehenswert. Mein Kinobesuchsbericht. Rio I, Filmfest München
Vorsicht: Kunst. Der Film sieht während eines Spiels dem größten Fußballspieler seiner Generation bei der Arbeit zu. Und zwar nur ihm, egal wo der Ball gerade ist. Die exzellente Kamera, die Fokussierung auf ein Objekt, der Ton des Films und der hypnotische Soundtrack ergeben ein außergewöhnliches Filmporträt. Statt eines Dokumentarfilms sieht man aber eher eine "anthropologische Studie über den Menschen und die Zeit" (so Douglas Gordon, der Macher des Films). Herausragend, aber sicher nicht für jeden zu goutieren. Dazu sollte man vielleicht wissen, dass Gordon in der Regel als Videokünstler arbeitet. Und dabei außerordentlich eindrucksvolle Werke schafft. DVD