„Ich hätte Luca Toni gerne behalten“

Ein Linktipp in eigener Sache: gses hat mich im Rahmen seiner Bloggerblick-Umfrage noch einmal zum FC Bayern interviewt: „Ich hätte Luca Toni gerne behalten“.

Gestern, im Stadion

Ein Tondokument. Vom zweiten Tor gibt es leider keinen Mitschnitt, ich war abgelenkt.

Noch was: mehr zum Spiel sagen ich (und André) in der von Max-Jacob Ost betreuten Blogschau von Spox.com. Die ist immer sehr lesenswert, heute aber besonders.

Was ist schon ein Jahr?

Was ist schon ein Jahr?

Bayern-Magazin, Ausgaben vom 15. August 2008 (1/Jg. 60) bzw. vom 15. August 2009 (1/Jg. 61). (Q)

Für Franck

R Verein Land Sp S U N T+ T- TD P P/S
1 FC Barcelona Spanien 427 232 97 98 813 441 372 793 1,86
2 Real Madrid Spanien 405 228 71 106 846 453 393 755 1,86
3 Juventus Turin Italien 365 208 71 86 662 330 332 695 1,90
4 FC Bayern Deutschland 357 188 88 81 690 395 295 652 1,83
5 AC Mailand Italien 321 174 73 74 526 278 248 595 1,85
6 Inter Mailand Italien 327 162 79 86 510 302 208 565 1,73
7 Ajax Amsterdam Niederlande 310 166 57 87 589 310 279 555 1,79
8 FC Liverpool England 290 164 62 64 530 235 295 554 1,91
9 RSC Anderlecht Belgien 330 152 65 113 552 433 119 521 1,58
10 Benfica Lissabon Portugal 299 141 73 85 501 311 190 496 1,66
11 Manchester Utd England 260 139 67 54 479 253 226 484 1,86
12 Glasgow Rangers Schottland 289 127 67 95 447 350 97 448 1,55
13 FC Porto Portugal 277 125 60 92 403 299 104 435 1,57
14 FC Valencia Spanien 247 124 61 62 409 252 155 433 1,75
15 Fey. Rotterdam Niederlande 259 123 63 73 466 311 155 432 1,67
16 Malmö FF Schweden 277 120 66 91 443 354 89 426 1,54
17 Standard Lüttich Belgien 266 119 64 83 434 342 92 421 1,58
18 Roter St. Belgrad Serbien 266 122 52 92 480 349 131 418 1,57
19 Hamburger SV Deutschland 237 124 45 68 435 285 150 417 1,76
20 PSV Eindhoven Niederlande 274 117 57 100 426 326 100 408 1,49
21 Celtic Glasgow Schottland 241 118 42 81 400 248 152 396 1,64
22 Dynamo Kiew Ukraine 247 114 52 81 375 279 96 394 1,60
23 Werder Bremen Deutschland 229 112 46 71 431 298 133 382 1,67
24 Atlético Madrid Spanien 206 113 34 59 353 222 131 373 1,81
25 AS Rom Italien 220 104 50 66 323 221 102 362 1,65
26 FC Brügge Belgien 225 108 38 79 350 255 75 362 1,61
27 IFK Göteborg Schweden 228 106 42 80 411 332 79 360 1,58
28 Sparta Prag Tschechien 252 101 53 96 371 339 32 358 1,42
29 Grash. Zürich Schweiz 282 100 51 131 443 471 -28 351 1,24
30 Spartak Moskau Russland 216 100 47 69 333 263 70 347 1,61
31 Rapid Wien Österreich 252 99 50 103 394 356 38 347 1,38

Eine kleine Entscheidungshilfe für Franck Ribéry, falls er demnächst zu einem größeren Verein wechseln will: eine  „ewige“ Tabelle mit den 31 – nach Spielergebnissen bzw. Punkten – erfolgreichsten europäischen Fußballmannschaften.

„Er opfert sich für den Verein auf“

Es wäre in jedem Fall gut für das Team und den Klub, wenn er einen Zweijahresvertrag bekommen würde. Er opfert sich für den Verein auf. Dafür hätte er verdient zu bleiben.

Franck Ribéry über Mark van Bommel.

Den Crash vermieden

Gedanken zum FC Bayern nach dem Spiel gegen Lyon

Nach zwei Niederlagen in den letzten drei Spielen ist ein Unentschieden immerhin ein leichter Aufwärtstrend; Befreiungsschläge sehen aber anders aus. Chancen für ein 2:1 hat es zwar gegeben, das 1:1 ist dennoch leistungsgerecht.

Das Unentschieden gegen Olympique Lyon spiegelt somit ganz gut den derzeitigen Zustand der Mannschaft wieder: man weiß nicht so genau, wo man steht, alles ist im Umbruch, zum Teil unnötigerweise – und man schlägt sich im Zweifel selbst.

Dass die personifizierte Torungefahr das Tor zum Ausgleich macht, ist aber eine schöne Pointe. Allerdings: wenn Zé Roberto in seiner Karriere auch noch Tore am Fließband geschossen hätte, spielte er längst nicht mehr für den FC Bayern und wäre einer der besten Spieler der Welt.

So kann man einen Kapitän auch demontieren: indem man ihn einfach nicht spielen lässt. Unnötigerweise, schlechter als Demichelis hätte Mark van Bommel kaum spielen können.

Überhaupt: selten habe ich jemand so um eine Auswechslung betteln sehen wie Demichelis – ohne dass er erhört wurde. Dafür hätte beinahe Lucio Gelb für eine Attacke auf den eigenen Mann gesehen, als er den Argentinier energisch darauf hinwies, doch etwas weniger lethargisch aufzutreten.

Auch deswegen ist es mir ein Rätsel, warum Klinsmann nicht zur Pause oder spätestens ab der 60. Minute van Bommel für Demichelis brachte. Demichelis hatte unter Hitzfeld schon einmal abseits des Platzes Arbeitsverweigerung betrieben, als er im Mittelfeld statt in der Innenverteidigung spielen sollte. Diesmal hat er auf dem Platz die Arbeit verweigert. Und das alles, obwohl mit van Bommel ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler auf der Bank saß.

Wieviele Freistöße und Ecken darf Bastian Schweinsteiger noch schießen, bevor es jemand macht, der das kann? Ich kann es nicht mehr ansehen, es ist einfach grausam. Dabei ist mit Massimo Oddo doch jemand im Kader, der dieses Handwerk beherrscht. Jeden Spieler jeden Tag besser machen – das Klinsmannsche Credo gilt offenbar nicht für Bastian Schweinsteiger. Und bis jetzt – leider – auch für keinen anderen Spieler.

Luca Toni könnte mal wieder ein Tor machen. Die Dinger, die er zur Zeit versiebt, hat er letzte Saison alle gemacht. Aber immer wieder eindrucksvoll, wie er Freistöße rausholt. So schön lässt sich kein anderer Spieler foulen.

So, das soll für heute reichen. Der angekündigte Blogbeitrag über Klinsmann …

… folgt spätestens am 18. November 2008. Dann sind 100 Tage seit dem ersten Pflichtspiel Klinsmanns vergangen, die Schonfrist gönne ich mir und ihm. Immer vorausgesetzt, er ist dann noch im Amt.

Nachtrag
Ein Foto vom Spiel — klicken macht’s übrigens groß.

FCB vs. Olympique Lyon, panorama shot (with a little help from autostitch.net)

Weitere Fotos vom Spiel, wie üblich, auf Flickr.

Nachtrag II
Sehr lesenswert: surfguard über die Idee, Demichelis statt van Bommel im Mittelfeld spielen zu lassen.

Immer noch sprachlos

Der Blogbeitrag zum Fehlstart der Bayern in der Bundesliga, zu Klinsmann, Rensing, Lell und so … muss warten bis Mittwoch nach dem Champions League-Spiel gegen Lyon.

Im Grünwalder

Mehr Bilder, auch bewegte, nach dem Klick:

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Machbar

Die vier Mannschaften der Gruppe F
Screenshot: vier Lose

Olympique Lyon, FC Bayern München, Steaua Bukarest, AC Florenz.

Das ist die Champions League-Gruppe, aus der die Bayern mindestens Zweiter werden müssen, um ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Es hätte schwerer kommen können (Gruppe H), aber auch leichter (Gruppe B). Kein Verein aus England, kein Verein aus Spanien, den beiden z.Zt. stärksten Ligen Europas. Meine hypothetische Horrorgruppe (Motto: ‘Fun in der Vorrunde’) aus Chelsea, Bayern, Zenit St. Petersburg und Atletico Madrid ist es auch nicht geworden.

Da sage ich mal: machbar. Bei den Ansprüchen der Bayern muss ein Weiterkommen drin sein, damit setzt man auch Klinsmann nicht zu sehr unter Druck. Unterschätzen sollte man Lyon, Bukarest und vor allem Florenz dennoch nicht. Viel entscheidender wird aber sein, ob die Bayern rechtzeitig zur Gruppenphase ins Laufen kommen. Nach den bisherigen Eindrücken der Saison stapele ich bei meiner Prognose aber mal lieber tief.

AC Florenz - Luca Tonis Ex (#9)
Das Los musste nicht sein, die Fiorentina ist ein starker Gegner – und war neben Atlético Madrid die zweitstärkste Mannschaft aus dem vierten Lostopf. Der AC hat es letzte Saison bis ins Halbfinale des Uefa-Cups geschafft, ehe er unglücklich nach Elfmeterschießen gegen die (grausam spielenden) Mauerspezialisten aus Glasgow ausschied. Ein starker Auftritt, ebenso stark: der vierte Platz in der italienischen Liga in der vergangenen Saison. Und die Videos, die die auf ihrer Homepage einbauen, gefallen mir auch. Sonst noch was? Ach ja: der AC Florenz ist einer von den neun Exvereinen Luca Tonis – und ein Verein, der mal das Kunststück fertig brachte, mit Battistuta, Effenberg und Brian Laudrup im Kader abzusteigen.
Prognose: Gruppenerster.

Olympique Lyon - eine Rechnung offen
Da war doch mal was? Gegen den französischen Dauermeister hat Bayern in der Vergangenheit nicht immer souverän ausgesehen. Lyon hat die letzten Jahre in der Champions League oft beeindruckt und war nicht nur für mich ein gar nicht so geheimer Tipp auf den Gesamtsieg. Dennoch ist der Mannschaft der große europäische Durchbruch bzw. Titelgewinn nicht gelungen. Drei Jahre lang kam Lyon zumindest ins Viertelfinale, in der letzten Saison schieden die Franzosen aber schon nach dem Achtelfinale aus der Champions League aus. Zu ihrer Ehrenrettung: gegen den späteren Sieger und ziemlich knapp. Aber auch wenn Lyon diese Saison ein deutlich besserer Start als den Bayern gelang, glaube ich, dass die Mannschaft über den Zenit (no pun intended) ist und die Chance verpasst hat, die Champions League zu gewinnen. Karim Benzema ist allerdings ein Knaller, auf ihn freue ich mich. Auf Antonio Augusto Ribeiro Reis nicht so sehr, aber vielleicht schießt ein 33-Jähriger ja nicht mehr gar so dolle Freistöße.
Prognose: Gruppendritter.

Steaua Bukarest - die Unbekannte
23 nationale Meistertitel (zuletzt 2006), 20 Pokaltitel, 1986 Europapokalsieger der Landesmeister. Ein Verein mit glorreicher Vergangenheit, der sich zwar zum dritten Mal hintereinander für die Gruppenphase der Champions League qualifizieren konnte (und Galatasarays Trainer Michael Skibbe zum ‘Dead Man Walking’ machte), in der letzten Saison aber nun wirklich nicht überzeugte (siegloser Gruppenletzter mit fünf Niederlagen und einem Unentschieden). Kann ich eigentlich nicht richtig einschätzen, bin aber ziemlich gelassen. Schönes Detail: der Transferwert Steauas beträgt etwa ein Zehntel dessen, was die anderen Mannschaften der Gruppe so im Kader haben (will sagen: für einen Ribéry könnte man theoretisch den kompletten Kader Steauas erwerben). In diesem Zusammenhang: Links zu den Transfermarktseiten von Lyon, Bayern, Florenz und Steaua.
Prognose: Gruppenletzter.

Wie die Uefa die Stärken der hier porträtierten Mannschaften in den letzten Jahren einschätzte (bzw. wie sich die Vereine im Europapokal geschlagen haben), lässt sich gut an den Team-Koeffizienten ablesen:

Team-Ranking 1999-2008. Grafik erstellt mit dem Uefa-Team-Ranking-Chart von Bert Kassies (kassiesa.com)

Grafik: Die vier Teams im Chartvergleich.
Erstellt mit Bert Kassies unverzichtbarem Uefa-Team-Ranking-Chart (die Lücke bei Florenz ergab sich durch deren Verwicklung in den italienischen Bestechungsskandal).

Die Uefa platzierte Lyon also in der (abgeschlossenen) europäischen Rangliste für 2008 auf Platz 8 (Platz 1: Chelsea), Bayern auf 11, Steaua auf 29 und Florenz nur auf 59 (zum aktuellen, nach jedem Spieltag veränderten Ranking).

Wäre Fußball ein Wunschkonzert, käme Bayern bei mir also als Gruppenzweiter ins Achtelfinale. Worst Case: Gruppendritter (mit Lyon statt Bayern im Achtelfinale). Aber noch ein Jahr im Uefa-Cup? Trotz des Wahnsinns in der letzten Saison: eine schreckliche Vorstellung. Dann lieber im Achtelfinale ausscheiden.

Sollte Bayern gar noch hinter Bukarest (oder wem auch immer) Gruppenletzter werden, wäre Klinsmanns Bayern-Projekt schon nach ein paar Monaten massiv gefährdet: weil es dann vermutlich ohne Klinsmann weiter ginge. Soweit die Kaffeesatzleserei, los geht’s am 17. September 2008.

PS: Trotz des leicht pessimistischen Grundtons: habe ich schon deutlich genug gemacht, dass ich mich tierisch auf die Champions League freue? Nein? Bitte sehr: ich freue mich tierisch auf die Champions League. Muss man auch mal (wieder) sagen, die Teilnahme ist ja nicht selbstverständlich.

Nachtrag, 12.9.2008
So sieht es ESPN.

Tops und Flops der Europameisterschaft

TOP

  • Die Europameisterschaft
    Ein tolles Turnier, mit einem sensationell hohen Anteil an unterhaltsamen, spannenden und überraschenden Spielen, kurz: das beste Turnier, das ich als Erwachsener erlebt habe.
  • Deutschland
    Zweiter. Hätte ich vorher nicht gedacht.
  • Spanien
    Erster. Hätte ich vorher auch nicht gedacht.
  • Die Mannschaft, die über das Turnier den besten Fußball gespielt hat, gewinnt auch das Endspiel
  • Türkei
  • Russland
  • Die Niederlande in der Vorrunde
  • Philipp Lahm
  • Bastian Schweinsteiger, Fußballgott
  • Der offensive Lukas Podolski
  • Artur Boruc
  • Yuri Zhirkov
  • Franck Ribéry
  • Hamit Altintop
  • Mehmet Scholl
  • Sarah Brandner
  • Ballacks Freistoß gegen Österreich
  • Schweini-Poldi-Lahmi-Tore
  • Deutsch-türkische Völkerverständigung
  • Türkische Mannschaftsärzte beim Flicken einer Platzwunde
  • Das Schweizer Fernsehen, das da ist, wenn man’s braucht
  • Regenschlachten
  • Die letzten Minuten der Spiele, an denen die Türkei beteiligt war
  • deutsche Sportblogs zur EM (insbesondere AAS und das EM-Blog)
  • Taktikdiskussionen nach gewonnenen Spielen
  • der tägliche Arnd Zeigler
  • der tägliche EM-Podcast des Guardian
  • Wettschulden
  • Der Song Seven Nation Army von den White Stripes
  • Autokorsos
  • Innenstädte nach gewonnenen EM-Spielen
  • Das Wort “Grölmodus
  • EM08-Hashtags, wenn Twitter funktioniert

FLOP

  • Italien
  • Frankreich
  • Griechenland
  • Österreich
  • Cordoba-Referenzen
  • Schweiz
  • Die Niederlande in der Finalrunde
  • Vorrundeneuropameister
  • Luca Toni
  • Petr Cech
  • Antonis Nikopolidis
  • Michael Ballack
    Der ewige Zweite.
  • Christiano Ronaldo
    Ein schönes deutsches Wort dazu: Schadenfreude.
  • Mario Gomez
  • Kevin Kuranyi
  • der defensive Lukas Podolski
  • Franck Ribérys Verletzung
  • Alexander Freis Verletzung
  • Raymond Domenech
  • Heiratsanträge nach Fußballspielen
  • Otto Rehhagels Taktik, vor allem im ersten Spiel
  • Interviews mit Otto Rehhagel
  • Die Coaching-Qualitäten von Jogi Löw
  • Die Zusammenstellung des deutschen Kaders
  • Deutsche Mannschaftsärzte beim Flicken einer Platzwunde
  • Fußballschauspieler
  • Vierte Offizielle
  • der Uefa-Bilderkontrollwahn
  • die Bildregie der Fußballübertragungen
  • Schwenks über Spielerfrauen, Politiker, Funktionäre und Fanclowns auf den Tribünen, während das Spiel läuft
  • Gewitter zur falschen Zeit
  • die Stromversorgung des Medienzentrums in Wien
  • deutsche Flaggenphobikerdiskussionen
  • elitäre Fußballexperten
  • Taktikdiskussionen nach gewonnen Spielen
  • (fast) ausnahmslos alle deutschen Kommentatoren, Moderatoren, Moderationen und Beiträge, die im Fernsehen zu sehen und leider meist auch zu hören waren
  • Seebühnen
  • die generelle Qualität der Fußball-Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen
  • “Waldis EM-Club”
  • “Nachgetreten”
  • Fandarsteller, zu denen nach den Spielen geschaltet wird
  • Fandarsteller in den Stadien, die das Trikot einer Mannschaft tragen, ohne deren Fan zu sein
  • Inszenierungen einer Fußballsendung als “Fußballporno” (SZ)
  • kein Zweikanalton bei den Übertragungen (Kanal 1: mit Kommentar, Kanal 2: ohne)
  • Twitter, wenn’s mal wieder nicht funktioniert

ooooooooh oh oh oh ohoooooooo hoh