Der Dauerläufer

Der kleine Franzose

Foto: Der kleine Franzose

Die Erkenntnisse aus dem Spiel gegen Wolfsburg im Telegrammstil: Kein Stimmungsboykott im Stadion +++ Ribéry ist echt der Wahnsinn +++ Tolles Spiel von van Bommel +++ Ohne Ribéry geht nicht viel +++ Hitzfeld kann nicht wechseln +++ Die Souveränität ist weg +++ Dejagah hat einen Hammer +++ Willy spinnt +++ Scheißwetter für Brillenträger +++ Gutes Wetter für stimmungsvolle Fotos

Wechselfehler

Ecke Bolton

Foto: Ecke Bolton

“Die Zuschauer haben das Recht auf die beste Mannschaft. Fußball ist keine Mathematik, die man berechnen kann” (…) “Ich bin stocksauer. Es wäre ganz einfach gewesen, zu gewinnen und weiterzukommen.” [Quelle]

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, unmittelbar nach dem gestrigen 2:2 gegen die Bolton Wanderers. Recht hat er, das war nach den unverständlichen Auswechslungen Hitzfelds ein verschenkter Sieg gegen biedere Engländer, die dann auch brav das Unentschieden in München als “eines der größten Resultate ihrer Geschichte” (sic!) feiern.

Schon die Aufstellung mit den bisherigen Bankdrückern van Buyten, Ottl und Podolski hatte darauf hingedeutet, dass der Trainer das Spiel dazu nutzen wollte, der zweiten Reihe der Bayern-Spieler ein Chance zu geben. Das ging trotz wackeliger Abwehr bis zur 60. Minute noch einigermaßen gut, weil Wirbelwind Ribéry und ein endlich treffender Podolski nach dem 0:1-Rückstand ein 2:1 rausgeschossen hatten. Warum Hitzfeld dann aber bei einer nur sehr knappen Führung ausgerechnet die bis dahin wichtigsten Bayern-Spieler auswechselte, bleibt auch am Tag danach selbst nach den Erklärungsversuchen des Trainers (s.u.) unverständlich.

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Ribéry strikes back

Ein bisschen hatte ich ihn in den letzten Spielen vermisst, den Franck Ribéry vom Anfang der Saison, der die Bayern-Fans ein ums andere Mal zum Verzücken brachte. Ich war schon drauf und dran, hinter den zuletzt nicht so berauschenden Vorstellungen des kleinen Franzosen einen Ess- und Trinkverzicht zu vermuten – da hat Ribéry am Sonntag im Spiel gegen Nürnberg eine Galavorstellung gezeigt, wie ich sie in dieser Form noch nicht erlebt habe. Ich habe sie in dieser Form vor allem noch deswegen nicht erlebt, weil ich mich nicht daran erinnern kann, dass das Publikum eines Bayern-Spiels einen eigenen Spieler nach seinen Aktionen auf dem Spielfeld mehrmals und während des Spiels mit stehenden Ovationen huldigt. Die Dynamik, die Wucht, die Chuzpe, mit der der Franzose in Zweikämpfe und Sprintduelle gehen kann, ist einfach phänomenal. Meine Lieblingsszene vom vergangenen Spieltag, nach der das Publikum in der Arena eine solche Ovation entgegengebracht hat, ist auch auf Video dokumentiert (s.u.). Auch wenn diese Aktion nicht von einem Tor gekrönt war, so war sie doch beispielhaft für das bärenstarke Spiel des Franzosen. Chapeau, Franck.


Pity from Rorschach on Vimeo.

Rama dama

Auf was für Gedanken man so kommt. Was machen z.B. muslimische Hochleistungssportler während des Ramadan? Der beginnt am heutigen Donnerstag, dem 13. September 2007 und verbietet Muslimen von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang leibliche Genüsse wie Essen und Trinken, Rauchen und Geschlechtsverkehr. Ich habe mich jetzt gefragt, wieweit diese Verbote (also das mit dem Essen und Trinken, um genau zu sein) die Leistungen von Bayern-Spielern wie Ribéry (der zum Islam konvertierte) und Altintop (von dem ich einfach mal vermute, dass er ein Muslim ist) beeinflussen. Zu meiner Beruhigung hat der Fastenmonat Ribéry aber offenbar nicht vom Toreschießen abgehalten, wie man auf Fussballdaten.de nachlesen kann. Und da sich die Bild-Zeitung auch schon dasselbe gefragt hat, kennt man auch Ribérys Antwort: “An freien Tagen werde ich fasten, wenn ich spiele, dann nicht.” Da ist er also nicht päpstlicher als der Papst, um mal diesen interkonfessionellen Vergleich zu wagen.

Update 16.9.: Auch die Zeit hat sich ähnliche Gedanken gemacht (und verwendet das Zitat aus der Bild ohne Bild zu nennen). Und Berkant Göktan vom Vier-Zahlen-Verein hat ebenfalls eine ganz persönliche, pragmatische Antwort gefunden:

Das mache ich nicht, weil ich sonst Probleme mit der Kraft bekomme. In meiner Zeit in der Türkei habe ich das bei einigen Mitspielern erlebt, die während des Ramadans ihre Leistung nicht abrufen konnten.

Der Derwisch

Video: Ribéry aux guignols

Nachtrag: Dailymotion hat das Original-Video inzwischen gelöscht. Aber die Sportschau hat den Clip auch gesendet, sogar mit Untertiteln:

Video: Franck Ribéry Funny Clip

Kleiner Franzose ganz groß

Auch wenn ich kaum ein Wort verstehe – sehenswert ist folgendes Video allemal. Ein “Was bisher geschah”-Feature aus Frankreich über Franck Ribéry, den kleinen Franzosen. Ganz groß.

Video: “La Riberymania au Bayern” (via The Offside)

Nachtrag: Dailymotion hat das Video inzwischen gelöscht.

0:4!

Der neue König

Foto: Der neue König von probek

Werder Bremen – Bayern München 0:4 (0:1)

Werder Bremen: Wiese – Pasanen, Mertesacker, Naldo, Schulz – Baumann – Vranjes (61. Carlos Alberto), Jensen – Diego – Almeida (61. Schindler), Sanogo

Bayern München: Kahn – Lell, Lucio, Demichelis, Lahm – van Bommel (82. Ottl), Zé Roberto – Ribéry, Schweinsteiger – Toni (89. Wagner), Klose (46. Altintop)

Tore: 0:1 (31., Foulelfmeter) Ribéry, 0:2 (51.) Toni, 0:3 (79.) Altintop, 0:4 (87.) Ottl

Schiedsrichter: Dr. Merk (Otterbach)

Weser-Stadion: 42.100 Zuschauer (ausverkauft)

Gelbe Karten: Naldo – Demichelis

Hammer.

Da ist Franck!

Video: Hoeneß-Statement auf der Pressekonferenz bei der Vorstellung von Franck Ribéry und Luca Toni. Außerdem gibt es auf Youtube noch dieses Video von Ribéry auf derselben Veranstaltung.

[Nachtrag, März 2008: Das hier ursprünglich eingebettete Video mit der Pressekonferenz in voller Länge wurde auf Sevenload inzwischen gelöscht. Die Pressekonferenz ist leider selbst bei Eyep.tv nicht mehr abrufbar, vielleicht eine Folge des Rechtsstreits gegen den FC Bayern München.]

Wo ist Franck?

Wo ist Franck?

Where is Franck?, originally uploaded by probek.

An der Säbener Straße habe ich ihn heute nicht gefunden.