15 Punkte nach Köln

1. Verdiente Niederlage, da gibt’s nichts.
2. Der FC Bayern ist derzeit keine (Bundesliga-)Spitzenmannschaft (sorry, dass man das extra noch mal hinschreiben muss, geschweige denn das Wort “Spitzenmannschaft” verwenden darf). Das Spiel gegen den 1. FC Köln lieferte dafür leider den xten Beweis in dieser Saison.
3. Auch daher hat das Ergebnis des Spiels gegen Köln sicher nicht das Label “Sensation” verdient, das man sofort wieder hören konnte.
4. Nichts desto trotz ist das zwar ein erneuter Rückschlag, aber nur bei einer Aufholjagd, die kaum noch realistisch war. Der zweite Platz in der Bundesliga, darum geht es. Und der wäre bei einem Sieg drin gewesen, jetzt ist er, dreizehn Spiele vor Saisonende, ganze drei Punkte entfernt.
5. Die Bilanz der Bayern aus den letzten zehn Pflichtspielen: Niederlage-Sieg-Sieg-Sieg-Sieg-Unentschieden-Sieg-Sieg-Sieg-Niederlage.
6. Anders gesagt: Sieben Siege, ein Unentschieden, zwei Niederlagen. Schlecht geht anders.
7. Es gibt sicher nicht den einen Grund für die Schwäche der Bayern. Und selbst wenn es den einen Grund gäbe, hieße er meiner Meinung nach nicht Louis van Gaal.
8. Viele Fußballfans sind Heulsusen, die ihr Vergnügen am Unterhaltungbetrieb Profifußball vor allem darin finden, besonders abfällig über die Leistung einzelner Profifußballer (ersatzweise: der kompletten eigenen Mannschaft, der Trainer, der Schiedsrichter, der Funktionäre, der eigenen oder der anderen Fans) zu urteilen.
9. Der Anteil der Heulsusen unter den Bayernfans ist nach meinem Eindruck eindrucksvoll hoch.
10. Wenn es nicht meine Mannschaft wäre, könnte ich dieses Rumgeheule, das nicht nur nach Niederlagen einsetzt, sondern für viele offenbar grundsätzlich zum Fußballgucken gehört, noch unterhaltsamer finden.
11. Nächste Woche ist wieder ein Spiel.
12. Bayern kann ins DFB-Pokalfinale kommen.
13. Bayern kann Inter Mailand schlagen und ins Viertelfinale der Champions League kommen.
14. Bayern kann auch einmal nicht Meister werden.
15. Bayern kann, und selbst davon würde die Welt nicht untergehen, sich sogar mal wieder nicht für die Champions League qualifizieren. Ob es wirklich so weit kommt, ist aber noch längst nicht absehbar.

Uli Hoeneß: “Ihr müsst eine Einheit bilden!”

Wann immer ich mit jemandem über Vereinsführung spreche, sage ich: Ihr müsst eine Einheit bilden! Die Vereinsführung muss wie eine Wand sein. Nur so können die Probleme eines Vereins, die so vielschichtig sind, gelöst werden. Egal, ob das Management sich nun aus Holländern, Schwaben oder Westfalen zusammensetzt. Wenn der eine sagt, er sei für eine Stammformation, und der andere, er sei für Rotation, dann kann diese Stimme aus der Presse kommen, aber doch nie aus den eigenen Reihen. Ich sage immer: Die Gegner sitzen da draußen, aber sie dürfen nicht im eigenen Nest sein. Konflikte, die du im eigenen Haus lösen musst, kosten doch viel mehr Kraft und Energie als Konflikte mit Menschen, die einem nicht so nahe stehen. Wenn ich mit meiner Frau streite, nervt mich das viel mehr, als wenn ich mit Herrn Daum streite. (…)
Wenn die handelnden Personen nicht loyal und kollegial zusammenarbeiten können, dann haben wir keine Chance.

Uli Hoeneß sagt auf zwei Seiten in der „Frankfurter Rundschau“ und auf einer in der „Berliner Zeitung“, wie’s ist.

Anm.: Originalzitate leicht abgewandelt, weil: „Vieles liegt am Internet“, so Uli H. Ob das Internet auch daran Schuld ist, dass er auf der einen Seite in der Berliner Zeitung mehr sagt als auf den zwei in der Frankfurter Rundschau, entzieht sich meiner Kenntnis. Ebenso, was den Trainer Baade bei seinem Pamphlet geritten hat.

„Ich hätte Luca Toni gerne behalten“

Ein Linktipp in eigener Sache: gses hat mich im Rahmen seiner Bloggerblick-Umfrage noch einmal zum FC Bayern interviewt: „Ich hätte Luca Toni gerne behalten“.

Warme Worte der Woche*

Neulich, bei einer Pressekonferenz:

Ganz großes Kino. Hier noch mal zum nachlesen:

Louis van Gaal: Wenn Sie so eine Frage stellt, dann sind Sie nicht gut informiert.

Markus Hörwick (Pressesprecher FC Bayern): Ich darf ihnen …

Van Gaal: Ich denke, dass auch Presse-Journalisten sich informieren müssen.

Hörwick: Ich darf erklären, Luca Toni ist seit einigen Tagen mit … oder seit …

Van Gaal: Das muss er wissen. Das muss er wissen, nicht erklären! Bitte. Unglaublich.

Hörwick: Haben wir weitere Fragen?

Van Gaal: Auch ein Fach … -Journalist.

Hörwick: Keine weiteren Fragen. Dann bedanken wir uns sehr herzlich bei ihnen, bei beiden Trainern, bei Thomas Müller, wünsche ihnen einen guten Nachhauseweg und wir sehen uns morgen hier wieder in der Allianz Arena. Vielen Dank.

Van Gaal: (Abgang unter bösen Blicken und Gebrummel in Richtung des Falschefragenstellers)

Ende.

Bonuslink: Patrick Strasser (Bayern-Reporter bei der “Abendzeitung”) übt schon mal für die nächsten Pressekonferenzen. Sollte er wohl. Um mal aus den Kommentaren zum obigen Video zu zitieren: “The one species Van Gaal hates most in this world is, indeed, a not well informed journalist.

*Bonus-Bonuslink: Auf Youtube gibt Hörwick Tipps, wie man Pressekonferenzen beim FC Bayern führen sollte (“Wie lange willst du Trainer bleiben? Du kannst die Journalisten nicht angreifen”). Stelle eine leichte Diskrepanz zur Realität fest. ((und ja, ich verlinke mittelbar was von Fucking Om (ich Elch, ich) ))

Mia san Mia

Ich denke, dass die Kultur von Bayern München zu mir passt. Das bayerische Lebensgefühl passt mir wie ein warmer Mantel. Und warum?

Mia san Mia. Wir sind wir – und ich bin ich. Selbstbewusst, arrogant, dominant, ehrlich, arbeitsam, innovativ, aber auch warm und familiär. Ich erkenne meine Persönlichkeit in diesen Begriffen und deshalb denke ich, glaube ich, dass ich hierher passe und das ist wichtig, um gut zu funktionieren und auch gut zu kommunizieren. Ich bin nämlich ein Kommunikator und die Spieler werden das merken, weil ich ihnen meine Philosophie schnell beibringen werde.

Louis van Gaal an seinem ersten Arbeitstag in München