Hohe Bäume fangen viel Wind

Für Mark van Bommel

Hohe Bäume fangen viel Wind.
Mark van Bommel am 23. August 2008

Ich muss jetzt aber mehr Vorbild sein und mich mehr im Griff haben.
Mark van Bommel am 8. August 2008

Lieber Mark, ich mag dich. Ich fand auch die Entscheidung richtig, dich zum Kapitän zu machen. Ich werde auch nicht vergessen, wie du in einer grottigen Saison fast der einzige warst, der auf höherem internationalem Niveau mithalten konntest und dem Druck gewachsen war.

Das Image des überharten, zuweilen unfairen Fußballers wirst du nicht mehr los, zumindest nicht mehr in der Bundesliga. Dieses Vorurteil aber auch noch weiter zu bedienen, ist alles andere als hilfreich. Du bist Kapitän des FC Bayern – und da nützt es uns nichts, wenn du andauernd auf der Tribüne sitzen musst. Das Amt ist eine Ehre, bitte erweise dich als würdig. Du sagst selbst, dass du dich mehr im Griff haben musst. Halte dich daran.

Auch wenn ich zweifle, dass man seine Spielweise nach 16 Jahren als Fußballprofi noch groß ändern kann: sprich mal mit Philipp, vielleicht kann er helfen. Denn eigentlich musst und sollst du auch gar nicht die Spielweise ändern, du musst nur lernen, den Dämon in dir zu zähmen. Und das schafft man vielleicht auch noch als 31-jähriger.

Stefan, hör’ die Signale

Die Es-gibt-noch-Hoffnung-auch-wenn-sie-aus-einem-anderen-Kulturkreis-kommt-Meldung des Tages stammt von Javier Cáceres und steht unter der Überschrift „Ausgebrüllt“ in der gedruckten „Süddeutschen Zeitung“ (leider nicht online): Real Madrid hat seinen Stadionsprecher nach einer Saison wieder rausgeschmissen. Der Widerstand gegen die „akustische Anmache“ (Cáceres) sei zu groß gewesen, Medien und Vereinsmitglieder fühlten sich durch die „permanente Anbrüllerei“ respektlos behandelt. Der Sprecher hatte, so Cáceres, den

ganzen Kirmes- und Eventquatsch ((für Nicht-Stadion-Gänger: gemeint ist u.a. die Musik, die schon Stunden vor- und nach dem Spiel ununterbrochen auf die Zuschauer einrieselt; die Werbung, die in den Musikpausen zu sehen und zu hören ist; die Jingles, die bei Toren der eigenen Mannschaft eingespielt werden uswusf.)) imitiert, der auch in Bundesligastadien und bei Spielen der Nationalelf üblich ist … All dieser ganze Humbug, den man früher nicht brauchte, als man in ein Fußballstadion ging, wenn’s hochkam die Vereinshymne hörte und ansonsten bloß Fußball schaute. Ohne Brimborium.